[Rückblick] April und Mai 2018

Dinge, die ich anscheinend gut kann: Blogbeiträge vorbereiten und dann einfach nicht zu ende tippen… Deswegen machen wir jetzt auch Nägel mit Köpfen und fassen den Rückblick auf die letzten beiden Monate zusammen, bevor der April komplett in die Versenkung gerät. Ich war zwischendurch krank und mit zwei -für mich- großen Projekten beschäftigt, was mir etwas den Wind aus den Segeln genommen hat, sowohl lese- als auch Schreibtechnisch. Manga, Comics und Hörbücher sind aktuell das einzige, was gut läuft, und dementsprechend hatte ich auch einiges aus der Bücherei ausgeliehen.

Höhepunkte: The City of Brass | Die Ermordung des Commendatore, Bd. 2
Tiefpunkte: Ich fürchte mich nicht | Thor – Gott des Donners, Bd. 4
Hörbücher: Sterne und Schwerter | Dumplin‘Puddin‘
Gelesene Seiten: ca. 2.879 (April) + 4.043 (Mai) = 6.922
Ø Bewertung: 2,98 / 5 (April) | 3,14/5 (Mai)

Mit The City of Brass und Norse Mythology waren im April direkt Bücher dabei, die ich sehr ins Herz geschlossen haben und die nächsten zwei Bände von Horimiya waren ebenfalls wieder top. Enttäuschend war dagegen Ich fürchte mich nicht von Tahereh Mafi, was ich in einer kleinen Leserunde gelesen habe. So viele bescheuerte Metaphern und Zufälle, dazu noch ein gezwungenes Liebesdreieck… Ursprünglich ist dieses Buch 2011 erschienen, und vielleicht hätte ich es damals mehr gemocht? Mittlerweile habe ich sehr viele Dystopien im Jugendbuchbereich gelesen, und verstehe für diese Reihe die Begeisterung leider gar nicht. Tja, mein Bücherregal hat sich gefreut – gleich drei Bücher auf einem Schlag sind dadurch ausgezogen.

Rückblick | April 2018

Rückblick | April 2018
Zusammensetzung/April: 6 Printbücher; 2 Manga; 1 Gedichtband; 1 Hörbuch

In der Bücherei hatte ich Glück und konnte einmal die komplette Reihe Thor – Gott des Donners sowie die ersten beiden Bände von Y: The Last Man ausleihen. Thor fing eigentlich perfekt an mit einer spannenden Handlung über mehrere Zeitebenen und einem interessanten Bösewicht – und dann war diese nach zwei Sammelbänden bereits abgeschlossen und es ging mehr oder weniger mit der Überleitung zum weiblichen Thor weiter. Bei den Comics von Marvel fehlt mir absolut der Überblick, und von der anderen Reihe kannte ich tatsächlich schon den ersten Sammelband. Oops! Der gefiel mir im Rückblick allerdings besser, obwohl ich die Auflösung zum weiblichen Thor nicht mochte. Beim letzten Mann mag ich die Idee dahinter, aber alle Handlungsstränge um Yorick fesseln mich noch nicht. Mal sehen, ob ich nach und nach trotzdem die Folgebände ausgeliehen bekomme.

Mit Only Human endeten dann noch die Themis Files im Mai – leider nicht auf einem Hoch für mich, aber ggf. kann ein erneutes Lesen da später noch mal einiges verbessern. Es ist halt doof, wenn die Lieblingscharaktere im zweiten Teil einer Trilogie sterben! Neuvel erinnert den Leser gefühlt auch einfach zu spät daran, dass das hier eigentlich Rose‘ Geschichte ist, was den Blickwinkel doch beeinflusst.

Rückblick | Mai 2018
Zusammensetzung/Mai: 7 Printbücher; 1 ebook; 7 Comics; 2 Hörbücher

Dumplin‘ und Puddin‘ habe ich direkt hintereinander als Hörbuch gehört: Beides keine perfekten Bücher, aber es war sehr viel drin, womit ich mich identifizieren konnte und einige Szenen bleiben einfach hängen. Zu Dumplin‘ kommt ja noch eine Verfilmung, auf die ich jetzt umso mehr gespannt bin.

Gemeinsam mit Isa habe ich den zweiten Band von Die Ermordung des Commendatore gelesen, wodurch die Lektüre wirklich einiges gewonnen hat. Bei Murakami ist eh immer viel Raum zum spekulieren und miträtseln, und ich glaube, wir haben uns gegenseitig da einige Bälle zugespielt. Wenn die englische Ausgabe draußen ist, möchte ich die Geschichte noch mal in ihrer Gesamtheit lesen und mir anschauen, wie die Übersetzung dort einige Stellen handhabt. Insgesamt hat mir hier die Kunstthematik einfach sehr zugesprochen.

Mit My Lady’s Choosing habe ich jetzt ein herrliches ‚gestalte deine eigene Liebesgeschichte‘-Buch im Regal, und ich mag es wirklich gerne. Klar funktionieren manche Handlungen besser als andere, und stellenweise nimmt sich der Text selbst nicht ernst – aber es unterhält köstlich! Gerade für Momente, wo man keine Lust auf einen kompletten Liebesroman hat, eine tolle Alternative. Und allein, dass der schottische potentielle Liebespartner einen dann Sassenach nennt, ist einfach perfekt.

Alle verschlungenen Titel der letzten zwei Monate:
April
Laline Paull: Das Eis Bewertung: 2/5 | Beitrag
Wladimir Kaminer: Ausgerechnet Deutschland Bewertung: 4/5 | Beitrag
S.A. Chakraborty: The City of Brass Bewertung: 5/5 | Beitrag | Video
• 
Hero; Daisuke Hagiwara: Horimiya, Bd. 3 Bewertung: 3/5
Amanda Lovelace: The Witch Doesn’t Burn In This One Bewertung: 4/5
Sarah J. Maas: Sterne und Schwerter Bewertung: 2/5
C.E. Bernard: Palace of Glass – Die Wächterin Bewertung: 3.5/5 | Beitrag
• 
Hero; Daisuke Hagiwara: Horimiya, Bd. 4 Bewertung: 4/5
Tahereh Mafi: Ich fürchte mich nicht Bewertung: 1/5
Neil Gaiman: Norse Mythology Bewertung: 5/5 | Eindruck
Mai
Jürgen Neffe: Marx. Der Unvollendete Bewertung: 4/5 | Beitrag
Sylvain Neuvel: Only Human Bewertung: 3/5
Han Kang: The Vegetarian Bewertung: 3/5 | Eindruck
Julie Murphy: Dumplin‘ Bewertung: 4/5
Julie Murphy: Puddin‘ Bewertung: 4/5 | Eindruck
• 
Jason Aaron; Esad Ribic: Thor – Gott des Donners, Bd. 1: Götterschlächter Bewertung: 4/5 | Eindruck
Jason Aaron; Esad Ribic: Thor – Gott des Donners, Bd. 2: Götterbombe Bewertung: 4/5
Jason Aaron; Esad Ribic: Thor – Gott des Donners, Bd. 3: Der Verfluchte Bewertung: 2/5
Jason Aaron; Esad Ribic: Thor – Gott des Donners, Bd. 4: Die letzten Tage von Midgard Bewertung: 1/5
Jeph Loeb; Chris Bachalo; Art Thibert: Witching Hour – Die Geisterstunde Bewertung: 2/5
• 
Brian K. Vaughan; Pia Guerra; José Marzán Jr.: Y: The Last Man, Bd. 1: Entmannt 
Bewertung: 3/5 
• Brian K. Vaughan; Pia Guerra; José Marzán Jr.: Y: The Last Man, Bd. 2: Tage wie diese Bewertung: 2/5 
Kitty Curran; Larissa Zageris: My Lady’s Choosing: An Interactive Romance Novel Bewertung: 4/5
Sayaka Murata: Die Ladenhüterin Bewertung: 4/5
A.R. Torre: If You Dare Bewertung: 3/5
Haruki Murakami: Die Ermordung des Commendatore, Bd. 2: Eine Metapher wandelt sich Bewertung: 4/5
Ursula Poznanski: Die Vernichteten Bewertung: 3/5

“Judging from the screams of the mob, Nahri suspected animating winged lions that breathed flames was not a regular occurrence to the djinn world.” 
― S.A. Chakraborty: The City of Brass

[Gelesen] Palace of Glass – Die Wächterin

Rezensionsexemplar | Wenn jemand allein durch eine Berührung deine Gedanken lesen könnte, wäre das nicht gruselig? Was, wenn nicht nur eine Person sondern eine ganze Gruppe diese Fähigkeit hätte? Wie würde die Gesellschaft damit umgehen? Und was für Konflikte könnten daraus alles erwachsen? Das ist eine der zentralen Fragen mit denen sich C. E. Bernard im ersten Band –Die Wächterin– der dreibändigen Palace-Saga, befasst, aber auch die Liebe und Intrigen kommen in dieser Geschichte nicht zu kurz!

Palace of Glass, Bd. 1: Die Wächterin
Vielen Dank an Penhaligon für das Rezensionsexemplar!
Rote Seide, weißer Palast

Die Gesellschaft, in der die junge Rea Emris in einem alternativen London lebt, wird bestimmt durch die Angst vor den Magdalenen – Menschen, die die Gabe haben, Gedanken durch Berührung lesen und teils manipulieren zu können. Obwohl die Welt technologisch etwa auf unserem Niveau ist, gelten deswegen feste Kleider- und Benimmregeln um den Körperkontakt auf das absolute Minimum zu reduzieren. Magdalenen werden -sofern entdeckt- aus der Öffentlichkeit entfernt, um diese zu schützen, sodass die Gabe mehr wie ein Fluch scheint. Selber eine Magdalene, erlaubt sich Rea nur nachts bei illegalen Kämpfen im Faustkampf Andere zu berühren. Durch ihr Geschick dabei lenkt sie allerdings unfreiwillig den Fokus des britischen Geheimdiensts auf sich, der sie für eine spezielle Stelle rekrutiert: Als Leibwächterin des Thronprinzen soll sie diesen vor Magdalenen schützen. Im Palast gilt es fortan, ihr Geheimnis genauso wie die Sicherheit ihres Schutzbefohlenen zu bewahren… und keine Gefühle aufkommen zu lassen, denn Prinz Robin ist Reas größter Feind.

Startschwierigkeiten und körperliche Gewalt

Das Konzept der Magdalenen mag anfangs etwas viel scheinen, aber C. E. Bernard schafft es, den Leser recht angenehm an ihren Weltenentwurf heranzuführen. Menschen mit besonderen Fähigkeiten, die sich von dem Rest der Maße abheben und auf Ablehnung stoßen, ist ja etwas, was es bereits auf die ein oder andere Weise bereits gibt, und auch einige andere Details haben mich an Aspekte Dreier anderer Bücher -The Bone Season, Nevernight und Smoke- erinnert, welche ich sehr mag. An für sich also gute Voraussetzungen für eine unterhaltsame Lektüre, trotzdem bin ich nach dem ersten Band etwas hin und her gerissen. Zwar war ich durchweg gefesselt von Rea und ihrer Geschichte, sodass ich das Buch kaum weglegen mochte, andererseits sind ein paar Logiklöcher vorhanden bzw. manche Dinge werden nicht ganz klar. Zum Beispiel muss ich irgendwo am Anfang die Jahresangabe überlesen haben, denn der Anachronismus von Kleidung und Benehmen des 19. Jahrhunderts gepaart mit Handys, Tablet und Internet im weiteren Verlauf des Buches hat mich zuerst arg verwirrt. Da sich Rea und die anderen Charaktere hauptsächlich im Palast aufhalten, erlebt der Leser zudem nicht viel von London und gefühlt könnte die Geschichte gerade noch überall spielen. Eine Tatsache, die sich hoffentlich mit der Verlagerung des Schauplatzes für den zweiten Band etwas geben wird.

Keinerlei Berührung. So lautet das oberste Gebot, das uns von Kindesbeinen eingebläut wird, die einzige Regel, die wirklich von Bedeutung ist. Trage stets deine Handschuhe. Ich werde diese Regel jetzt brechen. | Seite 9

Ein wirklich schwieriger Punkt in Die Wächterin, die ich an dieser Stelle kurz ansprechen mag, ist die ist Gewalt, die Rea widerfährt. So etwas wie die Leibesvisitation beim ersten Eintreffen am Hofe ist zwar mit einem Kloß im Hals zu lesen, macht im Rahmen der Geschichte allerdings Sinn. Gepaart mit einem anderen späteren Ereignis im Palast würde mit persönlich das bereits vollkommen ausreichen, um zu verstehen, welches Misstrauen und Paranoia in der Gesellschaft existiert. Die Autorin streut aber noch weitere Szenen bzw. Erinnerungen ein, die teilweise zu viel und zu krass wirken. Was soll ein Einschub wie der mit der Dusche bei mir als Leser genau auslösen? Vor allem, wenn dieser aus dem Nichts kommt und im weiteren nicht wirklich wieder aufgegriffen wird? Warum Rea mit ihrem Bruder in London ist, und wie sie selbst die Reaktion auf die Enthüllung einer Magdalena erlebt hat, hätte man sicherlich auch ohne diese Details zeigen können. Vielleicht sollte es aber auch eine weitere Anspielung an den Report der Magd sein? Ich könnte im weiteren Verlauf der Saga jedenfalls gut auf weitere Einschübe wie diese verzichten!

Ritter und Löwinnen

Zwar stellt der Konflikt mit den Magdalenen schon einen großen Fokus der Geschichte da, aber das Hauptaugenmerk liegt definitiv auf der Liebesgeschichte und der generellen Interaktion zwischen Rea und einer ganzen Schar toller Nebencharaktere. Vor allem Galahad, Blanc und Ninon mochte ich sehr und hoffe, dass man noch mehr von ihnen in den folgenden Bänden sieht. Rea selber ist als Hauptperson noch etwas ausbaufähig, allerdings ist da sicher bewusst noch Luft noch oben gelassen, damit sie über die gesamte Trilogie hinweg wachsen kann. Ihre Liebesbeziehung entwickelt sich zwar recht flott, aber aufgrund der straffen Regeln, was Beziehungen und Berührungen anbelangt, kann man das gut nachvollziehen. Insgesamt ist für die folgenden zwei Bände einiges an Möglichkeiten in Die Wächterin vorbereitet, und bin gespannt, wie es in Palace of Silk – Die Verräterin weitergehen wird.

Von C.E. Bernard gibt es übrigens auch eine Playlist zum Buch, die leider nicht mit abgedruckt wurde. Falls Ihr einen Eindruck von den Charakteren bekommen wollt, ist die Liedauswahl ein guter Einstieg. Folgend ist die Playlist von der Webseite der Autorin vom 31.07.2017, auf anderen Seiten findet sich eine andere Liedauswahl für Ninon (Sarasate: Carmen Fantasy, Op.25 – 1. Moderato), wobei beide super zu ihr passen!

  1. Die Mensatorin: Miss Rea Marian Emris – Mumford & Sons | Snake Eyes
    “It’s in the eyes: I can tell you will always be danger – the stakes remain too high for this silent mind – to leave love divine – don’t leave love divine.”
  2. Die Herzogin: Ninon d’Orléans – Mumford & Sons | Wilder Mind
    “I have been blessed with a wilder mind – you can be every little thing you want nobody to know – you can call it love if you want.”
  3. Der Prinz und die Wächterin: Robin – Mumford & Sons | Believe
    “This is never gonna go away if I’m gonna have to guess what’s on your mind.”
  4. Der Hauptmann: Blanc – Mumford & Sons | The Wolf
    “You better keep that wolf back from the door. He wanders ever closer every night.”
  5. Bruder und Schwester: Liam und Rea Emris – Mumford & Sons | Tompkin Square Park
    “I really wish you would not cry. I only ever told you one lie when it could have been a thousand.”
  6. Die Heldin: Rea Emris – Clara Clasen | Irrelevant
    “The only thing that’s true about me is that the world will turn without me.”

Der zweite Band, Palace of Silk – Die Verräterin, ist ab dem 29. Mai 2018 im Handel erhältlich. Und auch der dritte Band, Palace of Fire – Die Kämpferin, lässt nicht lange auf sich warten und erscheint bereits am 23. Juli 2018. Weitere Eindrücke zum ersten Buch findet Ihr bis dahin bei Buchnotizen, TThink TTwiceBuntes TintenfässchenBookalicious, Liebe dein Buch und Der Buchdrache.


BUCHDETAILS | ANZEIGE

BROSCHUR: 416 SEITEN | ORIGINALTITEL: TOUCH THAT FIRE (REA 1) | PALACE-SAGA, BAND 1 | ÜBERSETZT AUS DEM ENGLISCHEN VON CHARLOTTE LUNGSTRASS-KAPFER | VERLAG: PENHALIGON  (19.03.2018) | ISBN: 978-3764531959 | MEINE BEWERTUNG: 3.5/5