[Gelesen] The Complete Double Dead

Was passiert eigentlich, wenn in einer Zombieapokalypse neben den lebenden Toten noch andere Untote ihr Unwesen treiben? Chuck Wendig hat sich diese Frage für seinen Roman Double Dead gestellt. Herausgekommen ist ein wunderbar verrücktes Abenteuer, in dem der Leser gemeinsam mit dem Vampir Coburn aufwacht und erstmal die Welt nicht mehr versteht.

The Complete Double Dead

No life, no blood. No blood, no food. That was not good news. | Seite 18

Willkommen in der schönen neuen Welt

Coburn hat das Glück (Pech?), dass er wortwörtlich den Ausbruch der Zombieapokalypse verschläft. Als er zu Beginn des Buches aufwacht, ist es daher erstmal eine unschöne Überraschung, dass New York nicht mehr die gewohnte Millionenmetropole voller potentieller Blutspender ist. Zombieblut ist totes Blut und auch ein Vampir leidet Hunger. Was also tun? Coburn muss die überlebenden Menschen finden und generell überlegter an seine Nahrungsbeschaffung herangehen… was leichter gesagt als getan ist.

Mir hat die Grundidee von Vampir trifft auf Zombies bereits unglaublich gut gefallen und habe mich sehr auf die Lektüre gefreut. Wendig hat einen ganz eigenen Humor und es dürfen auch schon mal ein paar Schimpfwörter fallen, wenn es die Situation hergibt. Das kannte ich bereits aus den Miriam Black Büchern und Wendig trifft einfach wieder das richtige Maß hierfür. Man merkt dem Roman auch kaum an, dass es sich hier um das Debüt des Autors handelt: Die Handlung ist durchgängig logisch und gut ausgearbeitet, und das Buch liest sich flüssig.

Der Weg nach Nirgendwo

In den zwei Jahren seit Ausbruch der Zombieapokalypse haben sich bereits einige Gruppen zusammengeschlossen, die nach ganz eigenen Regeln leben: Auf der Reise durch die USA trifft Coburn sowohl auf einige Weggefährten als auch potentielle Feinde. Vor allem eine kleine Gruppe Überlebender spielt dabei eine große Rolle, ebenso wie ein Hündchen, dass Coburn grummelig in sein totes Herz schließt. Da Wendig den Vampir aber trotz Wandlung in jedem Abschnitt unberechenbar agieren lässt, driftet die Geschichte nie in komplette Klischees oder Altbekanntes ab und das Ende ist nie vorhersehbar.

Eine Schwierigkeit bei einer Geschichte über Zombies ist allerdings immer das Ende. Wenn erst einmal die Zombies da sind, sind die Entwicklungen nicht einfach umkehrbar. Double Dead leidet daher wie viele ähnliche Geschichten etwas darunter, ein passables Ende für Coburns Abenteuer zu finden. Wendig hat eine Novella, Bad Blood, geschrieben, welche nach den Ereignissen des Romans ansetzt und das ganze etwas abrundet. In The Complete Double Dead sind sowohl der Roman als auch die Novella enthalten, und ohne diese knapp 107 Seiten starke Ergänzung wäre mir der Schluss doch etwas platt vorgekommen.

One step in front of the other.
One drop of blood at a time. | Seite 112

Ich könnte mir Coburns Abenteuer wunderbar als Film oder kleine Miniserie, ja, vielleicht sogar als Comic vorstellen und bin fast traurig, dass Wendig sich nicht weiter mit diesem Charakter beschäftigt hat. Die Regeln, nach denen Vampire und Zombies in diesem Roman funktionieren, haben mir sehr gut gefallen und es war durchweg einfach mal frischer Wind in einem Genre, wo man gefühlt schon alles drin gesehen bzw. gelesen hat. Sicherlich ein Buch, dass die kommenden Jahre immer mal wieder um Halloween herum von mir aufgeschlagen wird – und sei es nur, um in ein paar von Coburns sarkastischen Sprüchen zu schmökern.


BUCHDETAILS

Verlag: Abaddon
ISBN: 9781781084212
Erscheinungsdatum: 09.02.2016
Rating: 4/5

 

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