[Gelesen] The Graces

Schönes Cover, interessant klingender Klappentext – aber ich war mir trotzdem nicht ganz sicher, ob ich The Graces von Laure Eve lesen mag. In der letzten illumicrate war die Taschenbuchausgabe enthalten, sodass mir die Entscheidung netterweise abgenommen wurde… Generell bin ich bei The Graces von Laure Eve aber immer noch hin und her gerissen, was meinen Gesamteindruck anbelangt.
thegraces

“At first, I’d thought moving to this town was punishment for what I’d done.”

Ein junges Mädchen zieht mit ihrer Mutter in eine Küstenstadt. Als Leser kennen wir ihren Namen nicht und es dauert ein paar Kapitel bis sie den Namen River annehmen wird. Die exzentrische Familie Grace lebt in dieser Stadt und es wird gemunkelt, sie seien Hexen. Drei Kinder dieser Familie gehen mit River zusammen zur Schule und bilden die „Graces“: Thalia, Summer und Fenrin. Jeder will so sein wie die drei und jeder möchte mit ihnen befreundet sein – auch River. Und genau an dem Punkt fangen die Probleme an, denn Rivers Wunsch nach dieser Freundschaft gleitet immer mehr in eine Obsession ab.

The Graces ist ein sehr langsames, gemächliches Buch. Bis die Geschichte so wirklich zu Potte kommt, braucht es leider tatsächlich knapp 250 Seiten und nötigt einem doch etwas Sitzfleisch ab. River ist zudem ein etwas schwieriger Hauptcharakter. Von ihrer Vergangenheit erfährt der Leser nur bruchstückhaft, ihr Verhalten springt hin und her. Es kommt immer wieder ein ungutes Gefühl beim Lesen auf, da man ihrer Erzählung nicht ohne groß nachzudenken vertrauen kann. River glorifiziert die Graces über alle Massen und will um jeden Preis ein Teil dieser Gruppe werden. Es gibt so mehrfach Szenen, in denen sie sich bewusst verstellt, nur um den anderen zu gefallen. Die Graces selber werden erst durch River und ihrer Übersteigerung der Charaktere interessant. Angefeuert durch die Stimmung in der Stadt und Schule glaubt River bedingungslos daran, dass es sich wirklich um Hexen mit entsprechenden Regeln, Elementen und Zaubern handelt. Eine der zentralen Mysterien von The Graces ist daher auch die Frage, inwiefern dies der Wahrheit entspricht oder nur eine Wahnvorstellung von River ist. Mir hat dieser Punkt fast am meisten gefallen, weil man als Leser durch River natürlich eine bestimmte Marschrichtung erhält, aber ihre eigene Argumentation sehr dünn ist.

Was Laure Eve wirklich gut schafft ist die Wendung und das Finale des Buches. Wenn man The Graces bis zu diesem Punkt nicht genervt zuschlagen und in die Ecke geworfen hat, wird man definitiv entlohnt. Die letzten fünfzig Seiten kamen sehr unerwartet und ich hätte am liebsten sofort den zweiten Teil hinterher gelesen. Der zweite Band der Dilogie sollte auch von Beginn an mehr begeistern können, jetzt, wo man River bereits weitestgehend kennengelernt hat und diese langsame Enthüllung ihres Charakters nicht mehr benötigt.

Ich kann mich partout nicht mehr daran erinnern, wo ich den Vergleich gelesen habe, aber im Zusammenhang mit diesem Buch fallen immer zwei Stück: Twilight und The Craft (dt.: Der Hexenclub). Beides passt erstaunlich gut und gerade auf einen Filmabend mit The Craft hatte ich nach der Lektüre direkt wieder Lust!


BUCHDETAILS

Verlag: Faber & Faber
ISBN: 9780571326808
Erscheinungsdatum: 01.09.2016
Bewertung: 3.5/5

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