[Momentan] KW 15 / 2018

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ARTIKEL
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BÜCHER
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FILME
In wenigen Tagen kommt schon der nächste Marvel Film ins Kino und ich nutze die Zeit davor, noch ein paar Titel aufzuholen. Fragt mich nicht warum, aber bisher hatte ich einfach nie so richtig Lust auf die Einzelfilme zu Thor – obwohl ich sowohl ihn als auch Loki ansonsten immer gerne mochte. Nun ja, Thor und Thor: The Dark Kingdom sind jetzt bereits geguckt, den dritten peile ich für nächste Woche an… sie sind irgendwie trashig, aber gleichzeitig machen sie großen Spaß.

VIDEO

[Gelesen] The City of Brass

So verlockend die Vorstellung von Magie ist – der gesunde Menschenverstand sagt einem, dass es diese in der Realität nicht gibt. Trotzdem wollen die Menschen daran glauben… Das weiß auch die junge Nahri, die sich auf den Straßen von Kairo im 18. Jahrhundert mit diversen Schwindeleien über Wasser hält. Dumm nur, dass sie bei einer davon aus Versehen einen Dschinn beschwört und auf einmal Ifrit hinter ihnen her sind. Zusammen mit Dara macht sich Nahri auf nach Daevabad, der legendären City of Brass, in der sechs verschiedenen Dschinnstämme um die Macht ringen und eine Rebellion im Untergrund wächst.

S. A. Chakraborty: The City of Brass
Von Prinzen und Schwindlern

The City of Brass ist der erste Band der Daevabad Trilogie von S. A. Chakraborty, und ein Buch, welches mich direkt von Anfang an in seinen Bann gezogen hat. Nahri hat trotz ihrer fragwürdigen Schwindeleien direkt etwas sympatisches und ich mochte, wie sie mehr oder weniger durch einen Fehler in die magische Welt hineinstolpert. Dass in dieser aber nicht alles automatisch besser weil magisch ist, beweist die zweite Perspektive, durch die Chakraborty die Geschichte erzählt: Alizayd al Qahtani, der zweitgeborene, leicht naive Sohn des gegenwärtigen Königs von Daevabad. Mit jedem Kapitel wechselt die Perspektive und so weiß man als Leser meist etwas mehr als Nahri oder Ali, wobei die Dinge selten so sind, wie sie scheinen.

Eine Stadt wie keine andere

Daevabad ist sowohl äußerlich als auch innerlich eine schrecklich-schöne Stadt angefüllt mit Intrigen und Machtspielen. Die Dschinnstämme ringen um den Thron, die Shafits (=Nachkommen aus Verbindungen zwischen Dschinn und Menschen) um ihre Rechte und es kommt häufig das Gefühl hoch, dass es sich um ein Pulverfass kurz vor der Explosion handelt. Für jeden der Hauptcharaktere -Dara hat zwar keine eigene Stimme, aber ich zähle ihn trotzdem mit zu diesen- bedeutet die Stadt Schutz und gleichzeitig  immense Gefahr. Für Nahri eröffnen sich nie erahnte Möglichkeiten, wobei ihre Schwindeleien ihr das Genick brechen könnten, Ali möchte meist nur das Beste und erreicht das genaue Gegenteil, während Dara unberechenbar ist.

The walls alone would have dwarfed the Pyramids, and the only buildings she could see in the distance were tall enough to peek over them: a dizzying variety of slender minarets, egg-shaped temples with sloping green roofs, and squat brick buildings draped in intricate white stonework resembling lace. The wall itself shone brilliantly in the bright sun, the light glistening off the golden surface like… „Brass,“ she whispered. The massive wall was entirely build of brass, polished to perfection. | Seite 235-236

Sei vorsichtig, was du dir wünscht

Manchen mag der Schreibstil von Chakraborty vielleicht zeitweise zu ausführlich sein, da die Autorin sich immer wieder Zeit nimmt, um ihre Welt und Charaktere in ihrer ganzen Fülle für den Leser heraufzubeschwören. Nicht nur beschreibt sie Ortschaften oder Speisen wunderbar detailliert, sondern es werden immer wieder Mythologie und Historie mit eingestreut. Das macht die Konflikte um einiges vielschichtiger und komplexer, und wirft auf einiges ein anderes Licht, sobald man mehr Details erfährt. Genauso zeigt sich schnell, dass ihre Charaktere keinen Stereotypen folgen und Nuancen haben. Treffen sie immer die klügsten Entscheidungen? Kaum. Aber man versteht das wieso weshalb warum hinter diesen und fiebert mit allen unglaublich mit. Die Handlung schlägt dabei nach einem recht gemächlichen Einstieg, in dem die Charaktere ausführlich eingeführt werden, immer wieder Haken – selten habe ich in letzter Zeit so viele überraschende Wendungen gelesen! Aktuell könnte die Reise überall hingehen und die Charaktere sind zudem nicht unbedingt sicher, was ich unglaublich schätze. Der zweite Band, The Kingdom of Copper, ist für Januar 2019 angekündigt und ich fiebere ihm jetzt schon arg entgegen.



Über Twitter hat  die Geschichte der City of Brass aus 1001 Nacht sehr unterhaltsam nacherzählt. Den Anfang des Threads findet Ihr h i e rWeitere Eindrücke zum Buch gibt es bei Read at Midnight, All About Romance und The BiblioSanctum.


BUCHDETAILS | ANZEIGE

Verlag: Harper Voyager
ISBN: 978-0008239398
Erscheinungsdatum: 08.03.2018
Rating: 5/5

[Rückblick] März 2018

Obwohl es von den Zahlen eigentlich gar nicht so schlecht aussieht – gefühlt war der März ein sehr durchwachsener Lesemonat. Vielleicht überschatten ein paar der schwächeren Titel es auch? Die meisten davon habe ich nämlich erst gegen Ende des Monats gelesen. Hmm, so oder so ist der März jetzt ebenfalls geschafft und wir sind im Frühling angekommen. Mehr Motivation und länger Tageslicht – yay!

Höhepunkt: The Secret Loves of Geek Girls
Tiefpunkt: Der Tag des Opritschniks
Gelesene Seiten: ca. 4.244
Ø Bewertung: 3,1/ 5 

Mir hat Der Schneesturm von Vladimir Sorokin recht gut letztes Jahr gefallen, und ich hatte noch zwei Bücher von ihm ungelesen hier: Der Tag des Opritschniks hat mich allerdings sowohl von der Sprache als auch einigen Szenen so abgestoßen, dass ich es abgebrochen habe. Am Zuckerkreml habe ich ebenfalls kein großes Interesse mehr und beide Bücher sind ausgemistet. Schade! Aber sich unnötig quälen bringt ja auch nichts. Marias Testament von Colm Tóibín wird ebenfalls ausgemistet: Der Autor lässt die Mutter von Jesus darin erzählen, wie sie dessen Weg zum Kreuz erlebt und wie das Bild von ihm durch seine Anhänger gestaltet wird. Die Idee dahinter fand ich gut, nur die Umsetzung schwächelt – eventuell hätte eine längere Form der Geschichte besser getan.

Monatsrückblick | März 2018
Zusammensetzung: 8 Printbücher; 5 Manga; 2 Sachbücher

Die Begeisterung für Manga und Comics ist immer noch präsent, und ich habe mit Dreamin‘ Sun und Horimiya zwei neue Reihen begonnen. Beide sind wunderschön gezeichnet, romantisch (aber nicht zu kitschig) und fangen bereits gut an. Bei Manga bin ich nur tatsächlich immer ein wenig vorsichtig beim Bewerten, weil ich mir die Reihen lieber im ganzen anschaue. Comics gab es im März nur so halb, denn in der Anthologie The Secret Loves of Geek Girls sind zwar unter anderem Comics enthalten, aber es ist kein reiner Comic. Mir war im ersten Moment zwar nicht bewusst, dass hier keine Fiktion enthalten ist, sondern es um die tatsächlichen Erfahrungen der Beitragenden geht, aber umso schöner war die Überraschung! Viele der Beiträge sind eher von Geek Women und gerade das mochte ich; das Aufzeigen, dass die Begeisterung für Dinge wie Comics, Videospiele, Fandoms, etc. nicht mit einem Ablaufdatum daherkommt. Alle Altersstufen dürfen sich dafür begeistern und natürlicherweise schwappen diese Themen in andere Lebensbereiche mit über. Es gibt noch eine Fortsetzung sowie ein Band über The Secret Loves of Geeks, die ich ebenfalls noch lesen mag.

Alle verschlungenen Titel des Monats:
• 
Christine Heppermann: Frag mich, wie es für mich war Bewertung: 3/5 | Beitrag
Hope Nicholson (Hrsg.): The Secret Loves of Geek Girls Bewertung: 4/5
Holly Bodger: 5 to 1 Bewertung: 3/5
Renée Knight: Disclaimer Bewertung: 2/5
Seanan McGuire: Beneath the Sugar Sky Bewertung: 4/5
• 
Arina Tanemura: Time Stranger Kyoko – Luxury Edition Bewertung: 4/5
 
Ichigo Takano: Dreamin‘ Sun 1 Bewertung: 3/5
• 
Ichigo Takano: Dreamin‘ Sun 2 Bewertung: 4/5
Vladimir Sorokin: 
Der Tag des Opritschniks abgebrochen
Amie Kaufman; Jay Kristoff: Obsidio Bewertung: 4/5 | Lesetagebuch
Hero; Daisuke Hagiwara: Horimiya 1 Bewertung: 3/5
 Hero; Daisuke Hagiwara: Horimiya 2 Bewertung: 3/5
China Miéville: 
October: The Story of the Russian Revolution Bewertung: 4/5
• Colm Tóibín: Marias Testament Bewertung: 2/5
Catherynne M. Valente: The Glass Town Game Bewertung: 3.5/5

“There is kindness in the world, if we know how to look for it. If we never start denying it the door.” 
― Seanan McGuire: Beneath the Sugar Sky