[Gelesen] Der Sommer, der uns trennte

NM4eva- das ist die Losung von Nate und Middie. Seit gut zehn Jahren kennen die beiden sich, fünf davon haben sie als Paar verbracht. Die beiden sind das absolute Traumpärchen und haben ihr gemeinsames Leben bereits durchgeplant, inklusive gemeinsamen Studium, Heirat und Kindern. Während Middie noch ihr Abschlussjahr vor sich hat, will Nate für ein Jahr als Entwicklungshelfer in Honduras arbeiten, bevor es gemeinsam an die Uni geht. Kurz nach seiner Ankunft kommt es dort zu einem Zwischenfall und die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass Nate diesen nicht überlebt hat. Middies Welt stürzt daraufhin in Der Sommer, der uns trennte zusammen und nur Nates bester Freund Lee scheint sie noch zu verstehen.
catjordan-dersommerderunstrennteIn ihrem Debüt beschäftigt sich Cat Jordan sehr behutsam mit diesem schrecklichen Verlust eines geliebten Menschen, der ihre Protagonistin Middie (kurz für Meredith) da trifft. Schon vor der Abreise von Nate nach Honduras ist die Vorstellung, nach zehn Jahren den anderen nicht einfach sehen oder zu jeder Zeit erreichen zu können, für Meredith kaum möglich. Jordan schafft es in wenigen Kapiteln dieses Paar mit seinem Wir-Gefühl gut zu vermitteln. Dass Meredith der Boden unter den Füßen weggezogen wird, als aus dem Wir auf einmal ein Ich wird, ist für mich auch definitiv der spannendste Aspekt im Buch!

Ihre Umwelt hat zwar anfangs Verständnis, aber natürlich gehen Außenstehende schnell wieder zur Tagesordnung über und so ist Meredith relativ schnell allein mit ihrer Trauer. Der einzige, mit dem sie wirklich offen über alles reden kann, ist der beste Freund von Nate – Lee. Obwohl sie nur Nate gemeinsam haben und ansonsten grundverschieden sind, funktionieren die Interaktionen zwischen ihnen sehr gut. Lee ist ein sehr direkter Charakter, der einen auch schon mal vor den Kopf stößt und ist mal ein etwas anderer Jugendbuchprotagonist. Mir hat sowieso gefallen, wie glaubhaft Jordan ihre Hauptcharaktere und Dialoge geschrieben hat.

Atme
War es wirklich so einfach? Ich atmete tief ein und spürte einen Schluckauf in meiner Brust. Dann atmete ich langsam aus. Ich dachte an die Fahrt auf Lees Vespa, an den Wind, der meine Tränen weggetragen hatte.
Und ich atmete. – S. 69

Wenn man den Klappentext von Der Sommer, der uns trennte liest, kann man sich sicherlich schon einen Teil der Handlung denken und es kommen auch nicht viele Überraschungen auf einen zu. An einem Punkt hatte ich kurz die Hoffnung, dass Jordan eine andere Richtung einschlägt, finde die Geschichte aber insgesamt in sich stimmig. Es ist ein Buch, bei dem man gut den Kopf etwas ausschalten und die Geschichte genießen kann. Das ist gerade bei Merediths Umwelt auch nötig, denn durch den Fokus der Geschichte wirkt diese doch sehr passiv und reagiert in einigen Situationen etwas fragwürdig. Zum Ende hin hätten es gerne noch ein paar mehr Seiten sein dürfen, da es auf einmal alles sehr schnell geht… Für ein Erstlingswerk muss sich Der Sommer, der uns trennte aber definitiv nicht hinter anderen Titeln verstecken.

Vielen Dank an Blogg dein Buch und HarperCollins ya! für das Rezenssionsexemplar!


BUCHDETAILS

Verlag: HarperCollins ya!
ISBN: 9783959670371
Kaufen? Hier lang.
Erscheinungsdatum: 15.08.2016
Bewertung: 3/5

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