[Gelesen] The Dead House

The Dead House war eine spontane Vorbestellung – mir gefiel das Cover und der Untertitel (Carly gets the day. Kaitlyn has the night.) so gut, dass es bei dem günstigen Preis quasi von alleine in den Warenkorb wanderte. Aufgrund des Gruselaspekts hatte ich es auf den Leseplan für Oktober gesetzt, und wurde nicht enttäuscht!

deadhouse

Worum geht es?

Das Buch stellt im Prinzip eine Art zusammenfassenden Bericht über den Johnson Vorfall dar, der sich vor 25 Jahren im Elmbridge Internat ereignete. Der Bericht präsentiert die gesammelten Daten so geordnet, dass es für die Hinführung zum Vorfall den meisten Sinn ergibt; die Kapitel werden mit dem Hinweis  „X Tage bis zum Vorfall“ überschrieben. Wir erfahren die Geschehnisse rund um Carly und Kaitlyn Johnson durch Zeitungsartikel, Polizeiberichte, psychologische Akten, Gesprächsprotokolle, Tagebucheinträge… dabei geht die Handlung davon aus, dass das Tagebuch erst vor kurzem entdeckt wurde und somit endlich die Verbindungen zwischen all den anderen Fragmenten gefunden werden. Was es mit dem Johnson Vorfall auf sich hat ist zwar das Grundgerüst der Geschichte, nicht aber unbedingt das Hauptmysterium.

Zwei Personen – ein Körper


Carly and I pretend to be recovering from a sickness we don’t have. But when no one will believe you, you become the liar they think you are.

The Dead House ist das dritte Buch in kurzer Zeit, welches ich mit dem Thema der DID (=Dissociative identity disorder) lese. Im Deutschen nennt sich das dissoziative Identitätsstörung bzw. multiple Persönlichkeitsstörung. Grob und absolut nicht fachlich erklärt: der Betroffene erlebt ein Trauma und bildet daraufhin weitere Persönlichkeiten (hier Alter genannt), die das Trauma von der eigentlichen Person forthalten und so ein „normales“ Weiterleben ermöglichen. Carly Johnson leidet unter einer DID: sie teilt sich mit Kaitlyn einen Körper. Carly ist dabei die Persönlichkeit während des Tages, in der Nacht wechselt sie zu Kaitlyn. Es ist Kaitlyn’s Tagebuch, dass den größten Teil des Berichts ausmacht, was an für sich schon total interessant ist – Kaitlyn begreift sich natürlich nicht als ein „Krankheitssympton“, und die Mädchen behaupten, dass sie schon vor dem tödlichen Unfall der Eltern existierte. Dieser Unfall, ihre DID und andere Probleme (eine Anorexie wird ganz kurz angerissen) sind der Grund, warum Carly/Kaitlyn in einer psychologischen Einrichtung betreut wird.

Der Johnson Vorfall

Der Leser wird über den eigentlichen Vorfall im Dunkeln gelassen bis der Bericht zeitlich diesen erreicht, was mir sehr gut gefallen hat. Kurtagich bietet mehrere Möglichkeiten zur Interpretation an, sodass das Buch in verschiedene Richtungen gehen kann… und für alle gibt es ausreichend Argumente bzw. kaum Logiklöcher, die dagegen sprechen, wodurch man als Leser das Ende für einen selbst entscheiden kann.

I’ve learned that memories are like water. Not solid, like some people think. Once something happens, it isn’t set in stone. It can change.
You can make yourself believe anything if you lie to yourself long enough.

Ich mochte die Erzählweise über die unterschiedlichen Medien sehr. Kurtagich erfindet nichts neues aber die Art, wie alt bekanntes eingesetzt wird, ist erfrischend und effektiv. Tatsächlich habe ich keine großen Kritikpunkte bei The Dead House – ich hätte mir am Ende nur etwas mehr gewünscht. Mehr im Sinne von: nicht einfach den Bericht zu ende bringen sondern vielleicht noch etwas detaillierter beschreiben, was in Folge des Vorfalls mit den unterschiedlichen Personen geschehen ist.

Wer Lust auf leichte Horrorjugendliteratur hat, ist mit The Dead House auf jeden Fall gut bedient! Dank des Endes bietet sich dieses Buch auch ausgesprochen gut zum wiederholten Lesen an.


BUCHDETAILS

Verlag: Orion Children’s Books
ISBN:  9781780622347
Erscheinungsdatum: 06.08.2015
Rating: 4/5

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