Gelesen | The Jane Austen Project von Kathleen A. Flynn

Die Signalwörter, dank derer ich gespannt wie ein Flitzebogen auf The Jane Austen Project war? Zeitreisen–verschollenes Manuskript–Jane Austen. Das lustige ist, dass man sich an ihnen schon sehr gut die Handlung des Buches zusammenreimen kann: Zwei Zeitreisende werden ins Regency England geschickt, um sich mit Jane Austen anzufreunden und ein verschollenes Manuskript von ihr zu retten. Das birgt natürliche nicht nur soziale Schwierigkeiten, sondern auch die Epoche an sich ist für Rachel und Liam gewöhnungsbedürftig. Ein gutes Jahr verbringt der Leser mit ihnen zusammen im Dunstkreis der titelgebenden Autorin, was nicht nur einen interessanten Blickwinkel auf Austen sondern auch ihre Zeit erlaubt.

Kathleen A. Flynn: The Jane Austen ProjectDer Roman startet direkt mit der Ankunft von Rachel und Liam im Jahr 1815, und gemeinsam mit ihnen orientiert sich der Leser erstmal in der Handlung. Wir erfahren nur Bruchstücke ihrer eigentlichen Leben, wodurch Flynn das Ausgangsjahr ambivalent hält. So oder so ist es aber ein kleiner Kulturschock, und die kleinsten Details stellen die beiden vor Probleme. Flynn zeigt hierfür einige Alltagsmomente oder erwähnt Aspekte, über die Bücher sonst gerne drüber weggehen (z.B. Rachels Monatsblutung), was mir sehr gefallen hat. Wenn man ein Jahr irgendwo/-wann verbringt, dann kommen solche Themen eben auch auf!

“I suspected he looked down on me as an American, and he seldom got my jokes. He’d be terrible in bed. I put my odds of sleeping with him before the mission had ended at 70 percent.”

Mir hätte die Zeitreise als solche für die Handlung eigentlich schon ausgereicht, aber Flynn bringt noch zwei weitere große Themen auf: Liebe und den Schmetterlingseffekt. An den beiden Themen hapert es dann leider auch gehörig, da sie zu sehr am Rande stehen und dann fast plötzlich in den Fokus geraten. Warum sich Rachel mal zu dem einen, mal zu dem anderen männlichen Charakter hingezogen fühlt? Gefühlt nur, weil die beiden da sind? Und wird am Anfang noch sehr vorsichtig agiert, schmeißen beide Reisenden ihre Prinzipien und Regeln schnell über Bord und beschäftigen sich kaum noch damit, dass ihre Handlungen Konsequenzen für die Zukunft haben könnten.

Kathleen A. Flynn: The Jane Austen Project

Flynn gibt ihren Charakteren zwei Möglichkeiten, wie dieses Jahr ausgehen könnte – am Ende wird die etwas langweiligere Möglichkeit gewählt und auf einmal alles Holterdiepolter erzählt. Das hat nicht ganz zum vorherigen Stil gepasst und das recht offene Ende empfand ich als verschenktes Potential. Klar lässt man sich so eine sperrangelweite offene Tüt für einen weiteren Band, aber wenn der dann nicht kommt, ist halt doof. The Jane Austen Project wird mir sicherlich für die kleinen (historischen) Details im Kopf bleiben, aber zu Jane Austen findet man definitiv unterhaltsamere Romane.


Weitere Eindrücke findet Ihr bei missappledome, Buch & Gewitter und Luna’s Leseecke.


BUCHDETAILS | ANZEIGE

TASCHENBUCH: 373 SEITEN | VERLAG: HARPER PERENNIAL (02.05.2017) | ISBN:  978-0062651259 | DIE DEUTSCHE AUSGABE IST UNTER DEM TITEL ‚JANE AUSTEN – JAGD AUF DAS VERSCHOLLENE MANUSKRIPT‘ BEI HARPERCOLLINS ERSCHIENEN. |  MEINE BEWERTUNG: 2/5

Ein Gedanke zu “Gelesen | The Jane Austen Project von Kathleen A. Flynn

  1. Schade, dass es nicht so super gewesen ist. Aber andereseits auch gut. Bei dem schönen Cover und dann noch Jane Austen, da wäre ich glatt drauf reingefallen :D

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