[Gelesen] Die dunklen Schatten der Träume | Lair of Dreams: A Diviners Novel

lairofdreamsDTV Deutscher Taschenbuch, 20.11.2015 Allen & Unwin, 26.08.2015 | Little, Brown Books for Young Readers, 25.08.2015 | Atom, 25.08.2015

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Libba Bray – Lair of Dreams: A Diviner’s Novel 

Im November 2012 war eines meiner absoluten englischen Lieblingswörter  »swell« und Schuld daran war der Roman The Diviners von Libba Bray. Dank der Gemma Doyle Trilogie kannte ich Bray und ihren Schreibstil bereits, und musste das Buch damals einfach lesen: Das New York der Zwanziger Jahre ist ein wundervoller Schauplatz für Geschichten aller Art und macht gepaart mit dem okkulten Aspekt der Diviners einfach nur Spaß. Der zweite Band war bereits bei erscheinen des ersten beschlossene Sache, und stand seit dem auf meiner Leseliste. Bray hatte unter anderem mit starken Depressionen zu kämpfen, wodurch den Erscheinungstermin immer wieder nach hinten verschoben werden musste… umso erfreulicher ist es jetzt, dass der zweite Band fertig und bald im Handel erhältlich ist!

“Dream with us, dream with us, us, us, the dream wants you wants you wants you to dream to dream to dream with us.”

Lair of Dreams nimmt uns mit in das Jahr 1927. Diviners sind zwar en vogue aber nicht jeder teilt die Begeisterung, während in Chinatown die mysteriöse sleeping sickness umgeht und die Metropole in Aufruhr versetzt. Bray schmeißt die Leser wieder gleich rein in diese Welt, und spart sich lange Erklärungen was im ersten Band geschehen ist. Es gibt zwar einige kurze Anspielungen aber diese halten sich wirklich im Hintergrund.

Die Geschichte wird wieder abwechselnd aus unterschiedlichen Sichtweisen erzählt, wobei folgende Personenkonstellationen den Hauptteil ausmachen:

  • Theta und Henry
  • Evie und Sam
  • Memphis und Theta
  • Jericho und Mabel
  • Memphis und Isaiah
  • Henry und Ling

Ich mochte Evie im ersten Teil sehr, sehr gerne. Hier geht mir ihr ganzes Getue und die Kombination mit Sam furchtbar auf die Nerven; teilweise habe ich auch mit dem Gedanken gespielt, ihre Kapitel einfach zu überspringen. Genau so ging es mir mit den Campbell Brüdern, Jericho und Mabel – diese Handlungsbögen packen mich einfach nicht. Neu in die Runde der Diviners wird Ling eingeführt – ein Mädchen, dass chinesisch-irische Wurzeln hat und wie Henry in den Träumen wandeln kann.

But the past didn’t forget. History was haunted by the ghosts of buried crimes, which required periodic exorcisms of truth. Actions had consequences.

Träume sind das Hauptthema in Lair of Dreams, und einen Großteil des Buches verbringt man als Leser mit Henry und Ling in der Traumwelt. Die Traumwelt und wie sie sich in den Handlungsbogen einfügt, hat mir sehr gut gefallen – auch wenn es nicht die originellste Umsetzung ist, und ich mich stellenweise an die Gemma Doyle Bücher und Palimpsest erinnert fühlte. Ich hätte sehr gerne noch mehr von den Träumen anderer Menschen und den Proctor Schwestern gesehen, aber wahrscheinlich hätte das die Geschichte zu sehr entschleunigt… Bray braucht, wie bei ihren anderen Büchern auch, erst gut hundert Seiten um die ganze Handlung ins Rollen zu bringen. Sobald man diese Seiten überwunden hat, liest sich das Buch wirklich gut weg. Die Auflösung ist zwar simpel, dennoch effektiv und es werden eifrig Hinweise auf das große Ganze für die nächsten Bände gelegt.

But sleep did not come for a very long time.

Nach Ende von Lair of Dreams bleibt man als Leser mit dem Gefühl zurück, dass nun alle Figuren auf dem Feld sind und das Spiel beginnt. Der Herr mit dem Zylinder scheint hierfür der Dreh- und Angelpunkt zu werden und wird sehr gut eingebracht – man will einfach mehr von ihm sehen und lesen! Auch Project Buffalo steht im Raum und verspricht noch einige Überraschungen. Nicht zu vergessen die winzig kleine Anspielung an Gemma Doyle – hier könnte Bray tatsächlich ein Coup gelingen, falls sie die Reihen verbindet und nicht einfach nur Fanservice betreibt.

Tatsächlich habe ich nur sehr wenige Kritikpunkte für dieses Buch. Abgesehen von der langsamen Entfaltung der Handlung am Anfang sind die Hauptcharaktere sehr divers aufgestellt und akzeptieren leicht alle Andersartigkeit – im Kontext der Zeit wirkt das manchmal doch sehr modern. Auch hätte Bray nicht unbedingt Jung mit einbauen müssen um ihre Darstellung der Zwanziger Jahre realistischer wirken zu lassen und einen weiteren Traumbezug herzustellen.

“Dream with me, sister,”

Es sind noch zwei weitere Bände in der Diviners Reihe geplant, vorläufige Erscheinungstermine sind noch nicht gesetzt. Hoffentlich müssen wir nicht weitere drei Jahre warten, um zu erfahren, wie es mit den Diviners weiter geht… aber selbst wenn verzeiht man Libba Bray dies gerne wenn wieder so ein gutes Buch dabei herauskommt!


BUCHDETAILS

Verlag: Atom
ISBN: 1907410422
Erscheinungsdatum: 25.08.2015
Rating: 4/5

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