[Gelesen] Die Stadt, in der es mich nicht gibt

Wenn man die Vergangenheit ändern könnte, würde man das tun? Welche Konsequenzen würde es haben? Wie viel kann man überhaupt ändern, wenn man nur einzelne Teile des ganzen Zeitgefüges kennt? Und wie viele Chancen würde man erhalten? Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigt sich Kei Sanbe in seiner Manga-Serie Die Stadt, in der es mich nicht gibt, welche  ursprünglich zwischen 2012 und 2016 in Japan erschienen ist. Die Geschichte um Satoru Fujinuma vereint Zeitreise- und Krimielemente in sich, und hat mich sowohl als Manga als auch Netflixserie restlos begeistern können.

Kei Sanbe: Die Stadt, in der es mich nicht gibt

Zeitsprünge

Der 28 Jahre alte Satoru Fujinuma führt ein relativ einfaches und ereignisloses Leben. Seine angestrebte Karriere als Manga-Autor kommt nicht recht in Gang, so das er seinen Lebensunterhalt als Pizzabote verdienen muss. Eigentlich ist an ihm nichts besonderes, bis auf eine Gabe von der niemand weiß: Wenn sich Unglücke in seiner Nähe ereignen, kann Satoru wenige Minuten in der Zeit zurückspringen und diese verhindern. Als sich ein Mord ereignet, wird Satorus Gabe ausgelöst – doch statt weniger Minuten springt er dieses mal ganze 18 Jahre in die Vergangenheit zurück und ist wieder sein zehnjähriges Ich. In der Kleinstadt, in der Satoru großgeworden ist, ereigneten sich zu dieser Zeit mehrere Morde an Grundschulkindern und ihm kommt der Verdacht, dass diese Taten mit der in der Gegenwart verbunden sind. Was wäre also besser als diese zu verhindern, um so auch den Mord in der Gegenwart ungeschehen zu machen?

Taten und Konsequenzen

Das erste und größte Problem, worüber Satoru stolpert, ist ein ganz natürliches. Erinnern wir uns an gewisse Begebenheiten? Natürlich. Aber je weiter wir zurück gehen, desto größere Schwierigkeiten wird es beim Erinnern geben. Meistens bleiben nur große oder außergewöhnliche Ereignisse im Gedächtnis, gerade aus der Kindheit. Satoru erinnert sich zwar an die Opfer und den groben Zeitraum, in dem die Mordserie geschah, aber alle Details und Feinheiten müssen rekonstruiert werden. Gar nicht so leicht, wenn man gerade im Körper eines Zehnjährigen steckt. Seine Taten führen immer unmittelbar zu Änderungen für beide Zeitlinien und es ist nicht zu viel verraten, dass Satoru mehr als einmal zwischen diesen hin und her springt und sich neu orientieren muss.

„Ob ich irgendwann die Person werde, die ich gern sein will? Gibt es wirklich etwas, das ich zu diesem Zeitpunkt tun kann? Wird es für mich jemals ein Happy End geben? Ich sollte es einfach aussprechen… Ich will die Zukunft verändern.“ | aus Die Stadt, in der es mich nicht gibt, Band 2, Kapitel 8

Ritter der Gerechtigkeit

Die Stadt, in der es mich nicht gibt vereint einige Dinge in sich, die ich gerne lese: Neben dem Zeitreisen an sich rätselt man gemeinsam mit Satoru, wer der Täter ist und wie man diesen stoppen kann, erlebt die Entwicklung von großartigen Freundschaften und bleibt bis zur letzten Seite gespannt, wie das alles nur enden mag. An Sanbes Stil musste ich mich im ersten Band etwas gewöhnen, gerade bei den weiblichen Figuren, aber schnell ist man in der Geschichte drin und fliegt nur so durch die Seiten. Trotz der diversen Zeitstränge verheddert sich Sanbe nicht und alles bleibt konstant logisch und nachvollziehbar. Gerade die Erklärung für die Zeitsprünge fand ich sehr gelungen, sowie das Zusammenlaufen aller Hinweise und wichtigen Charaktere fürs Finale. Bei acht bzw. neun Bänden (Band 9 ist eine Art Zusatz) ist Die Stadt, in der es mich nicht gibt ein kurzes, intensives Leseerlebnis, welches ich Euch nur ans Herz legen kann.


Die Stadt, in der es mich nicht gibt ist auf Deutsch bei TOKYOPOP in neun Bänden erschienen (Übersetzung: Gandalf Bartholomäus). Die darauf basierende Serie Erased ist seit Dezember 2017 auf Netflix verfügbar und umfasst 12 Folgen. Ein Anime sowie eine Realverfilmung existieren ebenfalls.

 

[Momentan] KW 5 / 2018

happy mailARTIKEL
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BÜCHER
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FILME
Auf The Villainess hatte ich schon sehnsüchtig gewartet, da der Film leider in keinem der Kinos bei uns gezeigt wurde, ich aber die Trailer sehr genial fand. Erzählt wird die Geschichte von Sook-hee, die schon seit ihrer Kindheit ein Leben voller Gewalt führt. Nachdem sie quasi im Alleingang eine Gang nebst Drogenküche ausschaltet, wird sie vom südkoreanischen Geheimdienst geschnappt und als Killerin ausgebildet. Nach und nach erfährt man immer mehr von den Hintergründen und Intrigen rund um Sook-hee, wobei das vorherrschende Thema Rache ist. Die Eingangsszene erinnert stark an Hardcore Henry und ist grandios gemacht, wenn gleich sie wirklich keine Minute länger gehen dürfte (Motion Sickness lässt grüßen). Es ist durch die sich erst langsam erklärende Geschichte ein Film, den man definitiv mehrfach sehen kann, und ich mochte ihn sehr.

SERIE
Ich schiebe immer noch die letzte Folge etwas vor mir her, aber Yuri!!! On Ice hat mein Herz gestohlen. Die Musik ist toll, das Thema des Eiskunstlaufs ist wunderbar animiert und die Charakter alle absolute Liebe.

VIDEO

 

Bücher, Bücher! Neuzugänge im Januar 2018

Neue Bücher braucht das Regal! Nun gut, eigentlich ist das schon sehr vollgestopft, aber ein wenig geht da noch rein. Stapeln hilft zur Not ebenfalls. Viele meiner Vorbestellungen kommen direkt zu Jahresanfang, sodass es wieder eine ordentliche Anzahl Neuzugänge ist – im Vergleich zu den letzten Monaten geht es aber bereits in die richtige Richtung, wobei es noch nicht ganz geklappt hat mit nur zwei ungeplanten, spontanen Käufen… an einem zusätzlichen Comic kam ich im Comic Cafe einfach nicht vorbei. Ich werde probieren dafür im Februar nur einen Titel zu kaufen, damit sich das wieder einpendelt.

Neuzugänge Januar 2018

  • Von den 11 neuen Bücher habe ich bereits 4 Stück (=36 Prozent) gelesen
  • 8 Bücher sind auf Englisch, 3 auf Deutsch
  • Mir wurden 2 Bücher geschenkt
  • The Cruel Prince sieht man gerade so häufig überall, dass ich es gerade gar nicht lesen mag?
  • Es sind 3 Reihenauftakte, 5 Fortsetzungen und 3 Einzelbände eingezogen (73:27)
  • Das kleine Pflänzchen heißt Flashmob

Jenn Bennett: Night Owls / Matthew J. Kirby: Fate of the Gods  / Brian K. Vaughan; Fiona Staples: Sage, Vol. 8 / Kieron Gillen; Jamie McKelvie; Matt Wilson: The Wicked + The Divine, Vol. 6: Imperial Phase, Part 2 Holly Black: The Cruel Prince  / Becky Chambers: Zwischen zwei Sternen Matthew Rosenberg; Tyler Boss: 4 Kids Walk Into A Bank / Bettina Belitz: Damirs Schwur / Veronica Rossi: Schatten und Licht Diana Gabaldon:Written in My Own Heart’s Blood / Anna Day: The Fandom

“The purpose of a storyteller is not to tell you how to think, but to give you questions to think upon.”
 Brandon Sanderson: The Way of Kings