[Gelesen] Carry On

carryon

Fanfiction sind eines der schönsten Phänomene von Fandoms für mich – und eigentlich gilt hier wirklich die Regel 34: wenn man es sich vorstellen kann, gibt es auch eine Fanfiction dazu. In den letzten Jahren haben es einige dieser Geschichten mit leichten Überarbeitungen auch in die Bestsellerlisten geschafft (Fifty Shades of Grey, After Passion..). Carry On von Rainbow Rowell hat einen ähnlichen Ursprung: in ihrem Buch Fangirl schreibt die Hauptperson eine Fanfiction, die im Simon Snow Universum angesiedelt ist:

I intentionally set up the Simon Snow story so that it would take up the same place in Cath’s world as the Harry Potter series does in ours. (That let me make lots of fandom jokes and references.) But the characters and plots are different. Simon isn’t Harry, and Baz isn’t Draco or Snape (or Edward). – Rainbow Rowell [x]

In Fangirl kann man immer wieder Ausschnitte aus Cath’s Fanfiction lesen – tatsächlich mochte ich diese nicht besonders – und die Charaktere haben Rowell nicht losgelassen. Carry On ist ihre Version der Geschichte von Simon, Baz, Penelope, Agatha und co., und auch wenn man Fangirl nicht zwingend vorher gelesen haben muss, hilft es, um in diese Geschichte einzutauchen.

 Simon Snow ist der Auserwählte in einer magischen Welt, die vor einigen Problem steht. Es gibt den Insidious Humdrum, der Löcher in die Magie reißt, politische Spannungen zwischen den alten Familien und dem Mage, und regelmäßige Angriffe auf die Schule Watford. Simon hat einen Vampir zum Zimmergenossen, dem er nicht über den Weg traut, eine Freundin für die er ein furchtbarer Partner ist und so gut wie keine Kontrolle über seine magischen Fähigkeiten. Die Geschichte spielt im letzten Schuljahr von Simon und es gibt immer wieder Anklänge an vorherige Abenteuer. Da vieles an schon bekannte Erzählmuster angelehnt ist, muss Rowell nicht viel erläutern und man taucht als Leser sehr leicht in diese Welt ein.

Ich mochte die unterschiedlichen Perspektiven, aus denen diese Geschichte erzählt wird, vor allem Agatha ist erfrischend. Man kann alle Charaktere und ihre Handlungen gut nachvollziehen, und für ein Jugendbuch sind sie teilweise sehr komplex. Es gibt Referenzen an Popkultur und Homosexualität (auch wenn Rowell leider nicht auf Bisexualität eingeht), daneben spielen Brainstorming, Geister, falsche Ambitionen und Freundschaft eine große Rolle.

Ein bisschen liest sich Carry On tatsächlich wie eine Fanfiction (der Einfluss von Harry Potter lässt sich wirklich nicht leugnen), aber es ist die Art von origineller Geschichte in einem bekannten Rahmen, von der es gerne mehr geben darf!


BUCHDETAILS

Verlag: St. Martin’s Griffin, Kindle Edition
ASIN: B00V35U13W
Erscheinungsdatum: 06.10.2015
Rating: 5/5

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