[Eindrücke] The Fandom, Die Ermordung des Commendatore 1: Eine Idee erscheint, Hydra, orange: future

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Anna Day: The Fandom
Verlag: Chicken House (04.01.2018) | ISBN: 9781910655672 | Engl. Taschenbuch, 402 Seiten | Auf Deutsch erschienen als Fanatic bei Chicken House | Meine Bewertung: 1/5

Love. People talk about it like it’s a mental illness. Crazy in love, addicted, lovesick, obsessed… And maybe they’re right. Alice has loved Willow for two years. And I don’t just mean the actor Russell Jones. I mean the fictitious character, Willow. That’s verging on insanity, surely? And if anyone should know, it’s me, having suffered from the same affliction.

Oh je, was war das für ein Buch. Ich wusste im Vorfeld bereits, dass die Stimmen sehr gemischt ausfallen, aber der Titel und das Grundthema haben mich dann doch zu sehr gereizt. The Fandom hat eine Handlung, die sich in ihren Grundzügen vermutlich jeder Fan wünschen würde: Violet gerät mit ein paar Freunden im Gepäck plötzlich von der Londoner Comic Con in ihr Lieblingsfandomuniversum. Blöd nur, dass sie sich dafür ausgerechnet eine Dystopie ausgesucht hat und sich sowohl Buch- als auch Filmhandlung vermischen – und teilweise der Plot komplett neben dem Canon verläuft! Wie also wieder nach Hause in die echte Welt kommen?

Der Weg durch die Welt von The Gallows Dance mit diesem Ziel vor Augen macht den Großteil des Buches aus. Violet erzählt den groben Plot bereits zu Beginn des Buches in einem Schulvortrag, sodass man als Leser ebenfalls weiß, wo die Reise hingehen wird. Das ist gleichzeitig mit eines der Probleme des Buches: Es weicht viel zu wenig davon ab, sodass der Fokus mehr auf den Beziehungen der Charaktere liegt und nicht auf dem nächsten Plottwist, auf den reagiert werden muss. Und wow, was für tolle Charaktere wir doch haben! Nicht. Die „Freundschaft“ allein zwischen Violet und Alice ist so unglaublich toxisch, dass es wehtut. Im Allgemeinen fand ich es schwierig, hier eine -für mich- unsympathische Hauptperson zu haben plus nur problematische weibliche Charaktere plus nur zwei Sorten von männlichen Charakteren (Plot Device oder Love Interest).

Die Geschichte leidet allerdings am meisten von der Botschaft, die hier drin steckt. Was erwarte ich von einem Buch über Fandoms? Natürlich, dass Elemente davon auftauchen, sei es jetzt die Geschichte, auf der das Fandom basiert, oder Fankultur wie eben Cosplay oder Fanfiction. Das bietet The Fandom zwar, aber es las sich für mich zu sehr nach einem ’sei vorsichtig, was du dir wünscht‘, das Fansein etwas ungutes, negatives, ja, wirklich etwas Fanatisches ist – und genau das ist es für mich eben nicht.


Haruki Murakami: Die Ermordung des Commendatore 1: Eine Idee erscheint
Verlag: Hörbuch Hamburg (01.02.2018) | ISBN: 9783957131218 | Dt. Hörbuch, Spieldauer: 12 Std. 59 Min.  Aus dem Japanischen von Ursula Gräfe | Sprecher: David Nathan | Meine Bewertung: -/- 

„Man sollte die Augen weit aufmachen und genau hinschauen. Sein Urteil sollte man später fällen.“

Ich finde es ziemlich schwierig diesen ersten Band zu bewerten… man merkt, dass diese Geschichte nicht für sich steht, sondern halt wirklich Band I von II darstellt. Werden die Andeutungen und Vorbereitungen aus diesem Band alle greifen? Wie hängt alles zusammen? Sind wir jetzt mit allen unnötigen Sexszenen durch oder gibt es diese wieder zuhauf in Band II? In zwei Monaten geht’s weiter und dann wird man sehen. Ich mochte die Kunstthematik, sowohl die Geschichte zur Nihonga als auch das Schaffen des Künstlers selbst und die Beschreibung von Kunst. Als musikalische Thema zieht sich dieses mal Klassik durchs Buch, gerade Don Giovanni und der Rosenkavalier sind Opern, welche ich jetzt selber entdecken mag. Der Ausflug in Richtung Geistergeschichte war ebenfalls geglückt, und hat mich an einen Bericht über einen mumifizierten Mönch in  einer Buddha-Statue von vor ein paar Jahren erinnert. David Nathan liest das Hörbuch gewohnt großartig und man kommt schnell durch. Die schon erwähnten Sexszenen stören allerdings wieder, da sie für die Handlung nicht wirklich relevant sind, zu viel eingesetzt werden und ein schwieriges Frauenbild vermitteln. Dazu ist dieser Band sehr, sehr ruhig und rückblickend passiert nicht wirklich viel – an für sich nichts schlimmes, aber wenn es in dem Tempo weitergeht, wird Band II Schwierigkeiten bekommen. An sich würde ich diesen Band bei 2.5 oder 3 Sternen einordnen, aber die Geschichte wirklich final erst in ihrer Gesamtheit beurteilen.


Matt Wesolowski: Hydra (Six Stories #2)
Verlag: Orenda Books (15.01.2018) | ISBN: 9781910633977  | Engl. Taschenbuch, 258 Seiten | Fortsetzung zu Six  Stories, die unabhängig davon gelesen werden kann | Meine Bewertung: 5/5

„For new listeners, I should make it clear that, as frustrating as it may be, this isn’t an investigation that will reveal any new evidence – I am not a policeman, a forensic scientist or an FBI profiler. My podcast is more like a book hroup – a discussion  about an old crime screne. We discuss things with the help of others, those who have agreed to look back on a tragedy.“

Six Stories fand ich schon großartiges und Hydra steht dem in nichts nach! Bis zuletzt war ich mir nicht sicher, welche Geschichten King alles ausgräbt und auch wenn ich ein paar Phrasenwiederholungen unglücklich fand – die Auflösung quasi im allerletzten Satz?! Brilliant! Und nicht der einzige Moment, bei dem ich Gänsehaut hatte. Die Einbindung von den obskuren Spielen aus den tiefen des Internets ebenso wie Trollkultur waren super interessant, und der Fall an sich vielleicht etwas zugänglicher als der erste. Ich hoffe sehr, dass es hier im Laufe der nächsten Monate noch eine Hörbuchadaption gibt, da ich die Geschichte gerne noch mal in dem Format hören würde… und hoffentlich war das nicht das letzte, was Wesolowski in diesem Podcastformat schreibt!


Ichigo Takano: orange: future (orange #6)
Verlag: Seven Seas (23.01.2018) | ISBN: 9781626927797 | Engl. Taschenbuch, 180 Seiten | Aus dem Japanischen von Amber Tamosaitis | Auf Deutsch sind alle 6 Bände bei CARLSEN erschienen | Meine Bewertung: 3/5

„I wondered what… you would have thought… if you could see this.“

Das Nachwort hat nochmal die Wertung etwas hochgezogen, und ich mag gerne noch den Film mir anschauen – aber diese Geschichte tut einfach nicht Not. Die Geschichte von Orange ist in den 5 ursprünglichen Volumes bzw. 2 Sammelbänden im Englischen absolut rund, perfekt und erzählt. future wirkt etwas gezwungen, man muss immer achten, in welcher Zeitebene man sich befindet und Suwa… ach, irgendwie verdient dieser Charakter einfach mehr. Vielleicht hätte diese Geschichte mit einem tatsächlichen Abstand von zehn Jahren zum Original besser gewirkt. Der Gruß zum Ende des Nachworts hilft da auch nicht weiter – Volume 7?! Manche Geschichten sollte man einfach beendet lassen und nicht weiter ausbauen.

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