[Gelesen] This Monstrous Thing

Mackenzi Lee war dieses Jahr bereits durch ihren Titel Cavaliersreise. Bekenntnisse eines Gentlemans (engl. The Gentleman’s Guide to Vice and Virtue) in aller Munde und es stehen noch einige spannende Projekte der Autorin an, auf die wir uns die nächsten Jahre freuen dürfen: Sei es jetzt die Fortsetzung zu CavaliersreiseThe Lady’s Guide to Petticoats and Piracy, eine Sammlung von 52 Lebensgeschichten vergessener Frauen der Weltgeschichte in Bygone Badass Broads: 52 Forgotten Women Who Changed the World, ein Jugendbuch zu Marvels Loki oder oder oder. Cavaliersreise hat mir Spaß gemacht, auch wenn ich nicht absolut aus dem Häuschen war wie viele andere – und als Lees Debütroman This Monstrous Thing im Oktober im Angebot war, habe ich ohne groß zu überlegen zugeschlagen. Vielleicht nicht die klügste Idee…

This Monstrous Thing

Von Uhrwerk und Wiederbelebung

Retellings oder Nacherzählungen erfreuen sich im Jugendbuchbereich großer Beliebtheit, und auch bei This Monstrous Thing handelt es sich um solch eine Geschichte. Lee verarbeitet hier Elemente aus Mary Shelleys Frankenstein, wobei Uhrwerk und Mechanik eine große Rolle spielen. Hier liegt für mich auch beinahe schon die größte Hürde, denn weder mochte ich Frankenstein besonders, noch konnte ich mir genau vorstellen, wie diese Uhrwerkidee genau funktionieren soll. Es ist auf der einen Seite sehr fantastisch und bleibt auf der anderen Seite doch relativ fest in der Realität verankert. Man merkt Lee teilweise an, dass sie sehr viele Ideen in diesem Buch unterbringen wollte, und dabei manches zu kurz kam – denn die eigentliche Nacherzählung vermischt sich schnell mit einem weiteren Element: Mary Shelley selbst.

Ein Buch im Buch

Bei ihrer Recherche zum Buch hat sich Mackenzi Lee natürlich auch mit der Autorin von Frankenstein beschäftigt und das Leben von Mary Shelley ist einfach unglaublich faszinierend. So kommt es, dass sie als Charakter hier eine große Rolle spielt und das Buch Frankenstein selbst auftaucht. Mir hat dieser Bruch nicht gut gefallen, da ich an diesem Punkt eigentlich gerade mit der Nacherzählung warm wurde und je mehr es in diese Richtung ging, desto mehr habe ich mir gewünscht stattdessen ein eigenständiges Buch über Mary Shelley von Lee zu lesen. Tatsächlich war die Begeisterung der Autorin später im Nachwort einer der Gründe, warum ich mir nun die Biografie Romantic Outlaws: The Extraordinary Lives of Mary Wollstonecraft and Her Daughter Mary Shelley von Charlotte Gordon bestellt habe.

Erwartungen

This Monstrous Thing ist einer dieser Fälle, wo ich einfach nicht die richtige Zielgruppe war. Es gibt zwar ein paar Schwachstellen im Text, wo man im Vergleich zu Cavaliersreise bereits merkt, dass Lee sich in der Zwischenzeit weiterentwickelt hat, aber es ist nicht per se ein schlecht geschriebenes Buch. Dass es sich aber um keine reine Nacherzählung handelt, war mir nicht direkt klar, und so stehen natürlich teils auch andere Fragen und Probleme für die Figuren im Vordergrund. Es wird zwischendurch sogar etwas über die Unterschiede der Handlungen im Buch gesprochen! Das ich die Vorlage nicht gerade mochte, hilft da natürlich ebenfalls nicht. Wer Lust auf eine Geschichte mit leichten Steampunk-Elementen und solch Anachronismen hat, wird mit This Monstrous Thing sicher seine Freude haben. Ich warte lieber auf die kommenden Titel der Autorin und werde diesen Titel wieder aussortieren.

„Perhaps I’m the monster. Perhaps we all are.“ – S. 290


BUCHDETAILS

Verlag: Katherine Tegen
ISBN: 9780062382771
Erscheinungsdatum: 22.09.2015
Rating: 2/5

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