[Gelesen] Down with the Shine

Ob man Kate Karyus Quinn und ihre verqueren Bücher mag, ist wahrscheinlich immer Geschmackssache – ich liebe sie! Down with the Shine ist ihr neuestes Buch, und auch wieder herrlich abgedreht.kkq-dwts.jpg

Sei vorsichtig, was du dir wünscht…

Lennie’s Familie ist anders. Ihr Vater ist ein berüchtigter Krimineller auf der Flucht, und gemeinsam mit ihrer zurückgezogenen Mutter lebt sie bei ihren drei Onkeln. Die Familie hält sich durch das Handeln mit Moonshine (selbstgebrautem Alkohol) -ihrer „Familientradition“- über Wasser, und ist dafür auch in der Stadt bekannt. Als die große jährliche Abschlussparty des Schuljahres ansteht, erhofft Lennie, sich mit dem Mitbringen von etwas Moonshine ihre Eintrittskarte bei den beliebten Mitschülern zu sichern: Wie es die Tradition verlangt, stößt sie während des Abends mit jedem, der will, auf einen ausgesprochenen Wunsch mit dem Moonshine an… und muss feststellen, dass diese am nächsten Morgen zur Realität geworden sind.

“I wish,” he says, his voice pitched low but easily reaching the ears of everyone in that hushed kitchen. “To be there when you get what you deserve.”

Mir hat die Idee zu Lennie’s Geschichte an sich schon sehr gefallen, und ich empfinde es als gut, dass Quinn sich nicht tot erklärt. Es gibt die Menschen mit speziellen Fähigkeiten in ihrer Buchwelt einfach, punkt, und Lennie muss halt nur die Regeln ihrer Kräfte auf die harte Tour lernen. Die Jugendlichen wünschen sich alles mögliche während der Party, aber da niemand auf die genaue Formulierung achtet, geht kaum ein Wunsch nicht nach hinten los. Alles rückgängig zu wünschen, ist auch keine Option, und so muss Lennie mit Smith im Schlepptau (ein Junge, der ihre Hand nicht mehr los lassen kann) nach einer anderen Lösung suchen.

“One doesn’t nap in the middle of a shit storm.”

Neben dem Wunschdebakel interessieren sich auch auf einmal Menschen für Lennie und ihre Fähigkeiten, auf die sie gut verzichten könnte, und es gilt den Mord ihrer besten Freundin einige Monate vor Handlungsbeginn des Buches aufzuarbeiten. Obwohl Down with the Shire mit 355 Seiten jetzt nicht übertrieben lang ausfällt, wirkt die Handlung zu keinem Zeitpunkt gehetzt oder überladen: Die verschiedenen Handlungsstränge greifen wie kleine Rädchen ineinander und man weiß eben so wenig wie Lennie, was als nächstes kommen wird.

Diese leicht surrealen, irgendwie-zeitgenössisch-aber-dann-doch-nicht Geschichten von Quinn machen auch in der dritten Runde großen Spaß. Down with the Shine kommt zwar nicht ganz an (Don’t You) Forget About Me heran, aber es hat mich so gefesselt, dass ich es in einem Rutsch durchlesen musste. Zu Beginn war ich etwas unsicher, ob der ganze Handlungsstrang zum Mord von Dylan nicht etwas zu viel ist (und man hätte hier vielleicht noch etwas mehr herausholen können), aber gerade in Anbetracht der Auflösung funktioniert es gut. Die ausgesprochenen Wünsche führen zu mal sehr komischen, mal traurigen Szenen, und ich konnte mir die Party und alle Teilnehmer selbst sehr, sehr gut vorstellen. Es gibt zwar wieder einige typische Highschoolgestalten und -taten, aber durch die Überraschungen am Morgen werden die Stereotypen wieder über den Haufen geworfen. Der Humor ist immer eher dunkler, geht aber nur sporadisch komplett ins Schwarze über… in einem Wort würde ich Down with the Shine mit „skurril“ beschreiben. Ich glaube, wenn einen die Ausgangssituation anspricht und man das Skurrile im Hinterkopf behält, wird man mit diesem Buch auf alle Fälle seinen Spaß haben . Und für den unwahrscheinlichen Fall, dass man doch mal eine Wunderlampe finden sollte, lernt man auch gleich, was man mit seinen Wünschen lieber bleiben lassen sollte 😉


BUCHDETAILS

Verlag: HarperTeen
ISBN: 9780062356048
Erscheinungsdatum: 26.04.2016
Rating: 5/5

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