[Rückblick] November 2016

Der November lief total gut: Leseplan komplett geschafft und viel großartiges gelesen sowie gehört. Ich bin sehr froh darüber, dass ich nächste Woche einen freien Tag habe, an dem ich über ein paar Titel noch etwas intensiver schreiben kann!

Höhepunkt: Paper and Fire
Tiefpunkt: Tear Tracks
Gehört: Das Paket | Paper and Fire | Monster 1983 – Die komplette 2. Staffel
Gelesene Seiten: ca. 3.767

Die Great Library Trilogie von Rachel Caine ist im zweiten Teil genauso grandios wie im ersten und es ist einfach schrecklich, dass der nächste Band erst im Sommer erscheint… Da ich nur die Hörbücher gehört habe, habe ich mir die physisischen Bücher jetzt erstmal bestellt und werde sie während der Wartezeit auf Ash and Quill noch einmal lesen. Crooked Kingdom war ebenfalls toll und ich will gar nicht darüber nachdenken, dass Bardugo erst mal ein paar Projekte außerhalb des Grisha Universums schreibt.rl-nov16Gelesen: 17 (13 Print; 1 Short; 1 ebook; 2 Arc; 3 Hörbücher) = Ø rating 3,94
Leigh Bardugo: Crooked Kingdom rating: 5/5
Jan Kuhlbrodt: Geschichte rating: 3/5 
Anna Snoekstra: Ihr letzter Sommer rating: 4/5 | Blogbeitrag [x] 
Malka Ann Older: Tear Tracks rating: 2/5 
Haruki Murakami: Kafka on the Shore rating: 3/5 | Blogbeitrag [x] 
Kieron Gillen; Jamie McKelvie; Matt Wilson: The Wicked + The Divine, Vol. 4: Rising Action
rating: 4/5  
Leo Tolstoy: How Much Land Does A Man Need rating: 4/5 
J. K. Rowling: Fantastic Beasts and Where to Find Them: The Original Screenplay
rating: 5/5 

Colleen Hoover: November 9 rating: 3.5/5 
Nikolai Gogol: Petersburg Tales rating: 4/5
Lish McBride: Necromancing the Stone rating: 4/5 
Lev Grossman: The Magician’s Land rating: 5/5 
Emily Dickinson: My Life Had Stood A Loaded Gun rating: 3/5  
Susanne Gerdom: Haus der tausend Spiegel rating: 4/5 
Nick Seidel: Minimalismus rating: 2.5/5

“How many times have you told me you’re a monster? So be a monster. Be the thing they all fear when they close their eyes at night.” ― Leigh BardugoCrooked Kingdom

[Gelesen] Ihr letzter Sommer

Rezensionsexemplar | Die namenlose Protagonisten in Anna Snoekstras Roman Ihr letzter Sommer sitzt sprichwörtlich in der Klemme: Sie wurde beim Diebstahl erwischt und kann sich partout nicht raus reden. Keine ihrer Maschen zieht bei dem Ladendetektiv und so kommt sie dazu, einen sehr unüberlegten Satz zu äußern:

„Mein Name ist Rebecca Winter. Ich wurde entführt.“

ihrletztersommerRebecca Winter, dahinter steckt eine eigentlich recht typische Sechszehnjährige, die den Sommer zwischen Schwimmbadbesuchen, Sommerjob, Liebeleien und Zeit mit ihrer besten Freundin verbringt. Dieses Bild wird nur durch ihr plötzliches Verschwinden im Sommer 2003 gestört und dementsprechend groß ist die Aufregung als sie nach elf Jahren vermeintlich wieder auftaucht. Was wir als Leser von Beginn an aber wissen ist, dass die Frauen sich zwar ähnlich sehen, aber mehr auch nicht. Die Doppelgängerin drängt sich unfreiwillig mit ihrer Aussage in die nächste Ecke, denn sowohl die Polizei als auch Rebeccas Familie haben natürlich großes Interesse daran zu erfahren, was in jenem Sommer geschehen ist und sie all die Zeit gesteckt hat.

Wie erzählt man so eine Geschichte? Snoekstra löst es eigentlich sehr gut, in dem sie immer wieder von Kapitel zu Kapitel zwischen den beiden Zeitlinien hin und her springt: Als Leser erlebt man sowohl die letzte Woche vor dem Verschwinden, als auch die aktuellen Geschehnisse im Jahr 2014 mit Rebecca. Es ist dabei faszinierend, wie leicht teilweise die Grenzen zwischen den beiden Frauen hier verwischen und wie spannend beide Teile doch sind! So weiß man zum Beispiel zwar, dass Rebecca verschwinden wird, aber nicht, wie es passiert. Ebenso ist klar, dass die Maskerade der Doppelgängerin auf furchtbar wackligen Füßen steht und einfach mit dem Umfeld des Mädchens elf Jahre später noch etwas ganz und gar nicht stimmt.

Mir hat es unglaublich viel Spaß gemacht mitzurätseln, was sich in dieser einer Woche in Rebeccas Leben ereignet hat. Von den gegebenen Hinweisen her wäre ich auch nicht auf die Auflösung vorzeitig gekommen und konnte das Buch so auch kaum aus der Hand legen. Die Verortung in Australien fand ich ebenfalls interessant, wenn es auch nur einen kleinen Einfluss auf die Handlung selbst nimmt. Was man aber für den Handlungsstrang in 2014 auf alle Fälle anmerken sollte, ist, dass an einigen Stellen etwas realitätsfern agiert wird. Es hat schon seine Gründe, warum es der Doppelgängerin gelingt, so leicht in Rebeccas Rolle zu schlüpfen, aber nur so kann die Geschichte auf eben diese Art erzählt werden. Für mich waren das auch die einzigen kleinen Stolpersteine, da der Rest der Geschichte danach sehr konsequent und schlüssig aufgebaut ist. Obwohl wir nie den Namen der Doppelgängerin erfahren, wird ihr Charakter von Snoekstra gut im Laufe des Buches entwickelt und fast so etwas wie sympathisch, wenn sie auch mal hinterfragt, was es zum Beispiel bedeutet, wenn den Eltern von Rebecca klar wird das eben nicht ihre Tochter zurückgekehrt ist.

Ihr letzter Sommer ist ein Thriller, der gerade für jemanden wie mich, der sehr selten zu diesem Genre greift, sehr gut funktioniert. Snoekstra hält gut die Balance bei den etwas heftigeren Szenen und baut die Geschichte für den gesetzten Fokus gut auf. Das die australische Polizei nicht so arbeiten würde, ist dabei ein Logikfehler, den man in Kauf nehmen muss. Ich könnte mir vorstellen, dass passionierte Thrillerleser auch schneller die Ereignisse durchschauen könnten… mir macht es erst mal gehörig Lust auf mehr in diese Richtung!

Vielen Dank an und HarperCollins für das Rezenssionsexemplar!


BUCHDETAILS | ANZEIGE
Verlag: HarperCollins
ISBN: 9783959670357
Erscheinungsdatum: 10.03.2016
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Rating: 4/5

[Leseplan] November 2016

Das schwierige an einem Leseplan ist, sich Titel herauszusuchen auf die man aller Wahrscheinlichkeit nach in den nächsten Wochen auch tatsächlich Lust hat. Im Oktober hat das überhaupt nicht hingehauen – von den 16 gelesenen Büchern stand nur eines auf dem Plan. Vielleicht läuft’s im November ja wieder etwas besser mit der Einschätzung.

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Lesepensum: 1.667 Seiten | ~ 56 Seiten pro Tag
  • Lev Grossman: The Magician’s Land
    Das Buch ist vom Oktober mit rüber gewandert und ich habe auch ein paar Kapitel bereits gelesen. Problem 1: Ich will nicht, dass die Reihe endet. Problem 2: Ich markiere unheimlich viel, wodurch das Lesen extrem lange braucht…
  • Colleen Hoover: November 9
    Never Never war ja etwas zweischneidig – genialer Anfang, schwache Ausführung – aber diese Geschichte von Hoover klingt spannend… und ich habe mich direkt in die Vorschaubilder der illustrierten Ausgabe verliebt. Einen besseren Monat als November zum Lesen sollte es in Hinblick auf den Titel auch nicht geben!
  • Nikolai Gogol: Petersburg Tales
    Vier Kurzgeschichten, die alle in St. Petersburg spielen. Allein die Beschreibung für The Nose klingt schon zu lustig! Mal was kurzes für zwischendurch.
  • Susanne Gerdom: Haus der tausend Spiegel
    Mir gefallen aktuell Geschichten mit Hexen sehr und der Titel von Gerdom klingt genau richtig dafür. Spiegel sind schon unheimlich…
  • Anna Snoekstra: Ihr letzter Sommer
    Entführungen bzw. das bloße Verschwinden einer Person sind schrecklich. In Room von Donoghue geht es ja bereits um das Thema und ich bin gespannt, wie Snoekstra sich dem Thema annähert. Vor allem da bei diesem Buch wohl die Frage im Raum steht, ob tatsächlich die richtige Person wiederaufgetaucht ist.