[Gelesen] Ein Kuss aus Sternenstaub

Neuerzählungen von bekannten (Märchen-)Stoffen sind aktuell im Trend und warum auch eigentlich nicht? Nicht ohne Grund sind die Vorlagen schließlich zeitlos und begeistern die Menschen immer wieder aufs neue. Jessica Khoury wählt für ihre Neuerzählungen nicht nur eine tolle Geschichte, die noch relativ unverbraucht ist, nein, sie lässt sie auch noch aus einer super interessanten Sicht erzählen: Denn nicht Aladdin selbst erzählt in Ein Kuss aus Sternenstaub sein Abenteuer aus 1001 Nacht, sondern der Dschinn aus der Wunderlampe.

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Ich bin Rauch in der Lampe, und ich rolle mich zusammen, strecke mich, schüttele die Lethargie von fünf Jahrhunderten ab. | Seite 5

Wüstensand und der Traum nach Freiheit

Die Handlung von Ein Kuss aus Sternenstaub ist in einem fiktiven arabisch angehauchtem Reich nahe einer Wüste angelegt, dass seit Jahrhunderten von Dschinn bedroht wird. Begraben unter dem Wüstensand liegt die einstige Hauptstadt, wo Aladdin zu Beginn des Buches die Wunderlampe findet. Ihn treibt ein mysteriöser Ring und der Wunsch nach der Freiheit vom tyrannischen Großwesir – und die Dschinny träumt von einer Freiheit jenseits der Ruinen und ihrer Lampe. Drei Wünsche hat Aladdin, um seinen Traum zu verwirklichen… und diese müssen gut überlegt sein, da Dschinn sehr genau auf den Wortlaut und mögliche Schlupflöcher achten.

Khoury entführt den Leser in eine magische Welt, die sie ohne ausschweifende Erklärungen vor dem geistigen Auge aufzubauen weiß. Ich hatte im ersten Kapitel noch etwas Bedenken, ob die Autorin einen nicht vielleicht mit Namen und Begriffen erschlagen wird, aber diese wurden schnell zerstreut. Es hilft natürlich, wenn man die Geschichte von Aladdin und der Wunderlampe oder zumindest den Disneyfilm kennt, aber auch so ist die Geschichte sehr zugänglich.

Wunsch um Wunsch zum Glück?

In Ein Kuss aus Sternenstaub spielt die Liebe -wie der Titel schon vermuten lässt- eine große Rolle, aber sie überwiegt nicht. Der Wunsch nach Freiheit und Unabhängigkeit, gerade auch der weiblichen Charaktere, ist ebenso durchgängig präsent und etwas, was ich gar nicht im Vorfeld erwartet hätte. Khoury gelingt es dadurch auch einer Trope, die man eigentlich gar nicht mehr sehen mag, einen überraschend guten Twist zu entlocken und die Geschichte nicht vollends vorhersehbar zu gestalten. Ich habe sehr mit Zahra und Aladdin mitgefiebert, und war mir eigentlich bis kurz vor Schluss nicht sicher, wie es mit den beiden enden wird.

Der innere Zwiespalt wie eigentlich alle Gedanken von Zahra sind wunderbar geschrieben, ach, das ganze Buch liest sich einfach toll! Ich kann gar nicht genau den Finger darauf legen, aber nach dem zweiten Kapitel war ich vollkommen von der Geschichte gefangen. Man merkt gar nicht, dass man über 400 Seiten gelesen hat und Khoury reicht diese Zeit auch vollkommen aus, um die Geschichte zu ende zu erzählen. Es gibt auf Englisch zwar mit The Jinny noch eine Kurzgeschichte, die vor den Ereignissen von Ein Kuss aus Sternenstaub spielt, aber diese ist wirklich nur ein kleines Extra der Autorin und kein Muss.

Vielen Dank an cbj für das Rezensionsexemplar!

Weitere Eindrücke zum Buch findet ihr bei noch mehr Bücher, Bücherschmöker, Kathi Booksta und Livricieux


BUCHDETAILS

Verlag: cbj
Übersetzerin: Gabriele Haefs
ISBN:  9783570403532
Erscheinungsdatum: 10.07.2017
Bewertung: 5/5

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[Momentan] KW 41 / 2017

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Happy National Coming Out Day | Printable: Truisms | Talk Yourself Out of It: Tips and tricks for keeping anxiety at bay.

BÜCHER
Handbook for Mortals: Spoiler Filled | Dog’s tales and meowmoirs: the irresistible rise of endearing animal books | Miniature book said to have inspired Virginia Woolf’s Orlando to be published | Boxen im Vergleich

SERIEN
Die vierte Staffel von How to Get Away with Murder ist gestartet und macht direkt wieder süchtig… obwohl (oder vielleicht auch gerade?) es wieder nach dem gleichen Muster aufgezogen ist. Viola Davis spielt Annalise Keating aber auch super gut!

Ebenfalls zurück ist Riverdale: Keine Ahnung, wo genau die Serie hin will, aber ich schau sie einfach furchtbar gerne. Und die Musik in der ersten Folge war einfach wieder super. Die kommenden Donnerstage sind jedenfalls reserviert.

FILME
Exposed – Blutige Offenbarung hatte leider viel weniger Keanu Reeves in sich und war sehr verwirrend… die Auflösung am Ende war schon interessant, aber ich glaube, der Film wird von mir wieder aussortiert.

Viel Freude hatten eine Freundin und ich dagegen im Kino mit Kingsman: The Golden Circle! Das ist mal ein Sequel, dass gut funktioniert und einfach nur geniale Szenen drin hatte. In der Reihe dürften gerne noch ein paar Filme kommen 🙂

Nach dem Musicalbesuch haben wir auch noch die Filmgrundlage zu Tanz der Vampire angeschaut… der Film ist okay, muss man aber nicht gesehen haben. Das Musical war aber einfach nur großartig und ich mag es auf jeden Fall noch mal sehen!

VIDEO

[Gelesen] The Complete Double Dead

Was passiert eigentlich, wenn in einer Zombieapokalypse neben den lebenden Toten noch andere Untote ihr Unwesen treiben? Chuck Wendig hat sich diese Frage für seinen Roman Double Dead gestellt. Herausgekommen ist ein wunderbar verrücktes Abenteuer, in dem der Leser gemeinsam mit dem Vampir Coburn aufwacht und erstmal die Welt nicht mehr versteht.

The Complete Double Dead

No life, no blood. No blood, no food. That was not good news. | Seite 18

Willkommen in der schönen neuen Welt

Coburn hat das Glück (Pech?), dass er wortwörtlich den Ausbruch der Zombieapokalypse verschläft. Als er zu Beginn des Buches aufwacht, ist es daher erstmal eine unschöne Überraschung, dass New York nicht mehr die gewohnte Millionenmetropole voller potentieller Blutspender ist. Zombieblut ist totes Blut und auch ein Vampir leidet Hunger. Was also tun? Coburn muss die überlebenden Menschen finden und generell überlegter an seine Nahrungsbeschaffung herangehen… was leichter gesagt als getan ist.

Mir hat die Grundidee von Vampir trifft auf Zombies bereits unglaublich gut gefallen und habe mich sehr auf die Lektüre gefreut. Wendig hat einen ganz eigenen Humor und es dürfen auch schon mal ein paar Schimpfwörter fallen, wenn es die Situation hergibt. Das kannte ich bereits aus den Miriam Black Büchern und Wendig trifft einfach wieder das richtige Maß hierfür. Man merkt dem Roman auch kaum an, dass es sich hier um das Debüt des Autors handelt: Die Handlung ist durchgängig logisch und gut ausgearbeitet, und das Buch liest sich flüssig.

Der Weg nach Nirgendwo

In den zwei Jahren seit Ausbruch der Zombieapokalypse haben sich bereits einige Gruppen zusammengeschlossen, die nach ganz eigenen Regeln leben: Auf der Reise durch die USA trifft Coburn sowohl auf einige Weggefährten als auch potentielle Feinde. Vor allem eine kleine Gruppe Überlebender spielt dabei eine große Rolle, ebenso wie ein Hündchen, dass Coburn grummelig in sein totes Herz schließt. Da Wendig den Vampir aber trotz Wandlung in jedem Abschnitt unberechenbar agieren lässt, driftet die Geschichte nie in komplette Klischees oder Altbekanntes ab und das Ende ist nie vorhersehbar.

Eine Schwierigkeit bei einer Geschichte über Zombies ist allerdings immer das Ende. Wenn erst einmal die Zombies da sind, sind die Entwicklungen nicht einfach umkehrbar. Double Dead leidet daher wie viele ähnliche Geschichten etwas darunter, ein passables Ende für Coburns Abenteuer zu finden. Wendig hat eine Novella, Bad Blood, geschrieben, welche nach den Ereignissen des Romans ansetzt und das ganze etwas abrundet. In The Complete Double Dead sind sowohl der Roman als auch die Novella enthalten, und ohne diese knapp 107 Seiten starke Ergänzung wäre mir der Schluss doch etwas platt vorgekommen.

One step in front of the other.
One drop of blood at a time. | Seite 112

Ich könnte mir Coburns Abenteuer wunderbar als Film oder kleine Miniserie, ja, vielleicht sogar als Comic vorstellen und bin fast traurig, dass Wendig sich nicht weiter mit diesem Charakter beschäftigt hat. Die Regeln, nach denen Vampire und Zombies in diesem Roman funktionieren, haben mir sehr gut gefallen und es war durchweg einfach mal frischer Wind in einem Genre, wo man gefühlt schon alles drin gesehen bzw. gelesen hat. Sicherlich ein Buch, dass die kommenden Jahre immer mal wieder um Halloween herum von mir aufgeschlagen wird – und sei es nur, um in ein paar von Coburns sarkastischen Sprüchen zu schmökern.


BUCHDETAILS

Verlag: Abaddon
ISBN: 9781781084212
Erscheinungsdatum: 09.02.2016
Rating: 4/5

 

Mystery Blogger Award

Die liebe Jenny von Eulenmatz und Martina von Dein Bücher Palast haben mich für den Mystery Blogger Award nominiert – vielen herzlichen Dank dafür! Ich habe mich sehr darüber gefreut, da ich noch nie an einem Award teilgenommen habe – und diese ist auch noch richtig schön aufgebaut. Ihr könnt Jennys Beitrag h i e r und den von Martina h i e r lesen, und vielleicht mögt ihr ja direkt noch ein wenig mehr bei ihnen stöbern? Es lohnt sich!mystery-blogger-e1504454354754

Die Regeln des Awards im Überblick:
– Nenne den Schöpfer des Awards und setze einen Link auf den Blog.
– Platziere das Award Logo oder Bild in Deinen Post.
– Danke der Person, die Dich nominiert hat und verlinke ihren Blog in Deinem Post.
– Erzähle Deinen Lesern drei Dinge von Dir selbst.
– Beantworte die Fragen des Nominierenden.
– Nominiere selbst 10-20 Blogger.
– Frage Deine Nominierten fünf originelle Fragen Deiner Wahl.
– Teile fünf Links zu Deinen besten Blogposts.
– Benachrichtige Deine Nominierten, indem Du in Ihrem Blog kommentierst.

Der Mystery Blogger Award wurde von der Bloggerin Okoto Enigma ins Leben gerufen und setzt sich aus drei Teilen zusammen: Drei Dinge, die man über sich selbst verrät; fünf Fragen, die sich der Vorgänger ausgedacht hat, und fünf der eigenen besten Blogposts. Auf los geht’s los, würde ich sagen! 🙂


Drei Dinge über mich

1 | Ich sammle Postkarten, DVDs und irgendwie auch Bücher. Bei Funkos wehre ich mich allerdings noch, weil ich diese zwar mag, aber es eigentlich nicht übertreiben will… ich habe trotzdem bereits sechszehn Stück. Upsi.

2 | Färben ist mir auf die Dauer zu anstrengend, aber mindestens einmal im Jahr töne ich meine Haare Rot – ich liebe diese Haarfarbe einfach! Meine eigentliche Haarfarbe ist Dunkelblond, wobei es je nach Licht eher wie Hellbraun aussieht.

3 | Ich neige dazu, immer ein Lied sehr obsessiv in Dauerschleife zu hören und höre ungern Alben am Stück durch.

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Die Fünf Fragen von Jenny
  • Welches Genre abseits deiner Comfort Zone wolltest du immer schon mal gelesen haben?
    Lange Zeit wäre meine erste Antwort Klassiker gewesen – mein Leseverhalten hat sich aber mittlerweile sehr gewandelt und ich lese regelmäßig viel in diesem Genre. Ich bin mir nicht sicher, ob es dafür einen Sammelbegriff gibt, aber ich würde irgendwann gerne mal in diese Literatur rein schnuppern, die zum Beispiel auf der Liste für den deutschen Buchpreis landet und von großen Kritikern begeistert besprochen wird. Meistens finde ich nur keinen Titel dabei, der mich persönlich anspricht oder reizen würde…
  • Bist du eher der Katzen- oder Hundetyp?
    Ich schmuse sehr gerne mit den Katzen meiner Freunde, aber ich bin selbst mehr der Hundetyp. Vor allem Dackel liebe ich über alles!
  • Welches Buch hast du mehrfach gelesen und warum?
    Oh, da gab es mehrere. Bei Harry Potter und Der Herr der Ringe hatte ich Phasen, wo ich die Bücher überhaupt nicht mehr aus der Hand gelegt habe – als Jugendliche haben mich diese Welten komplett eingefangen und eigentlich auch nicht mehr losgelassen. Generell habe ich einige Titel einfach deshalb mehrfach gelesen, weil sie irgendwie einen Nerv getroffen haben. Das Bildnis des Dorian Gray zum Beispiel war der erste Klassiker, den ich von mir aus gelesen habe und abgöttisch liebe; Wintergirls von Laurie Halse Anderson bringt einem die Denkweise beim Krankheitsbild Anorexie unglaublich nahe und bei Halloween ist neben der Handlung einfach der Schreibstil von Stewart O’Nan unglaublich.
  • Nenne deine drei liebsten Städte auf der Welt (mit Begründung)
    London, weil es einfach London ist und seit Ewigkeiten eine Faszination auf mich ausübt. Bislang war ich leider nur einmal dort, aber nächstes Jahr ist eine weitere Reise geplant. Nach Hamburg fahre ich seit Jahren immer wieder gerne zu Besuch zu Freunden bzw. Familie, und irgendwie liebe ich auch Bremen… einfach, weil es Heimat und Zuhause bedeutet.

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  • Wie hoch ist dein SuB und welches Buch liegt ganz zu oberst?
    Der ist gerade wieder etwas explodiert und liegt bei 193 Büchern… das mal wirklich zu dezimieren wird nächstes Jahr ein großes Projekt. Ganz weit oben liegen gerade QualityLand von Marc-Uwe Kling und Scherben der Dunkelheit von Gesa Schwartz

Die Fünf Fragen von Martina
  • Welchen Charakter bewundert ihr um dessen Kraft und Stärke?
    Puh, ich finde fast alle Charaktere in Dystopien oder Fantasygeschichten bewundernswert… allen voran schon irgendwie Harry James Potter, weil ich seine Geschichte auch mit am häufigsten gelesen habe. Allein die Entscheidungen im letzten Band sind schon unglaublich und das er nach allem kein komplettes Wrack ist…
  • Nenne dein Lieblingsbuch und begründe warum es dein Favorit ist.
    Das EINE Lieblingsbuch habe ich nicht, aber eines meiner liebsten ist Halloween von Stewart O’Nan. O’Nan hat einen ganz eigenen Schreibstil und die Geschichte hat mich einfach in ihren Bann gezogen, auch, weil sie sehr ungewöhnlich ist.
  • Welche Farbe kommt in eurem Bücherregal am häufigsten vor? Wieso?
    Ich hatte vor gut zwei Jahren einmal kurz ein „Regenbogenregal“ und dabei überwiegen einfach zu sehr die Farben Schwarz, Weiß und Blau für meinen Geschmack. Das liegt vor allem an bestimmten Verlagen, z. B. Diogenes, Fischer Klassik oder Heyne, von denen ich sehr viele Bücher besitze.
  • Was ist euer Lieblingsgenre und was mögt ihr an ihm so?
    Zwei Genres überwiegen etwas bei mir, Klassiker und Jugendliteratur. An Klassikern mag ich, dass sie wie Zeitfenster in die Vergangenheit sind und dabei trotzdem etwas zeitloses an sich haben. Jugendliteratur dagegen ist sehr vielfältig und mich reizen hier ganz viel die Ideen der Autoren für andere Systeme oder Welten und das ich mich meist gut in die Charaktere hineinversetzen kann.

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  • Was meint ihr zum Thema Rezensionsexemplare?
    Ich bin jedes Mal wieder dankbar, wenn ich von einem Verlag ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekomme und mag das System hier in Deutschland mit dem Bloggerportal, NetGalley und so weiter. Rezensionsexemplare sind aber kein Geschenk und mit Aufwand verbunden, was man nicht vergessen darf… und natürlich sollte man nicht vergessen, auch so Bücher zu kaufen und die Verlage zu unterstützen so weit es geht.

Meine fünf Fragen an den Nächsten
  • Liest du immer nur ein Buch oder mehrere Bücher gleichzeitig?
  • Wie sieht dein optimales Lesezeichen aus? Mit Band, ohne Band, magnetisch, etc.?
  • Hörst du beim Lesen Musik?
  • Welches Buch würdest du am liebsten noch einmal zum ersten Mal lesen können?
  • Magst du lieber Reihen oder Einzelbände?

Meine fünf liebsten eigenen Beiträge bisher

Welttag der Poesie | Notizen zu The Familiar Volume 2 | The Lizzie Bennet Diaries
The Black Tapes | Filme/Serien zu Versailles 

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Ich bin mit Nominierungen bzw. taggen immer ganz schlecht, weil ich immer den Überblick verliere, wer schon alles an welchen Aktionen teilgenommen hat… Deshalb: Wenn Ihr Lust habt, dann fühlt Euch hiermit bitte nominiert! ♥

 

 

 

[Vorfreude] Neuerscheinungen im 4. Quartal 2017

Das vierte und letzte Quartal für 2017 ist angebrochen und damit kommt jetzt auch der letzte Schwung an Neuerscheinungen für dieses Jahr, auf die wir uns freuen können. Ich muss zugeben, dass ich mir zwar wieder eine Menge Titel auf die Merkliste gepackt habe, aber direkt lesen werde ich -zumindest in diesem Quartal- nicht besonders viele von ihnen. Es ist einfach kaum ein Titel dabei, den ich tatsächlich sofort bei erscheinen verschlingen möchte? Ganz merkwürdig… aber ich halte es ja eh mit Neuerscheinungen wie mit gutem Wein: Sie reifen erstmal eine ganze Weile im Regal, bevor sie dann irgendwann gelesen werden. Und dann kann man sich eigentlich auch mit dem Erwerb ein wenig Zeit lassen.


Ein Wiedersehen mit ein paar alten Bekannten

Von Libba Bray kommt mit Before the Devil Breaks You endlich der dritte Teil der Diviners Reihe. Aber so gern ich auch die ersten beiden Bände in der Reihe gelesen habe und die Gründe für die Verzögerung verstehe – die Zeitabstände dazwischen waren arg lang und ich erinnere mich nur noch sehr grob an alles. Daher bin ich fast versucht zu warten bis auch der vierte (und letzte?) Band erschienen ist, und die Reihe dann noch mal von Anfang an komplett zu lesen. Vielleicht gibt es dann auch eine einheitliche Ausgabe fürs heimische Regal?

Mit Origin geht die Geschichte um Robert Langdon von Dan Brown in die fünfte Runde. Der letzte Teil hat mich sehr enttäuscht, aber vielleicht war das nur ein Ausrutscher? Die Geschichte klingt auf jeden Fall wieder spannend und mit Spanien als Spielort dürfte auch wieder Potential für viel (Kunst-)Geschichte nebenbei da sein.

Turtles All The Way Down ist das erste Buch von John Green seit The Fault in Our Stars und ich fürchte fast, dass es die nächsten Wochen ÜBERALL zu sehen sein wird. Die Geschichte spricht mich nicht direkt an, aber ich würde es irgendwann einfach wegen Green mal anlesen. Auf Deutsch erscheint es bei Hanser übrigens relativ zeitnah am 10. November als Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken und auf das Cover haben sich direkt Schildkröten verirrt!

Simon Jäger ist einer der deutschen Hörbuchsprecher, denen ich wirklich gerne stundenlang zuhöre. Und auch wenn ich eine kleine Hassliebe mit Büchern von Sebastian Fitzek habe, Flugangst 7A ist allein wegen Jäger wieder vorbestellt.

Fortsetzungen… oder so ähnlich

Mit It Devours! folgt der zweite Band im Welcome to Night Vale Universum, und über das Cover reden wir mal nicht. Da ich diese abgedrehte Stadt aber abgöttisch liebe, darf das gute Stück hier einziehen. Mit etwas Glück kann ich es dann noch um Halloween lesen.

Eine wahre Augenweide dagegen ist Whichwood, was ein Begleitroman zu Furthermore von Mafi ist. Aber selbst ohne den Bezug hätte die Beschreibung über ein Mädchen, dass die Toten waschen muss, mich schon neugierig genug gemacht. Das Buch ist ebenfalls vorbestellt.

Andy Weir veröffentlicht mit Artemis sein nächstes Buch nach The Martian – und wie bei Green wird man dem Titel vermutlich eine Weile nach Erscheinen überall über den Weg laufen. Irgendwie mag ich hier erst die Eindrücke abwarten, da sein erster Roman die Latte doch sehr hoch legt…

Mit The Empress geht die Trilogie um die Diabolic Nemesis weiter. Ich bin immer noch etwas genervt davon, dass erst kurz nach Erscheinen des Buches angekündigt wurde, dass es doch kein Einzelband sondern eben ein Trilogieauftakt ist. Das Cover passt auch nicht wirklich zum ersten Teil und ich fürchte fast, dass sich eine Neugestaltung vom ersten Band ankündigt. Hier mag ich erst wieder einige Leserstimmen abwarten, ob es sich denn lohnt.

Ein buntes Potpourri

Manchmal landen Bücher auf meinem Radar allein wegen der Cover oder bestimmten Signalwörtern – bei den nächsten Titeln ist das fast durch die Bank der Fall.  The City of Brass hat gleich beides. Ein alternatives Kairo im 18. Jahrhundert, Magie und eine Betrügerin… hach. Wäre es nicht wieder ein Auftakt zu einer Trilogie, würde ich mich wahrscheinlich sofort drauf stürzen. So warte ich lieber noch ein wenig, dann ist auch eine potentielle Wartezeit auf den nächsten Band nicht so lange, wenn es mir gefallen sollte.

In Good and Gone geht es um einen Roadtrip (ebenfalls mit grandiosem Cover!), The Midnight Dance hat eine Balletschule, in der nicht alles mit rechten Dingen zu geht und The Goblins of Bellwater ist von Christina Rossettis Gedicht Goblin Market inspiriert.

Bei This Darkness Mine fasziniert mich die absolut simple Gestaltung, während ich bei Brooding YA Hero den Twitteraccount @broodingYAhero sehr mag.

The Beginning of the World in the Middle of the Night ist wieder pure Coverliebe, wobei der Klappentext schon toll klingt… wenn ich nicht nur so misstrauisch gegenüber Kurzgeschichtensammlungen wäre! Insgesamt also alles zwar gut und schön, aber dennoch nicht hoch auf der Prioritätenliste.

Das haben-mag-aber-ich-kann-noch-etwas-warten Trio

Bei diesen drei Büchern ist schon großes Interesse da, aber ich MUSS sie einfach nicht sofort hier haben: A Line in the Dark erinnert mich leicht an My Best Friend’s Exorcism von Grady Hendrix, sodass ich es eigentlich gerne um Halloween lesen mag… wenn es dieses Jahr aber zu eng wird, warte ich lieber noch.

That Inevitable Victorian Thing hat eine alternative Geschichtsschreibung zu bieten, in der das britische Empire immer noch besteht und ich bin allein davon fasziniert! Gefühlt würde ich aber erstmal wieder eine Weile brauchen, um dazu zu greifen… aber dieses Buch wird definitiv noch von mir gelesen!

Among the Red Stars ist ein Jugendroman, der von den Nachthexen, einem russischen Nachtbomberregiment im zweiten Weltkrieg, inspiriert ist. Auf alle Fälle meins, aber ich habe aktuell noch so viele Bücher mit russischem Bezug ungelesen da, dass ich erst einige davon lesen mag.


Uff, zwar hauptsächlich verhaltene Vorfreude, aber dennoch noch jede Menge interessantes dabei. Und in die deutschen Verlagsprogramme habe ich noch nicht mal hereingeschaut…

Auf welche Titel freut Ihr euch denn in diesem Quartal ganz besonders?

[Gelesen + Gesehen] Blade Runner: Träumen Androiden von elektrischen Schafen?

Technischer Fortschritt hat meist auch seine Tücken: In der Zukunftsvision Blade Runner (OT: Träumen Androiden von elektrischen Schafen?) von Philip K. Dick ist es im Jahr 2012 möglich, Androiden herzustellen, die sich kaum noch von wirklichen Menschen unterscheiden. Das einzige Hilfsmittel zur Unterscheidung ist ein Empathietest und auch der birgt manche Lücken. Gar nicht so einfach also für den Blade Runner Rick Deckard, gleich mehrere auf die Erde geflüchtete Androiden zu fassen und auszuschalten!

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„Stimmt es, Mr Deckard, dass Sie Kopfgeldjäger sind?“ | Seite 50

Der Traum vom Schaf

1968 ist der Roman von Philip K. Dick zum ersten Mal erschienen und der breiten Maße wohl am ehesten durch die Verfilmung Blade Runner aus dem Jahr 1982 bekannt.  Die Verfilmung hat ihren ganz eigenen Reiz, aber greift nur einige der Themen des Buches auf: Als Leser begleitet man Rick Deckard, der bei einer Spezialeinheit der Polizei als sogenannter Blade Runner arbeitet. Sein Job ist es, auf die Erde geflüchtete Androiden auszuschalten, wobei dies durch immer bessere Modelle schwieriger wird. Es ist eine triste, post-apokalyptische Welt in der Deckard lebt, in der es kaum noch Pflanzen oder Tiere gibt. Die Menschheit verkümmert ebenfalls immer mehr, sodass unter anderem Maschinen, genannt Stimmungsorgeln, gebraucht werden, um überhaupt noch Gefühle zu empfinden. Der einzige Traum, der Deckard noch antreibt, ist, ein echtes Schaf zu besitzen – und durch seinen neuesten Auftrag rückt dieser in greifbare Nähe.

Neuauflage eines Klassikers

Deckards Jagd auf die Androiden stellt zwar den Großteil der Handlung da, aber auch John Isidore, ein Mann, der aufgrund seiner mentalen Fähigkeiten schwerlich einen Empathietest bestehen würde, spielt eine große Rolle. Dick beschäftigt sich mit der Frage, was einen Mensch zum Menschen macht und wie man dieses Menschsein erfassen kann. Wie kann man sich selbst überhaupt seiner eigenen Menschlichkeit sicher sein? Und ab wann hört ein Ding auf, nur ein Ding zu sein? Die Androiden sehen sich selbst nicht als Maschine. Ist es trotzdem richtig, sie auszuschalten und ihnen keinen freien Willen zuzusprechen?

„Wie lauten Ihre Anweisungen“, fragte Eldon Rosen, „für den Fall, dass ein Mensch bei Ihrem Test als Androide eingestuft wird?“ | Seite 64

Die Fragen, die Dick in seinem Roman stellt, lesen sich auch 49 Jahre später noch brandaktuell. Serien wie Westworld oder Filme wie Ex Machina befassen sich mit der Singularität, und hinterfragen den Menschen als höhste Entwicklungsform. Umso schöner, dass jetzt kurz vor Filmstart von Blade Runner 2049 das Buch nochmal in neuem Gewand und neuer Übersetzung durch Manfred Allié bei FISCHER Tor erschienen ist! Allié ist die Übersetzung sehr geglückt und man mag kaum glauben, dass das Buch nicht gerade erst geschrieben wurde.

Eine Zukunft ohne Zukunft

Wer den Film Blade Runner mochte oder sich allgemein für Science Fiction rund um Singularität interessiert, sollte sich den Roman auf auf alle Fälle einmal anschauen. Der Roman ist zwar eine Zukunftsversion, die nicht zur Realität geworden ist, aber durchaus noch denkbar wäre. Das allein macht schon einen großen Reiz der Geschichte aus, wobei Deckards Jagd nach den Androiden ebenfalls sehr spannend zu lesen ist. Der Roman gibt zudem Denkanstöße, beispielsweise zum Fernsehen oder Statussymbole der Gesellschaft. Dick gibt einem nur sehr wenige Beschreibungen, wodurch ich es in diesem Fall angenehmer fand, die Verfilmung im Vorfeld zu sehen. Ridley Scott hat die Geschichte in ein Cyperpunk trifft Film noir Flair getaucht, und allein die Bilder sind einfach nur großartig! Die Fortsetzung, Blade Runner 2049, startet am 5. Oktober in den deutschen Kinos und ich bin gespannt, ob noch weitere Themen aus der Buchvorlage aufgegriffen werden.


Weitere Eindrücke zum Buch findet ihr hier bei Würfelheld, Medienjournal und Die GedankeneckeWer sich für die Verfilmungen interessiert, findet hier noch ein paar Infos:


BUCHDETAILS

Verlag: FISCHER Tor
Übersetzer: Manfred Allié
ISBN: 9783596297702
Erscheinungsdatum: 24.08.2017
Rating: 4/5

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Bücher, Bücher! Neuzugänge im September 2017

Der Sommer ist vorbei, genauso wie der September. Mich freut das, denn der Herbst ist definitiv meine liebste Jahreszeit – nicht zuletzt, da jede Menge tolle neue Bücher erscheinen und ich auch viel mehr Zeit zum Lesen finde. Gerade letzteres kann ich wirklich gut gebrauchen… genug spannende Bücher warten auf jeden Fall schon auf mich! Neben drei vorbestellten Titeln, die jetzt endlich erschienen sind, kam noch eine Buchbox und vier Rezensionsexemplare an – spontan gekauft habe ich tatsächlich nur sieben Bücher. Immer noch eigentlich sechs Stück zu viel, aber ich bessere mich eben im Schneckentempo. Im Oktober wird es noch einmal eskalieren und danach werden hier etwas andere Seiten aufgezogen… aber dazu an anderer Stelle mehr 😉

Neuzugänge September 2017Kasie West: PS: Ich mag dich / Andrés Neuman: Traveller of the Century / Gaito Gazdanov: The Flight / Gesa Schwartz: Scherben der Dunkelheit / Isaac Asimov: Die Foundation Trilogie / Kathryn Ormsbee: Tash Hearts Tolstoy / Jay Kristoff: Godsgrave / Catherynne M. Valente: The Glass Town Game / Sarah Perry: Die Schlange von Essex / Leigh Bardugo: Wonder Woman: Warbringer / Emma Mills: Nicht nur ein Liebesroman / Stefan Bachmann: A Drop of Night / Terry Pratchett: Guards! Guards!Walter Moers: Das Labyrinth der Träumenden Bücher / Jürgen Neffe: Marx. Der Unvollendete

“Lesen, lesen, immer nur lesen und darüber die eigene erbärmliche Existenz vergessen!” ― Walter Moers: Das Labyrinth der Träumenden Bücher