Gelesen | We Sold Our Souls von Grady Hendrix

Mir hat The Southern Book Club’s Guide to Slaying Vampires von Grady Hendrix im April so viel Spaß gemacht, das ich Lust auf mehr in der Richtung hatte – und da bietet sich natürlich ein weiterer Titel des Autoren an! We Sold Our Souls kannte ich noch nicht, und die Geschichte um eine gescheiterte Metallband, verkaufte Seelen und eine verfluchte Abschlusstour klang wieder sehr vielversprechend. So ganz konnte das Buch zwar nicht halten, was es im Vorfeld versprochen hat, aber der Trip durch die USA mit viel Musik hat dennoch Spaß gemacht!

Grady Hendrix: We Sold Our Souls

Klappentext

Every morning, Kris Pulaski wakes up in hell. In the 1990s she was lead guitarist of Dürt Würk, a heavy-metal band on the brink of breakout success until lead singer Terry Hunt embarked on a solo career and rocketed to stardom, leaving his bandmates to rot in obscurity. Now Kris works as night manager of a Best Western; she’s tired, broke, and unhappy. Then one day everything changes—a shocking act of violence turns her life upside down, and she begins to suspect that Terry sabotaged more than just the band. Kris hits the road, hoping to reunite Dürt Würk and confront the man who ruined her life. Her journey will take her from the Pennsylvania rust belt to a celebrity rehab center to a satanic music festival. A furious power ballad about never giving up, We Sold Our Souls is an epic journey into the heart of a conspiracy-crazed, pill-popping, paranoid country that seems to have lost its very soul.

Das war gut

Man nimmt Hendrix seine Frauenfiguren immer vollkommen ab, und da macht Kris keinen Unterschied: Zu Beginn des Romans ist sie quasi ganz unten angekommen, und man mag kaum glauben, das sie mal Teil einer Band kurz vorm großen Durchbruch war. Nach und nach werden die Hintergründe hierzu aufgedeckt, während sich alles auf eine Konfrontation mit den alten Bandkollegen -vor allem dem einen, der es dann tatsächlich geschafft hat mit seiner eigenen Band Koffin groß rauszukommen- zuspitzt. Je weiter der Roman und die Reise durch die USA von Mitglied zu Mitglied fortschreitet, desto mehr wächst Kris über sich hinaus und macht eine tolle, glaubhafte Entwicklung durch. Diese Reise spiegelt sich in der von Melanie, welche ihr Leben umkrempelt, nur um eines der Abschiedskonzerte von Koffin live erleben zu können.

She wasn’t famous, she wasn’t rich, she didn’t even have her own photo ID. She was just a musician. But you fought with the weapons you had, not with the ones you wished for. | Seite 186

Musik und die Liebe zu ihr ist das zentrale Thema von We Sold Our Souls, und immer wieder werden (Metall-)Bands, Instrumente oder spezifische Lieder angesprochen. Das passt aber immer in die jeweiligen Momente und wirkt nie gekünstelt. Eines der Alben von Kris‘ Band, Troglodyte, spielt eine zentrale Rolle und Hendrix beschreibt dieses Konzeptalbum so unglaublich gut, das man es am liebsten auf der Stelle hören möchte. In der Hinsicht hat mich We Sold Our Souls immer wieder an Daisy Jones & The Six erinnert, genauso wie die Tatsache, dass die einzelnen Bandmitglieder ihre ganz eigene Vorstellung davon haben, warum es damals mit Dürt Würk nicht geklappt hat.

Das war weniger gut

Normalerweise sind Hendrix‘ Romane immer nur auf den ersten Blick leicht durchschaubar und er spielt viel mit Perspektive. Ist der integrierte Horror wirklich da oder nur Einbildung der Charaktere? Was möchte der Leser glauben? Und genau das habe ich in We Sold Our Souls arg vermisst. Hier wirkt alles recht gradlinig, und erst die letzten Seiten probieren etwas Mysterium einzubringen. Von Terry hätte ich gerne mehr gesehen, da er als Bösewicht blass bleibt und man nicht ganz den Groll zwischen den ehemalig besten Freunden nachvollziehen kann, und generell hätte der Beginn etwas gestraffter sein können, um mehr Raum für die Konfrontationen zu haben. Die liefen immer recht… unspektakulär ab?

Fazit

We Sold Our Souls ist zwar nicht Hendrix‘ bester Roman, aber trotzdem einer, der Spaß macht. Die gezeigte Liebe zur (Metall-)Musik macht Spaß und man hat am Ende einer tolle Playlist zusammen, wenn man sich alle Anspielungen bzw. Erwähnungen notiert. Und sei es nur, dass man am ende Dead End Justice in Dauerschleife hört.


Weitere Eindrücke zum Buch findet Ihr bei The BiblioSanctum, Kendall Reviews und Grimdark Dad.


BUCHDETAILS | ANZEIGE

TASCHENBUCH: 336 SEITEN | VERLAG: QUIRK BOOKS (25.06.2019) | ISBN:  978-1683691242 |  MEINE BEWERTUNG: 3/5

5 Gedanken zu “Gelesen | We Sold Our Souls von Grady Hendrix

  1. Jetzt hab ich eben durch Zufall gesehn: Der Autor hatte auch das Horrorstör geschrieben (steh manchmal aufm Schlauch) okay, da hatte mich die Werbung damals so erschlagen, dass ich keinen Bock auf das Buch hatte XD

    Wie gut, dass du hier schon Buch 2 vorstellst (wenn auch nicht so überzeugend) und ich mir nun ein eigenes Bild machen möchte.

      • Das Gretchenbuch hat mich irgendwie nie gelockt. Hast das gelesen? Auf dt oder engl?

      • Ja, aber ich erinnere mich nicht mehr allzu gut daran.. ich möchte das sowie Horrrorstör demnächst eigentlich rereaden, damit ich dazu noch Rezensionen schreiben kann. Irgendwie hat es mir Hendrix gerade wieder sehr angetan :)

Hinterlasse eine Antwort zu TheReal Kaisu Antwort abbrechen

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..