[Gelesen] A Court of Thorns and Roses

A Court of Thorns and Roses ist eines dieser Bücher, dass ich eigentlich abgöttisch lieben müsste. Das Märchen von Die Schöne und das Biest gefällt mir durch die Bank weg in den unterschiedlichsten Adaptionen und die Modern Faerie Tales von Holly Black habe ich so lange immer und immer wieder aus der Bücherei ausgeliehen, bis ich sie endlich als Taschenbücher im Laden gefunden habe (wer denkt auch daran, dass der erste Teil einfach mal umbenannt wird und ein neues Cover bekommt?). Da der Auftakt zur Trilogie um Feyre wie ein Mix aus beidem ist, müsste ich also sehr glücklich damit sein… eigentlich.

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Die Welt in ACOTAR ist grob in das Reich der Mensch und der Feen aufgeteilt, wobei diese nach einem Krieg vor mehreren Jahrhunderten voneinander abgeschirmt sind. Feyre ist die Alleinversorgerin ihrer verarmten Familie und tötet aus Versehen bei der Jagd eine Fee in Wolfsgestalt. Die Strafe hierfür? Sie muss fortan im Feenreich leben, dass durch einen Fluch heimgesucht wird.

Vielleicht muss man Sarah J. Maas sehr mögen oder einfach noch nichts von ihr gelesen haben, damit man A Court of Thorns and Roses mag? Vom Buchaufbau her erkennt man ihre Handschrift auf alle Fälle sofort: Wie in Throne of Glass braucht es ewig, bis die Handlung ins Rollen kommt, und es werden lieber Behauptungen in den Raum gestellt, als das einfach mal etwas gezeigt wird. Das fängt mit Feyre’s Jagdkünsten an und zieht sich dann weiter durch das komplette Buch. Ihr ganzer Charakter bleibt während des ganzen Buches sehr unsympathisch. Obwohl immer wieder betont wird, dass sie eine schwache Sterbliche ist, begeht sie immer wieder halsbrecherische Aktion ohne Kratzer davonzutragen, hört einfach 90 Prozent der Zeit nicht zu und denkt absolut nicht nach. Dazu sind die meisten Nebencharaktere generell einfach spannender und besser gezeichnet als sie und Tamlin.

“It’s a rare day indeed when someone thanks you for bringing them to their death.”

Wenn man die Geschichte um Die Schöne und das Biest zumindest etwas kennt, weiß man, dass Liebe eine große Rolle spielt. Liebe kommt auch in unterschiedlichen Formen in ACOTAR vor, wobei die Chemie nirgends rüber kommt. Warum sich Feyre so viel für ihr Biest antut? Ist mir ein Rätsel, aber ihre Liebe für ihn ist halt da. Maas deutet schon relativ früh im Text an, dass es hier etwas expliziter als in Jugendbüchern üblich zugeht, was generell auch mal eine nette Abwechslung ist (und Feyre ist ja auch schon Neunzehn!), aber es gleitet teilweise in ungute Bereiche ab.

So schön es für die Autorin natürlich ist, einen Deal für eine Trilogie zu bekommen – manche Bücher sollten für sich stehen.Man merkt ganz oft die Grundsteinlegung von Handlungssträngen, die erst in den nächsten Bänden aufgegriffen werden sollen. Und gerade ein Handlungsbogen ist nicht im geringsten spannend, weil Band 2 und 3 ja noch kommen und ergo keine Gefahr für den Hauptcharakter besteht. Es ist wirklich frustrierend zu sehen, wie viel besser das Buch sein könnte, wenn es gestraffter und leicht umgeschrieben wäre (z. B. nur Seelie- und Unseelie-Hof statt diverser Höfe).

Der Folgeband, A Court of Mist and Fury, ist Anfang Mai erschienen. Wirkliche Lust darauf, diese Reihe weiterzulesen habe ich aber nach dem schwachen ersten Teil nicht. Da schaue ich lieber zum x-ten Mal den Teaser Trailer für die neue Realverfilmung von Die Schöne und das Biest beziehungsweise gleich das wunderschöne La Belle et la Bête!


BUCHDETAILS

Verlag: Bloomsbury Children’s
ISBN: 9781408857861
Erscheinungsdatum: 05.05.2015
Rating: 2/5

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