[Rückblick] August 2017

Wie kann es eigentlich schon wieder September sein? Dieses Jahr hat irgendwie den Turbo eingelegt und ich komme da nicht so ganz mit. Mir ist tatsächlich jetzt bei der Zusammenstellung des Rückblicks aufgefallen, wie viele wirklich großartige Bücher ich im August gelesen habe: Ganze fünfmal (!) war ich komplett begeistert. Kann das bitte so weiter gehen?

Höhepunkt: Lily und der Oktopus
Tiefpunkt: The Final Empire
Hörbuch:
 Ash and Quill
Gelesene Seiten: ca. 3.971
Ø Bewertung: 4,3 / 5 

Zwischen all den tollen Büchern den Höhepunkt für August rauszusuchen ist schwierig… Lily und der Oktopus hat mich allerdings emotional am meisten mitgenommen und hat definitiv einen Nerv getroffen. Eine wirklich traurig-schöne Geschichte über eine besondere Freundschaft, bei der ich sehr viele Taschentücher gebraucht habe.

Ebenfalls sehr mitgenommen hat mich der nächste Band in der The Great Library Reihe von Rachel Caine: Ash and Quill setzt genau nach Band 2 ein und es geht alles Schlag auf Schlag. Streckenweise hatte ich um jeden einzelnen Charakter Angst und ich fürchte immer noch, dass nicht alle das Ende dieser Reihe erleben werden… Julian Elfer hat übrigens wieder wunderbar das Hörbuch vorgelesen, sodass ich am Ende mehr diesem gelauscht als selber gelesen habe.

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Zusammensetzung: 2 Printbücher; 7 Rezensionsexemplar; 1 Comic; 1 Hörbuch

Zu Zeitkurier, Ein Kuss aus Sternenstaub und London Belongs to Me möchte ich noch Besprechungen schreiben, denn jedes davon hat mich auf unterschiedliche Art glücklicher gemacht… wobei London Belongs to Me wirklich ein sehr besonderes Buch zum rechten Zeitpunkt war, und mein Fernweh nach der britischen Hauptstadt bis nächsten Sommer etwas besänftigt hat.

Das einzige Buch, was etwas hintenüberfällt, ist The Final Empire. Ich habe es drei Monate mit diesem Wanderbuch probiert, nur der Funke wollte einfach nicht überspringen und ich bin mehr schlecht als recht durch das erste Drittel gekommen. Wie bei Steelheart gefällt mir die Idee an sich, aber Sandersons Charaktere und Schreibstil packen mich einfach nicht. Und wenn man ein Buch kaum in die Hand nehmen mag, ist das eigentlich schon ein deutliches Zeichen, dass man es lieber sein lassen sollte.

Alle verschlungenen Titel des Monats:
 Brandon Sanderson: The Final Empire *abgebrochen bei S. 216
 Rachel Caine: Ash and Quill Bewertung: 5/5
 Charles Baudelaire: Wein und Haschisch Bewertung: 4/5 | Blogbeitrag [x]
 Ann A. McDonald: Die Schule der Nacht Bewertung: 3/5 | Blogbeitrag [x]
 Steven Rowley: Lily und der Oktopus Bewertung: 5/5 | Blogbeitrag [x]
 Rebecca Hunt: Everland Bewertung: 5/5 | Blogbeitrag [x]
 Jacquelyn Middleton: London Belongs to Me Bewertung: 5/5
 Jessica Khoury: Ein Kuss aus Sternenstaub Bewertung: 5/5
 Takeshi Yano; Kenzi Oiwa: Assassin’s Creed Awakening, Vol. 1 Bewertung: 3/5
 Wesley Chu: Zeitkurier Bewertung: 5/5
 Hans Christian Andersen: Die schönsten Märchen Bewertung: 3/5

“The coolest thing about fandom is the friendships made along the way with people who share your passions.”
― Jacquelyn Middleton: London Belongs to Me

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[Gelesen] Lily und der Oktopus

Eine traurige Gewissheit, die man fast bei einem Haustier hat: Irgendwann wird man es auf seinem letzten großen Abenteuer begleiten müssen, denn die meisten Haustiere werden von Herrchen und Frauchen überlebt.  Dieser Gewissheit muss sich auch Ted nach zwölf gemeinsamen Jahren mit seiner geliebten Dackeldame stellen, als er eines Tages einen Oktopus auf ihrem Kopf entdeckt. Keine leichte Lektüre vom Thema her, aber Steven Rowley gelingt es in Lily und der Oktopus hierfür genau die richtigen traurig-schönen Worte zu finden!

lilyundderoktopus

„So viele Abenteuer haben wir zusammen erlebt. Und ich fand jedes einzelne großartig.“ – S. 303

Lily, Ted und der Andere

Seit zwölf Jahren gibt es eine Konstante im Leben von Ted: Die Dackeldame Lily. Mit ihr zusammen hat er so manche Höhen und Tiefen gemeistert und die beiden haben ihre ganz eigenen Rituale. Donnerstags wird zum Beispiel über Männer geredet, wodurch sich Ted auch so genau an den Wochentag erinnert, an dem er eine unschöne Entdeckung macht – auf Lilys Kopf sitzt ein Oktopus! Dieser Eindringling gehört dort nicht hin und so fängt zuerst die lange Wartezeit bis zum Montag mit dem nächstmöglichen Termin beim Tierarzt an. Denn das der Oktopus weg muss, ist für Ted sonnenklar.

Von einem der auszog, einen Oktopus zu erlegen

Der Oktopus ist etwas, dass einem vielleicht im Klappentext und auf den ersten paar Seiten irritiert. Diese leicht fantastische Note muss man im ersten Moment einfach so hinnehmen, da dies für Ted die beste Möglichkeit ist mit der Situation umzugehen. Für den Leser und ihn ist von Anfang an klar, dass es sich hier um keinen echten Oktopus, sondern einen Krebstumor handelt. Durch den fast unweigerlich unheilvollen Unterton dabei finde ich es rückblickend aber umso schöner, dass Ted dem Eindringling eine andere Rolle zuweist. Denn ein Oktopus scheint doch gleich viel eher besiegbar als das Untier Krebs, oder? Und kampflos will Ted seine Lily auf keinem Fall hergeben.

Der rote Ball

Die Geschichte von Ted und Lily setzt zwar an dem Abend ein, an dem der Oktopus das erste Mal bemerkt wird, aber zwischendurch erfahren wir in Rückblenden von dem gemeinsamen Leben der Beiden, z. B. ihre erste Begegnung. Man merkt an diesen Stellen, aber auch zum Ende hin, sehr deutlich, dass Steven Rowley hier nichts ihm unbekanntes schreibt: In Lily verbirgt sich auch viel von Rowleys gleichnamiger Dackeldame, deren Tod die Inspiration für diese Geschichte lieferte.

Es gibt immer wieder etwas fantastische Szenen und Unterhaltungen zwischen Ted-Lily-Oktopus, welche die Geschichte einerseits auflockern und andererseits sehr gut den langen Weg zur Einsicht bei Ted dokumentieren. Dabei gibt es einige Symbole, über die man im Verlauf immer wieder stolpert – der rote Ball, das Lieblingsspielzeug von Lily, ist eines davon, und ersetzt im Verlauf gekonnt den sonst typischen roten Faden der Geschichte.

„Der Tod. Der Tod ist das ganz große Abenteuer. Aber jetzt nicht. Das größte Abenteuer, unser größtes Abenteuer, ist der Kampf ums Überleben.“ – S. 222

Es war schön, einmal einen Roman über das innige Verhältnis von Mensch und Haustier zu lesen, und das es dann auch noch über einen Hund, mehr noch einen Dackel geht… das war gleichzeitig toll und schrecklich. Rowley trifft die Charakterisierung dieser Hundeart einfach perfekt. Einige Szenen haben mich sehr an unseren letzten Hund erinnert, sodass ich das Buch immer wieder zur Seite legen musste. Der (Galgen-)Humor und Kampfwille von Ted, die Akzeptanz seiner Gefühle durch seine Umwelt und die trotz allem positive Note am Ende machen aus diesem eigentlich tieftraurigem Buch ein traurig-schönes Fest dieser besonderen Freundschaft. Nicht nur für Dackelliebhaber ein wahres Kleinod und eine große Empfehlung!

Vielen Dank an Goldmann für das Rezensionsexemplar

Weitere Eindrücke zu Lily und der Oktopus findet ihr unter anderem bei
fruehlingsmaerchen | Papier und Tintenwelten | paper poetry blog | Miss Bookiverse


BUCHDETAILS

Verlag: Goldmann
Übersetzerin: Sibylle Schmidt
ISBN:  9783442314331
Erscheinungsdatum: 17.04.2017
Bewertung: 5/5

[Momentan] KW 35 / 2017

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ARTIKEL
Die wichtigsten Sprachen der Welt | TEN: The movie that almost wasn’t… | ‘The Picture of Dorian Gray’: St. Vincent to Direct Female-Led Film Adaptation | Blogs und deren Übersichtlichkeit (und mehr) – Ein Bericht | Warum ich den bubla17 (Buchblogger Award) nicht mag… | IMPRESSUM | Wieso, weshalb, warum? 

BÜCHER
On old friends and new beginnings | [GELESEN] Dreimal Holmes – einmal mit und zweimal ohne | Handbook for Mortals pulled from New York Times YA best-seller list 

FILME
Dank einer sehr langen Zugfahrt habe ich in den letzten zwei Wochen jede Menge Filme gesehen: 5 Zimmer Küche Sarg war so herzhaft schräg und liebevoll gemacht, dass ich ihn auf jeden Fall noch einige male sehen mag. Star Trek Beyond dagegen war… okay. Ich mag den Humor und freu mich immer einige meiner Lieblinge zu sehen, aber der Film selber war nichts besonderes. Da freue ich mich doch mehr auf die neue Star Trek: Discovery Serie!

What Happened to Monday? ist von der schauspielerischen Leistung von Noomi Rapace her grandios, die Geschichte selbst dabei leider sehr vorhersehbar mit einigen Logiklöchern. Für einmal schauen aber vollkommen in Ordnung.

Dann habe ich endlich zwei ungesehene Filmklassiker von meiner Liste streichen können: Einmal Pretty Woman, mit dem ich nichts anfangen kann, und dann noch Blade Runner. Wow, war der toll! Die Mischung aus Film noir und Cyperpunkt ist absolut gelungen und ich musste mir auch direkt die Buchvorlage nach Ende des Films bestellen.

Und dann wäre da noch Guardians of the Night – Vampire War: Ich habe aktuell eine Schwäche für russische Filme, und der hier war wieder echt gut! Man darf das ganze zwar wieder nicht so ernst nehmen, die Effekte und Bilder sind dafür aber top. Nur in wie weit das ganze jetzt in Zusammenhang mit den Büchern von Sergei Lukyanenko steht, konnte ich noch nicht wirklich herausfinden.

MUSIK
Lang lebe der Tod von Casper ist endlich da – und irgendwie gefällt mir die Platte nicht wirklich. Ja, die titelgebende Single und Keine Angst sind großartig und an Sirenen gefällt mir die Musik… aber das war’s auch. Vor dem Konzert im November wird das Album zwar noch ein paar mal gehört, aktuell glaube ich allerdings nicht, das sich mein Eindruck noch groß ändern wird.

SPIELE
Die erste Episode von Life is Strange: Before the Storm ist spielbar und nun ja… ich habe aktuell gefühlt kein Glück bei Sachen, auf die ich hingefiebert habe? Man merkt zwar kaum, dass hier ein anderer Entwickler arbeitet und es ist alles sehr stimmig – nur ist Chloe selber nicht meins vom Typ her. Mit Max konnte ich mich eher identifizieren und teilweise fühle ich mich bei den Dialogen wirklich fast zu alt. Es gab eine ganz tolle Szene und viele großartige Bilder und ich werde auch die nächsten beiden Episoden spielen – aber am Hauptspiel hängt mein Herz mehr.

VIDEO

[Leseplan] September 2017

Wie schnell der August doch schon wieder vorbei ist! Leider hatte ich doch nicht so viel Lesezeit im Urlaub wie erhofft, aber alle Bücher, die ich mir vorgenommen hatte, habe ich lesen können – zumindest ein kleiner Erfolg. Allerdings habe ich immer noch einen kleinen Stoß Leseexemplare da, sodass sich der Leseplan erneut aus diesen zusammensetzt. Einzige Ausnahme ist Norwegian Wood, was zu dem Stapel Murakami Titel gehört, die ich noch ungelesen hier habe. Alles in allem ist dieser Plan wieder gut machbar und relativ entspannt (das ganze soll ja eben nicht in Stress ausarten), da sollte noch das ein oder andere Buch mehr im September lesbar sein.

leseplan - september 2017

Lesepensum: 1.952 Seiten | ca. 65 Seiten pro Tag

  • Walter Moers: Die Stadt der Träumenden Bücher
    Über dieses Leseexemplar habe ich mich sehr gefreut, denn ich kenne bisher noch kein Buch von Moers und es klingt so toll! Wunderschön gestaltet ist die Ausgabe mit Illustrationen im Innenteil zudem, und Bücher über Bücher kann man doch eigentlich nie genug lesen.
  • B.C. Schiller: Targa – Der Moment, bevor du stirbst
    Eine Undercover-Ermittlerin, die ein Katz und Maus Spiel mit einem Serienkiller treibt – der Thriller klingt doch mal vielversprechend! Gerade da man von Anfang an weiß, wer quasi der „Bösewicht“ in dieser Geschichte ist, bin ich gespannt, wie Schiller das aufzieht.
  • Alyson Noël: Die Nacht gehört dir (Beautiful Idols #1)
    Die deutsche Neuauflage von Unrivaled gefällt mir optisch sehr und ich mag die Idee dahinter: Drei junge Erwachsene treten gegeneinander an und versuchen, einen der Unrivaled Clubs zu dem Hotspot von LA zu machen. Mal sehen, was für Typen hier aufeinander treffen und wie diese Aufgabe angegangen wird.
  • Sue-Ellen Pashley: Am Abgrund des Himmels
    Die Geschichte klingt in den Beschreibungen sehr mysteriös und ich fürchte fast, dass es besser ist mit wenig Vorwissen an die Geschichte heranzutreten. Die Gestaltung des Buches mit den Raben ist aber wunderschön geraten, und gegen etwas Überraschung ist ja nichts einzuwenden.
  • Haruki Murakami: Norwegian Wood
    Eine Freundin und ich wollen uns Ende des Monats die Verfilmung von Norwegian Wood gemeinsam anschauen, bis dahin möchte ich die Vorlage gelesen haben. Und da ich jetzt seit November keinen Murakami mehr gelesen habe, wird es auch mal wieder Zeit!

“We sit in the mud, my friend, and reach for the stars.”
― Ivan TurgenevFathers and Sons

 

[Lesechallenge] Lies dich nach Hogwarts | 01.10. – 31.12.2017

Am 1. September startet im Harry Potter Universum immer das neue Schuljahr und unter dem Hashtag #BackToHogwarts wird das jedes Jahr aufs Neue wunderbar in den Sozialen Netzwerken zelebriert. Was ein perfekter Tag also für die Ankündigung dieser Lesechallenge!

Unbenannt

Bildquelle: Bookilicious

WORUM GEHT ES?

In der Zeit vom 01. Oktober bis zum 31. Dezember 2017 habt ihr die Möglichkeit, mit euren gelesenen Büchern Punkte zu sammeln und der/die Blogger/in mit den meisten Punkten hat am Ende die Chance etwas Großartiges zu gewinnen. Klingt ziemlich einfach, oder?

Es wird insgesamt 28 Aufgaben geben, unterteilt in verschiedene Schwierigkeitsstufen, die ihr erfüllen könnt, indem ihr zu den Aufgaben passende Bücher lest. Am Ende werden die Punkte zusammengezählt und die fünf Besten unter Euch werden natürlich belohnt.

Klingt das nicht super? Ich habe schon länger nicht mehr an so einer Challenge teilgenommen und die bereits bekannten Aufgaben versprechen einiges an Lesespaß – daher beteilige ich mich sehr gerne daran! Organisiert wird das ganze von diesen Bloggern, anmelden könnt ihr euch unter jeder der Ankündigungen (es gibt keinen Anmeldeschluss, sondern ihr könnt die ganze Laufzeit über noch dazustoßen!):

Andy von andradasbooks.wordpress.com | Ankündigung
Alina von awayfromhere-blog.de | Ankündigung
Ivy von book-ilicious.com | Ankündigung 
Jaquelin 
von bookaholic-solittletime.blogspot.com | Ankündigung 
Yasmin-Stella
 von stellettereads.com | Ankündigung 

Die die Regeln werden ebenfalls in der Ankündigung erläutert, wobei diese Punkte auf den ersten Blick mir am wichtigsten scheinen:

(a) Es zählen nur gelesene Bücher in den 92 Tagen vom 1. Oktober bis 31. Dezember 2017
(b) Mit jedem Buch kann nur eine Aufgabe erfüllt werden und nicht mehrere gleichzeitig
(c) Jeder Teilnahme braucht eine Challengeseite zur Übersicht
(d) Jeden Monat gibt es ein kleines Update in einem gesonderten Blogbeitrag

Genaueres aber in den Ankündigungsbeiträgen! Dort findet ihr ebenfalls die Liste mit den potentiellen Gewinnen, die die fünf Teilnehmer mit der höchsten Punktzahl am Ende ergattern können.

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Die Aufgaben für die Challenge sind in vier Kategorien eingeteilt, für die es unterschiedliche Punkte gibt. Maximal können 60 Punkte in den 92 Tagen erlangt werden.


LEICHTE AUFGABEN (1 Punkt pro gelöste Aufgabe)
-Mögliche Gesamtpunktzahl leicht: 10 Punkte-

1. Lies ein Buch, das in einer Schule (egal ob Highschool, College, Zauberschule, etc. pp.) spielt.
2. Lies ein Buch, das in London spielt.
3. Lies ein Buch, in dem magische Kreaturen vorkommen.
4. Lies ein Buch, das eine Zugfahrt und/oder Reise beinhaltet.
5. Lies ein Buch deiner Wahl aus dem Carlsen Verlag und rezensiere es auf deinem Blog.
6. Lies ein Buch, in dem es ums Zeitreisen geht.
7. Lies ein Buch, das von Hexen/Hexern handelt.
8. Lies ein Buch, das an Weihnachten spielt.
9. Lies ein Buch mit einem magischen Setting.
10. Lies ein Buch, in dem es um eine innige Freundschaft geht.

MITTELSCHWERE AUFGABEN (2 Punkte pro gelöste Aufgabe)
-Mögliche Gesamtpunktzahl mittelschwer: 20 Punkte-

11. Lies ein Buch, in dem ein  Zwillingspaar eine Rolle spielt.
12. Lies ein Buch, in dem es um eine Rebellion geht.
13. Lies ein Buch mit zwei/mehreren Rivalen.
14. Lies ein Buch, in dem es um Bücher geht.
15. Lies ein Buch, in dem Rätsel gelöst werden müssen.
16. Lies ein Buch, in dem es um Angst/Albträume geht.
17. Lies ein Buch, in dem ein Gefängnis vorkommt.
18. Lies ein Buch, in dem es eine (böse) Überraschung gibt.
19. Lies ein Buch, in dem es um verschiedene Rassen (egal ob Reallife oder Fantasy) geht.
20. Lies ein Buch, das in einem Schloss spielt/in dem ein Schloss eine Rolle spielt.

SPEZIALAUFGABEN (3 Punkte pro gelöste Aufgabe)
-Mögliche Gesamtpunktzahl spezial: 15 Punkte-

21. Lies ein Buch, in dem es um einen Riesen geht oder in dem ein Riese vorkommt.
22. Lies ein Buch, in dem es um Wiederauferstehung geht.
23. Lies ein Buch, das in Tagebuchform geschrieben ist.
24. Lies ein Buch, in dem eine magische/fiktive Welt auf die echte Welt trifft.
25. Lies ein Buch, in dem es um Gestaltenwandler geht.

EXTRA Aufgaben (5 Punkte pro gelöste Aufgabe)
-Mögliche Gesamtpunktzahl EXTRA: 15 Punkte-

Diese Aufgaben werden immer zur Monatsmitte bekannt gegeben und sind daher noch unbekannt.


Vielleicht hat ja der ein oder andere von euch ebenfalls Lust an diese Challenge teilzunehmen? Uns allen wünsche ich auf jeden Fall eine tolle Lesezeit!

[Gelesen] Wein und Haschisch

Heute vor 150 Jahren verstarb Charles Baudelaire im Alter von nur 46 Jahren in Paris. Der Schriftsteller, der dank Les Fleurs du Mal (dt.: Die Blumen des Bösen) als einer der bedeutendsten Lyriker Frankreichs gilt und Geschichten von Edgar Allan Poe übersetzte und herausgab, hat neben diesen Werken der Nachwelt auch einige Essays hinterlassen. Eine Auswahl dieser ist jetzt zum Todestag unter dem Titel Wein und Haschisch in der Manesse Bibliothek der Weltliteratur erschienen.

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„Was wäre daran im Übrigen erstaunlich, wenn man bedenkt, dass jeder gesunde Mensch zwei Tage ohne Nahrung auskommen kann – aber niemals ohne Dichtung?“ – S. 29

Wein und Haschisch umfasst insgesamt sechs Essays, deren Thematiken unterschiedlich nicht sein könnten:

  1. Auswahl tröstlicher Maximen über die Liebe
  2. Ratschläge an junge Literaten
  3. Wein und Haschisch
  4. Was uns das Spielzeug lehrt
  5. «Madame Bovary» von Gustave Flaubert
  6. Richard Wagner und der «Tannhäuser» in Paris

Neben dem titelgebenden Text, in dem sich Baudelaire mit den Vor- und Nachteilen der beiden Genussmittel auseinandersetzt, erwarten den Leser ein buntes Potpourri aus Lebensweisheiten, Betrachtungen, Analysen und Ratschlägen. Dank der Anmerkungen zum Text, welche zeitgenössische Anspielungen und Querverweise erklären, sind die Essays durchweg verständlich und Baudelaires Gedankengänge gut nachvollziehbar.

Sind die ersten vier Essays relativ kurz, so nimmt sich Baudelaire bei den folgenden beiden Texten die Zeit für einen Rundumschlag. Nicht nur das Buch Madame Bovary oder die Oper Tannhäuser werden von ihm besprochen, sondern er bringt auch seine Bewunderung beziehungsweise Begeisterung für deren jeweilige Schöpfer zum Ausdruck. Bei Wagner hat man zuweilen das Gefühl, er verliere sich etwas zwischen den Sätzen, aber es vermittelt genau die Eindrücke, die Baudelaire zu dieser Oper hatte. Es ist faszinierend, wenn man überlegt, dass Baudelaire und seine Zeitgenossen in die Oper gehen oder die Stücke selber spielen mussten, um sie zu erleben – dadurch nimmt natürlich die Beschreibung einen ganz anderen Stellenwert ein als heutzutage, wo man die Oper jederzeit abrufbereit hat. Auch die Entrüstung über Emma Bovary als Charakter wird greifbar, und seine Interpretation zu ihr war ein interessanter Ansatz, zu dem ich so nicht gefunden hätte.

„Behaupten wir also nicht, wie es viele mit einer unterschwelligen Spur von Missmut tun, das Buch verdanke seine große Beliebtheit dem Gerichtsverfahren und dem Freispruch. Wäre das Buch nicht in Bedrängnis geraten, wäre ihm die gleiche Neugier zuteilgeworden, hätte es das gleiche Staunen und die gleiche Unruhe ausgelöst.“ – S. 90

So brillant einige Sätze von Baudelaire sind, so gelungen ist auch die Gestaltung dieses Bandes und lässt das bibliophile Herz höher schlagen. Die Vorzugsausgabe ist mit dunkelrotem Samt bezogen und mit goldener Folienprägung veredelt, ein Lesebändchen gibt es ebenfalls. Durch die Maße von  15,5 x 9,5 cm kann man somit durchaus von einem Kleinod sprechen! Tilman Krause steuert ein Nachwort bei, welches es zwar nicht unbedingt gebraucht hätte, die Sammlung aber gut abrundet. 

Von einigen Anspielungen einmal abgesehen, liest sich diese Sammlung Essays von Charles Baudelaire ungemein universell und macht Lust auf mehr. Kaum fassbar, dass diese Texte bereits vor über 150 Jahren verfasst wurden! Und umso tragischer, dass Baudelaire bereits so früh verstorben ist.

Vielen Dank an Manesse für das Rezensionsexemplar

Weitere Eindrücke zum Buch gibt es zu lesen bei Lesestunden und Die Buchblogger


BUCHDETAILS

Verlag: Manesse
Übersetzerin: Melanie Walz
Nachwort: Tilman Krause
ISBN: 9783717524304
Erscheinungsdatum: 13.06.2017
Bewertung: 4/5

[Gelesen] Everland

Bei einer Insel habe ich fast automatisch zuerst Wärme, Sonne und Palmen vor Augen – genau diese Dinge wird man allerdings auf der Insel Everland in Rebecca Hunts gleichnamigen Roman vergeblich suchen. Everland liegt nämlich mitten in der Antarktis und verlangt mit seinem rauen Klima den Charakteren einiges ab.

everland-rebeccahunt

„Everland war still, leblos und auf brutale Weise unspektakulär. Mehr als trostlos, es war hässlich.“ – Seite 34

1913 vs 2013

Die Geschehnisse in Everland und die Insel selbst sind fiktiv, es gibt aber Anklänge zu wirklichen Expeditionen ins Eis wie die Shackleton-Mission oder den Wettlauf zum Südpol von Robert Falcon Scott und Roald Amundsen. In ihrem Roman schickt Hunt gleich zwei Expeditionen mit jeweils drei Personen auf die unscheinbare Insel im ewigen Eis: Zum einen ist da das Gespann aus Napps, Millet-Bass und Dinners, welche als erste Menschen im Jahr 1913 die Insel betreten. In ihrer Geschichte springt die Autorin, als Leser erfährt man sowohl gleich zu Beginn das Ende der Expedition als auch den Weg dorthin. Zum Jubiläum folgen hundert Jahre später Decker, Jess und Brix dem Gespann der drei Männer, wohlwissend um den Werdegang ihrer Vorgänger.

Trio wider Willen

Neben der Personenanzahl wird im Verlauf der Seiten immer klarer, wie sehr sich die beiden Zeitebenen ähneln beziehungsweise wie nah sie sich doch sind. Denn trotz modernerer Technik ist die Antarktis auch 2013 noch eine lebensfeindliche Umgebung für den Menschen und die Isolation wirkt auf die Gruppen ähnlich verheerend. Das wird vor allem dadurch bestärkt, dass sich weder die Gruppe um Napps noch die um Decker ihr Los ganz freiwillig in der jeweiligen Form ausgesucht hat. Diese Spannungen in den Gruppen und ihr Zusammenspiel liest sich unglaublich faszinierend. Wie wird in den einzelnen Situationen reagiert? Arbeit man zusammen oder gegeneinander? Hunt betrachtet jeden ihrer sechs Hauptcharaktere sehr aufmerksam und lässt den Leser die Ereignisse aus den verschiedenen Blickwinkeln erleben. Und in so mancher Szene scheint es, als würde nur der gemeinsame Wille, Everland wieder zu verlassen, die Gruppen zusammenhalten…

Der Preis des Überlebens

Was ist man bereit zu tun, um nach Hause zurückzukehren? Und wie viel von der eigenen Menschlichkeit und Moral büßt man hierfür ein? Die Männer im Jahr 1913 wissen nicht, ob und wann sie die Insel verlassen werden, während für die Gruppe hundert Jahre später die Zeit auf der Insel von vornherein fest begrenzt ist. Trotzdem wirkt sich die Natur und (mangelnde) Interaktion auf jeden einzelnen Charakter aus, führt zu zweifelhaften oder kompletten Fehlentscheidungen. Da der Leser aber einmal durch die Augen jedes Charakters blickt, zeigt sich schnell, dass diese Entscheidungen für diesen eben doch gerechtfertigt sind. Dieses Zusammenspiel des äußeren Kampfes gegen die Natur gepaart mit dem inneren Kampf gestaltet Hunt unendlich spannend.

Everland ist vielleicht weniger der Abenteuerroman, den ich im Vorfeld erwartet hatte, aber die gelungene Mischung unterschiedlicher Handlungselemente hat mir unglaublich gut gefallen. Es war nicht nur spannend, die Entwicklungen der sechs Charaktere und ihrer Beziehungen zu beobachten, sondern auch wie sich meine eigene Meinung zu ihnen im Verlauf des Aufenthalts auf der Insel änderte. Immer wieder glaubte ich, dass Netz, welches Hunt spinnt, zu durchblicken, nur um auf den nächsten Seiten wieder komplett von den Entwicklungen überrascht zu werden. Immer wieder ruft Hunt gelungen mit ihren Beschreibungen beim Lesen das Gefühl von Kälte, peitschendem Wind und der Willkür, der sich die Charaktere ausgeliefert sehen, hervor und ich bin mir sicher, viele Anspielungen oder Hinweise erst beim zweiten Lesen zu entdecken. Wer seine Freude an ruhigeren, sehr auf das Innenleben seiner Charaktere bezogenen Geschichten hat, wird mit Everland sicher auch seine Freude haben – und ich hoffe sehr, dass dieses Kleinod seine Leser findet.

Vielen Dank an den Luchterhand Literaturverlag für das Rezensionsexemplar!

Andere Eindrücke zu Everland lest ihr bei
Bücherkaffee | Buchperlenblog | Seehases Lesewelt | Happy Booktime | Renie’s Lesetagebuch


BUCHDETAILS

Verlag: Luchterhand Literaturverlag
Übersetzerin: pociao
ISBN:  9783630874630
Erscheinungsdatum: 13.06.2017
Bewertung: 5/5