[Gespielt] Oxenfree

Zu den Dingen, die ich gerne in meiner Freizeit mache, gehört unter anderem das Anschauen von Let’s Play Videos – ich bin ein großer Fan davon, da sie mir unter anderem auch ermöglichen, spannende Geschichten in dem Medium zu entdecken, für die ich ansonsten nicht spielerisch gut genug bin oder vielleicht auch gar nicht die benötigten Geräte da habe. Am Wochenende bin ich über einen meiner Lieblingskanäle dabei durch Zufall über Oxenfree gestolpert… und nach zehn Minuten war mir klar, dass ich das Spiel tatsächlich selber spielen muss. Nach mehreren Abenden auf Edwards Island habe ich die Entscheidung auch nicht bereut!

Olly olly oxen free – Alle, Alle, auch sind frei

Als Spieler wird man direkt in das Geschehen geworfen: man steuert Alex, die mit einer Gruppe Freunde auf der letzten Fähre des Tages nach Edwards Island ist. Die Insel ist ein verlassener Militärstützpunkt und soll diese Nacht als Partylocation herhalten. Neben Alex ist ihr bester Freund Ren und sein Schwarm Nona, ihr neuer Stiefbruder Jonas und Clarissa, die überall aneckt, mit von der Partie. Die Gruppe erinnert schon etwas an typische Cliquen à la Breakfast Club, was aber gewollt ist. Oxenfree besteht zum Großteil aus seinen Dialogen. Durch Alex‘ Interaktion mit den anderen Jugendlichen kann man als Spieler die Beziehungen beeinflussen, und ganz verschiedene Seiten dieser kennenlernen. Das wirklich tolle an den Dialogen ist, dass sie zum einen wirklich sehr realistisch geschrieben sind und zum anderen wie wirkliche Gespräche auch miteinander überlappen. So kann es auch mal sein, dass mehrere Charaktere gleichzeitig reden.

sreens_cymk_bridge© Night School Studio/nightschoolstudio.com/Press Kit

Eigentlich könnte man daraus schon eine interessante Coming of Age Geschichte basteln. Night School Studio gibt aber eine weitere Komponente hinzu: das  Übernatürliche. Denn eine weitere Besonderheit der Insel? Handys funktionieren nicht, aber mit kleinen Radioempfängern kann man merkwürdige Funkübertragungen empfangen. Und wie es halt kommen muss, bleiben die Jugendlichen nicht lange alleine auf der Insel… es gilt, irgendwie die Nacht zu überstehen.

Wer Gravity Falls oder Welcome to Night Fall kennt, wird sich wahrscheinlich genauso wie ich sofort in Oxenfree verlieben. Die Grafiken sind sehr liebevoll gezeichnet, die musikalische Untermalung geht direkt unter die Haut und das Spiel balanciert auf diesem schmalen Grad von skurrilem Humor und Ernsthaftigkeit.

Ein paar kleinere Kinderkrankheiten sind noch vorhanden, bei der PC-Version ruckelt es teilweise beim Laufen arg, aber bei einem Debüt eines so kleinen Teams ist das absolut okay. Je nachdem, wie sehr man in die Geschichte eintaucht und auch die Collectables einsammelt, variiert die Spielzeit. Man kann sicher in vier Stunden durch Oxenfree „durchrennen“ – aber dafür ist das Spiel viel zu schade! Bis auf zwei Anomalien habe ich alles eingesammelt und um die neun Stunden Spielzeit gebraucht.  Die Auflösung der Geschichte hat mir sehr gut gefallen, auch wenn ich einige Aspekte schon im Vorfeld erahnen konnte. Es wird zwischendrin gruselig, diese Sequenzen sind aber immer noch recht subtil und verursachen keine Alpträume. Eine wirkliche kleine Indiegame-Perle zum Jahresanfang, die ich wirklich nur weiterempfehlen kann!

Oxenfree ist verfügbar für Xbox One, Windows 10 und Steam; eine Version für PS4 soll noch folgen.

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