[Gespielt] Assassin’s Creed: Origins

Wer mir bereits länger folgt, wird unweigerlich mitbekommen haben, dass ich das Assassin’s Creed Franchise unglaublich gerne mag und aktiv in den verschiedensten Medien verfolge. Paradoxerweise habe ich aber durch Computerprobleme und den recht späten Erwerb meiner ersten Konsole noch keines der Hauptspiele selber durchgespielt. Dank dem ersten Assassin’s Creed bin ich erst so richtig auf das Schauen von Let’s Plays gekommen und habe alle Teile der Reihe bisher so erlebt. Für Assassin’s Creed Origins (im Folgenden nenne ich es nur noch Origins) wollte ich jetzt aber doch einmal den Versuch wagen, es komplett selber zu spielen und keine Videos zu schauen… und nach 35,5 Stunden in gut einem Monat ist die Hauptquest nun beendet und das erste DLC steht ins Haus. Mit dem Spiel hatte ich unglaublich viel Spaß, aber es gibt trotzdem ein paar Dinge, die besser hätten sein können… Ich werde zuerst allgemein einige Punkte erwähnen, bevor es etwas in den Spoilerbereich geht. Assassin’s Creed: Origins ist seit dem 27. Oktober 2017 für PlayStation 4, Xbox One und Microsoft Windows erhältlich.

Assassin's Creed Origins

Einfach ist einfach ist einfach

Meine größte Sorge im Vorfeld war der Schwierigkeitsgrad. Die PS3 habe ich 2014 wegen WATCH_DOGS, einem anderen Ubisoft Titel gekauft, und das Spiel nie beenden können: Ich hing einfach an einer doofen Mission fest, egal, wie oft ich es probiert habe. Das hat gefrustet und nur dazu geführt, dass ich es einige Zeit später wieder verkauft habe. Origins habe ich auf dem Schwierigkeitsgrad Einfach durchgespielt und hier trifft die Beschreibung „Ich will ohne große Schwierigkeiten die Story sehen. Nehmt Rücksicht auf mich.“ wirklich zu! Wenn man sich an die Faustregel hält, immer das vorgeschlagene Level eines Gebiets bzw. einer Quest zu berücksichtigen oder maximal ein, zwei Level darunter zu bleiben, ist alles gut. Bosskämpfe waren absolut kein Problem, nur die Seeschlachten haben ein paar Anläufe mehr benötigt bis ich den Bogen raus hatte. Für jemanden wie mich, der seine gespielten Konsolenspiele an einer Hand abzählen kann, war das sehr ermutigend und hat mich nochmals viel vertrauter mit dem Controller an sich gemacht.

Kennst du eine, kennst du alle

Das manche Quests sich ähneln, ist klar. Gerade die Garnisonen haben mir aber spätestens nach der dritten nicht mehr wirklich Spaß gemacht und die unterschiedlichen Banditenlager und co. gingen in die gleiche Richtung. Hält man sich an die Level-Faustregel kann man (zumindest auf Einfach) durch diese ohne Schwierigkeiten durchgehen und alle Gegner töten, wenn sich diese in den Weg stellen. Die einzige Ausnahme war da die Mission von Aya, aber zu ihr komme ich später nochmal. Viele der Nebenquests verliefen sehr ähnlich und obwohl alles eingesprochen wurde, hört man irgendwann nur noch mit halben Ohr zu. Es gibt eine Stelle im Spiel, wo man wirklich stumpf mehrere Stunden nur leveln muss, bevor es mit der Hauptquest weitergehen kann, und ein, zwei anders angelegte Nebenquests hätten dem ganzen da gut getan.

Die Handlung tappt im Dunkeln

Wie eigentlich mittlerweile üblich, ist auch zu Origins ein Roman von Oliver Bowden erschienen. Gut zwei Wochen vor dem Spiel konnte man die Geschichte lesen, was auch Sinn macht: In Desert Oath (dt. Der Eid) erfährt man die Vorgeschichte von Bayek und Aya, und was es eigentlich mit den Medjay auf sich hat. Ohne dieses Vorwissen könnte der Anfang des Spiels etwas… merkwürdig auf Spieler wirken, denn es gibt keine Erklärungen. Die Hauptquest benötigt ein, zwei Stunden um in Gang zu kommen, und im Allgemeinen ist der zeitliche Verlauf der gesamten Handlung innerhalb von gut fünf Jahren (49 bis 44 v. Chr.) nicht immer offensichtlich. Mit mehr Ergänzungen von Aya könnte es vielleicht runder wirken und ich finde es wirklich schade, dass sie so wenig genutzt wurde. Bayek macht mit seiner sympathischen Art zumindest viel wett, und ich bin gerne mit ihm durch Ägypten gereist. Zum Ende der Hauptquest hin gibt es immer mehr und mehr Sprünge und rasante Entwicklungen, die teilweise zu rasant waren – die Motivation einige Charaktere bzw. des Ordens an für sich bleibt da auf der Strecke. Das Origins bezieht sich klar auf die Assassinen und es ist fast schon ironisch, dass es hier mit dem Tod einer geliebten Personen und der Vergeltung dafür beginnt.

„From darkness we have come and in darkness we shall stay. Humans are not meant to last forever. But this Creed will.“ | Auszug aus Aya’s letter, Hauptquest Birth of the Creed

Aya steht für Anfang

Im Vorfeld zu Origins habe ich mich vor allem auf Aya gefreut. Mit den letzten Titeln im Franchise sind immer mehr und mehr weibliche Charaktere eingebunden worden, und sie wirkte wie eine gute Ergänzung dazu. Im Roman mochte ich ihren Charakter ebenfalls sehr gerne, da sie weniger Naivität wie Bayek ausstrahlt und gerne Dinge hinterfragt. Da man in Syndicate zwischen Evie und Jacob immer wieder wechseln kann, hatte ich auch ähnliches für Origins gehofft – leider vergebens. Es gibt nur ein paar Missionen mit Aya als spielbaren Charakter und das meiste davon Seemissionen. Dabei waren ihre Missionen teilweise doch kniffliger, da sie ganz andere Fähigkeiten mitbringt bzw. eben nicht mitbringt. Zum Ende hin wirkt es im Rückblick auch komisch, dass sie dann plötzlich so in den Fokus rückt… wobei ich gegen einen weiteren Teil mit ihr als Hauptperson und Origins als doppeldeutigen Beginn der Bruderschaft UND Ayas Reise nichts einzuwenden hätte. Gerade, da Aya einen wichtigen, wenn nicht eigentlich sogar den entscheidenden Teil zur Formung der Bruderschaft beiträgt.

In der Moderne ist die Wüste los

Die Handlung in der Moderne ist immer ein Streitpunkt, wobei ich diesen Handlungsstrang wirklich liebe und immer gespannt bin, wie es hier mit einigen Charakteren weitergeht. In Origins kommt mit Layla Hassan ein neuer Charakter dazu, durch den wir nicht nur einen neuen Aspekt für den Animus erhalten, sondern indirekt auch eine Verknüpfung zum Film. Es ist immer noch sehr begrenzt, was man in der Gegenwart so mit ihr machen kann, und vorerst ist eigentlich nur eine Szene und ihr Computer (der Mailverkehr mit Otso Berg wegen dem Parkplatz, so herrlich!) wirklich interessant, aber es ist zumindest wieder ein Schritt in die richtige Richtung. Die Cutscenes in Syndicate waren zwar auch nett, aber nun mal nur Cutscenes und nicht spielbar.

(Neu-) Anfang?

Mit Origins ist ein neuer Einstieg ins Franchise möglich und es gibt natürlich neben einigen genannten Schwächen auch viele Stärken. Die vielleicht größte ist dabei wahrscheinlich die unglaubliche Optik und die vielen Facetten von Ägypten: An Orten wie Memphis oder Siwa hat man das Gefühl, dass wirklich alte Ägypten zu sehen, während in Alexandria oder in Kyrenaika der hellenistische Einfluss fast wie ein Kulturschock wirkt. Bayek ist ein sympathischer Protagonist, dessen Motivation man gut nachvollziehen kann, und der in allen Teilen des Landes sich zu behaupten weiß. Da Rom eine immer größere Macht darstellt, gäbe es noch einige spannende Geschichten, die man mit ihm oder Aya erzählen könnte… Die Pause hat dem Franchise auf jeden Fall gut getan und ich bin gespannt, was uns als nächstes erwartet!


BUCHDETAILS

The Art of Assassin’s Creed Origins
Verlag:
Titan Books
ISBN: 9781785655166
Erscheinungsdatum: 31.10.2017

Assassin’s Creed Origins: Desert Oath
Verlag: 
Ubisoft Publishing
ISBN: 9781945210280
Erscheinungsdatum: 10.10.2017

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7 Gedanken zu “[Gespielt] Assassin’s Creed: Origins

  1. Nerdahoi schreibt:

    „Ich will ohne große Schwierigkeiten die Story sehen.“ –> Das kann ich so unterschreiben! Ich habe immer schon recht viel gespielt, aber wenn es ging auch immer auf Einfach um nicht ganz frustriert das Spiel in die Ecke zu schmeißen, obwohl ich die Story total interessant finde.

    Von Assassin’s Creed habe ich bisher 3 Spiele gespielt und eins angefangen. Irgendwann war mir dann alles zu gleich und mich hat die Motivation verlassen. Von Origins habe ich dann schon wieder viel Gutes gehört, auch wenn die Quests wieder sehr eintönig zu werden scheinen. Aber die Story scheint ja wieder zu überzeugen, das hört sich gut an! 🙂

    Liebe Grüße
    Anja

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    • poesielos schreibt:

      Eben! Und eigentlich möchte man ja schon die Story mitbekommen und dabei Spaß/Entspannung haben, statt Frust. Reicht schon, wenn erst Updates laufen müssen oder der Controller leer ist 😀

      Ich mag die Geschichte einfach total, und habe jetzt auch Syndicate hier. Man merkt aber wirklich den Sprung zu Origins – die offene Welt und die Rollenspielelemente machen das ganze sehr viel cooler! Anfangs war ich etwas zögerlich wegen der Epoche, aber bei Origins kannst du halt auch Ewigkeiten nur damit verbringen, dir Sachen anzuschauen… allein am Anfang in so einer halb verschütteten Anlage habe ich erstmal die Hieroglpyhen und jede Ecke bestaunt.

      Welche Teile hast du denn gespielt?

      Liebe Grüße ♥

      Gefällt mir

      • ahoini schreibt:

        Ganz genau! So etwas wie Updates und leere Controller gab es früher gar nicht, da vermisse ich manchmal die schöne PS2-Zeit 😀

        Wenn es ein Spiel schafft, dass man nur Zeit damit verbringt sich die Details der Umgebung anzuschauen, dann hat es auf jeden Fall was richtig gemacht! Ich habe bisher nur den allerersten Teil, Brotherhood und Revelations gespielt und Black Flag angefangen, aber abgebrochen. Nach einer Weile war es mir alles zu gleich und mich hatte die Motivation verloren. Da würde jetzt ein Sprung zu den neuen Teilen vielleicht ganz gut tun um mal wieder von der neuen Welt begeistert zu werden.

        Liebe Grüße
        Anja

        Gefällt 1 Person

  2. Sara schreibt:

    Hey,
    ein deinen Beitrag finde ich wirklich toll 😉 mir geht es ähnlich und ich schaue auch mehr Let’s Plays, als dass ich sie spiele. Ich will mir aber unbedingt mal eine PS4 zulegen und Assasin’s Creed ist bei mir ab jetzt auch auf dem Schirm 😊
    Welche Konsolen benutzt du selber?
    LG Sara

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    • poesielos schreibt:

      Hallo Sara,
      dankeschööööön :))))

      Ich habe sowohl eine PS3 als auch PS4 mittlerweile. Hast du schon mal mit Konsole gespielt? Fand es zu Beginn sehr hilfreich ruhigere Titel zu spielen, um erstmal ein Gefühl für die Tasten und den Controller zu kriegen.

      Liebe Grüße ♥

      Gefällt 1 Person

      • Sara schreibt:

        Hey,
        ich muss gestehen, dass ich bisher noch keine eigene Konsole hatte und auch kaum Spielerfahrung damit habe 🙈
        Was würdest du zum Anfangen denn empfehlen?

        Liebe Grüße 💕

        Gefällt mir

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