[Gesehen] The Lizzie Bennet Diaries

Die Zeit, die rennt… abgedroschen, aber immer wieder wahr. Vor bereits fünf Jahren, am 9. April 2012, ging die erste Folge der wundervollen Webserie The Lizzie Bennet Diaries online. Knapp ein Jahr  konnte man der Geschichte um Lizzie, ihre Schwestern und dem berüchtigten Darcy folgen, bis die Serie am 28. März 2013 mit der hundertsten Folge endete. Webserien, das ist etwas, was in den USA als Format schon länger angekommen ist. In Deutschland fängt es jetzt langsam mit Serien wie Wishlist an sich zu entwickeln – ein spannendes Format mit viel Potential ist die Webserie als solche aber auf jeden Fall!

Vlogs, Vorurteile, aber keine Zombies

Elizabeth „Lizzie“ Bennet ist eine Studentin, die irgendwas mit Medien (bzw. sie studiert ‚mass communications‘ aber ich wüsste nicht, welchem Studiengang das bei uns am ehesten entspricht?) studiert und für ihre Abschlussarbeit mit dem Vloggen beginnt. Die einzelnen Vlogs variieren dabei in ihrer Länge von 2 bis 8 Minuten und werden hauptsächlich in Lizzies Zimmer aufgenommen. Dazu werden häufig die Ereignisse der letzten Tage durch Lizzie, ihre Schwestern und Freunde mit Hilfe von Requisiten nacherzählt und man lernt die tatsächlichen Charaktere erst nach und nach kennen. Gerade bei Charakteren wie Darcy, Bing Lee oder Wickham hört man im Vorfeld erst mal eine ganze Menge über sie, bevor es die Schauspieler das erste Mal im Vlog zu sehen gibt. Neben Lizzies Vlogs ergänzen Vlogs von anderen Charakteren wie Charlotte oder Gigi die Handlung etwas, wobei die Vlogs von Lydia am wichtigsten sind.

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„My year long video diary of my sisters, my best friend Charlotte, and eventually a guy named Darcy.“

Stolz und Vorurteil von Jane Austen ist ein herrlicher Klassiker, der immer wieder und wieder neu aufbereitet wird. The Lizzie Bennet Diaries ist eine sehr moderne Interpretation, die aber in ihrem Format super umgesetzt ist. Die Handlung bleibt dabei trotz einiger Änderungen erstaunlich nahe am Original und die Folgen haben eine angenehme Länge. Abgesehen von den tollen Schauspielern und Dialogen gefällt mir besonders an dieser Adaption, wie die Handlung um Lydia aufbereitet wird: Durch die zeitgemäße Analogie wird ihr Charakter (zumindest für mich) das erste Mal verständlich und sympathisch.

Durch die Laufzeit von knapp einem Jahr waren auch die zeitlichen Entwicklungen super greifbar und man hat richtig mit den Charakteren mitgefiebert. Eigentlich schade, dass die Produzenten das mit keiner der folgenden Webserien wieder so gut hinbekommen haben. Denn egal, ob man die klassischen Stoffe im Vorfeld bereits kennt oder nicht: Klassiker als Webserie bieten eine ganz neue Möglichkeit, sich den Texten zu nähern.

Es ist eine allgemein anerkannte Wahrheit, dass Bücher immer eine gute Idee sind

Bei DFTBA gibt es eine Handvoll Fanartikel zu The Lizzie Bennet Diaries, wobei die Preise leider etwas wehtun. Vor allem von der DVD-Box würde ich eher abraten, da ihr euch die eher selber zusammenstellen könnt – die Gestaltung ist nicht besonders hochwertig und ich musste damals erst mal neue Hüllen kaufen, da diese beim Versand gebrochen waren. Und es ist ja nicht so, als könnte man die Serie nicht komplett online ansehen 😉

Ganz nett finde ich allerdings die Bücher, die zur Webserie erschienen sind:

    1. Pride and Prejudice – The Lizzie Bennet Diaries Edition
      Eine Sonderausgabe von Jane Austens Text mit einem Vorwort von Hank Green. Leider absolut nicht mein Cover, mal abgesehen davon, dass ich den Klassiker schon in einer anderen Ausgabe hier habe. Aber die Idee ist gut!
    2. The Secret Diary of Lizzie Bennet | Das geheime Tagebuch der Lizzie Bennet
      Im Prinzip erzählt der Roman noch mal die Ereignisse aus der Webserie nach, wobei man einen etwas größeren Einblick ins Unileben von Lizzie und wie es überhaupt zu den Vlogs kommt bekommt. Das es als Tagebuch von Lizzie aufbereitet ist, finde ich eine schönere Idee als es in einen normalen Roman umzuarbeiten – dafür gibt es schließlich bereits den Klassiker. Dieses Buch ist sowohl auf Englisch als auch Deutsch erschienen.
    3. The Epic Adventures of Lydia Bennet
      Zu diesem Buch habe ich bereits letztes Jahr einen Beitrag geschrieben und ich mag es tatsächlich einen großen Ticken mehr als The Secret Diary of Lizzie Bennet. Hier wird Lydias Geschichte weitererzählt und ich liebe es, wie wunderbar die Autorinnen Mary Kate Wiles‘ Version von Lydia eingefangen haben.

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Egal, ob nur für ein paar Episoden oder die komplette Playlist mit allen Nebenvideos: Ich tauche auch noch nach fünf Jahren unheimlich gerne in diese Adaption von Stolz und Vorurteil ab und kann sie jedem nur ans Herz legen. In diesem Sinne:

Happy 5th Birthday, The Lizzie Bennet Diaries!

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