[Gelesen] Last Descendants

Wenn es eine Sache gibt, die ich wirklich unheimlich gerne mag und alle meine Mitmenschen mit nerve, dann ist es das Assassin’s Creed Universum. Mich sprechen die Geschichte, Charaktere und der Einbezug von realen historischen Begebenheiten vollkommen an und ich freue mich immer wieder, wenn es Neues dazu gibt. Dieses Jahr setzten die Hauptspiele zwar aus, aber dafür gibt es abgesehen vom kommenden Film wirklich unendlich viel Lesestoff. Neben Titeln mit Filmbezug sowie diversen Comics und Romanen gibt es auch einen Vorstoß in den Bereich Jugendbuch: Die Reihe Last Descendants, geschrieben von Matthew J. Kirby. Bisher sind zwei Bücher und ein Spin-Off Comic in dieser Reihe angekündigt:

Ende August erschien bereits der erste Band, den ich mit Begeisterung gelesen habe. Zwar gehöre ich zu der kleinen Fraktion, die Oliver Bowdens Bücher nicht komplett zerreißt, aber es ist angenehm, mal andere Schriftsteller in dieser Welt arbeiten zu sehen und mit Kirby ist für die Jugendbücher eine wirklich gute Wahl getroffen worden!

Das Buch liest sich super, wenn auch leider viel zu schnell… Ausgangspunkt für die Handlung ist der fünfzehnjährige Owen. Sein Vater ist einige Jahre zuvor im Gefängnis gestorben und er glaubt fest daran, dass er zu Unrecht überhaupt inhaftiert wurde. In der Schule geht das Gerücht um, dass der IT Beauftragte Monroe Zugang zu einem Animus* ermöglichen kann und Owen hat die fixe Idee, dass er damit die Unschuld seines Vaters beweisen könnte. Mit der Unterstützung seines Freundes Javier schafft Owen es, ein Treffen mit Monroe zu arrangieren, bei dem beide Jungen in die Erinnerung ihrer Vorfahren eintauchen – danach bricht sprichwörtlich die Hölle los.ac-last-descendants

Your future lies in the past.

Wie in der Spielereihe vermischt Last Descendants einen modernen Handlungsstrang mit Ereignissen in der Vergangenheit. Dazu kehren wir als Leser gemeinsam mit den jugendlichen Charakteren im Verlauf der Geschichte an einen Schauplatz zurück, der im dritten Teil der Hauptreihe schon mal eine Rolle spielte: New York. 1863 brodelt es im Zuge der Draft Riots (=Einberufungskrawalle) in der Stadt und sowohl Templar als auch Assassinen treiben sich in der Stadt herum.

Neben Owen und Javier bringt Monroe noch vier weitere Jugendliche in der Gruppe zusammen: Grace, David, Natalya und Sean. Im ersten Moment sind sechs Hauptcharaktere für so eine Reihe etwas viel, andererseits ermöglichen sie dadurch aber auch sechs verschiedene Sichtweisen auf die Ereignisse in der Vergangenheit. Das ist nämlich eigentlich die große Neuerung, die die Buchreihe dem Franchise bringt: Mehrere Personen können die Animus Session teilen, da sich die Wege ihre Vorfahren vermehrt in dieser Zeit gekreuzt haben.So oder so ähnlich erklärt Monroe zumindest das Ascendance Event – wie das weiter aufgedröselt wird, muss der nächste Band noch zeigen. Seans Charakter wird durch den Comic bereits weiter ausgebaut und ich hoffe, dass man im nächsten Band die anderen Jugendlichen ebenfalls noch etwas stärker beleuchtet.

„Basically, I think the Assassins and Templars are both wrong.“ ― Monroe

Etwas, was mir an diesem Buch unheimlich gut gefallen hat, ist, wie man einfach mit einem frischen Blick in diese Welt hineingeworfen wird. Jugendliche sehen natürlich nicht sofort die großen Konflikte und Ideologien, sondern eine spannende Technologie. Keiner von den sechs ist in einen der Ordern hineingeboren, ihre Vorfahren stehen auf unterschiedlichen Seiten – dadurch entfällt von vornherein die typische Schwarz-Weiß-Zeichnung der Templar und Assassinen und man weiß nicht, wer von den Erwachsenen vertrauenswürdig ist. Gerade Monroe bringt ein paar spannende Punkte zu den beiden Gruppierungen, die mir gefallen haben, gerade, weil die tiefere Auseinandersetzung mit den Ideologien meistens etwas kurz kommt in den Spielen.

Es hätte sicherlich noch etwas mehr historischer Kontext in den Handlungsstrang von 1863 einfließen können, aber für die eigentliche Zielgruppe von Siebt- bis Neuntklässlern ist die Mischung von Historie und Fiktion gut gewählt. Für Kenner der Reihe gibt es zahlreiche Anspielung an bereits bekannte Charaktere, wodurch das Universum noch etwas verwobener wirkt. Ich bin auf jeden Fall gespannt darauf, wie es im nächsten Band weitergeht und hoffe sehr, dass noch einige weitere Bände folgen – in Italien ist zumindest bereits ein dritter Band angekündigt worden!

*ein Animus ist eine Maschine, die Erinnerungen von Vorfahren, welche in der DNA ‚gespeichert‘ sind, auslesen und erlebbar machen kann.


BUCHDETAILS

Verlag: Scholastic Inc.
ISBN: 9780545855518
Erscheinungsdatum: 30.08.2016
Buchtrailer | Rating: 5/5

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