Welttag der Poesie 📚

Es gibt etwa 70 offizielle Welt- und Internationale Tage, die auf die unterschiedlichsten Themen und Probleme aufmerksam machen sollen: einer davon ist der Welttag der Poesie (engl. World Poetry Day). Seit 2000 wird dieser jährlich am 21. März begannen, und „soll an den Stellenwert der Poesie, an die Vielfalt des Kulturguts Sprache und an die Bedeutung mündlicher Traditionen erinnern.“ (Quelle: UNESCO)World Poetry Day 📚

Gedichte aller Art und Längen, Liedtexte, Performances, Poetry Slams… Poesie als Dichtkunst kann die unterschiedlichsten Formen annehmen. Manchmal sprechen einen nur wenige Zeilen an, ein anderes mal vielleicht der ganzer Gedichtband.

In der Schule lernt man meist eher klassische Gedichte kennen – es gibt ein paar wenige, die ich mag, aber mein Herz schlägt eher für neuere, unbekanntere Lyrik. Ein Vorteil der Klassiker ist allerdings, dass man sie meist umsonst im Netz  (z. B. auf Poetry Foundation) lesen kann.

Wie entdeckt man Poesie?

Eine Möglichkeit ist immer, dass Lyrikregal in der nächsten Buchhandlungen, Listen ( zum Beispiel die Lyrik-Empfehlungslisten) oder Nominierungen und Auszeichnungen zu durchforsten. Einige Verlage haben sich auch auf Poesie spezialisiert: Bei Where Are You Press finden sich zum Beispiel Bände vieler der bekannteren jungen Künstler wie Meggie Royer oder Clementine von Radics. Über soziale Netzwerke wie Tumblr können junge Dichter ihre Werke ebenfalls veröffentlichen und Feedback erhalten. Teilweise sogar so erfolgreich, dass daraus Gedichtbände entstehen! Es lohnt sich immer, sich ein bisschen durch die entsprechenden Blogs und Webseiten  der DichterInnen zu lesen.

Magazine wie das Popshot Magazine geben Dichtern die Möglichkeit, ihre Werke einzureichen und mit anderen zusammen zu veröffentlichen. In einem Heft findet sich so ein Mischmasch an Stilen, und man bekommt einen Eindruck von den Künstlern. Eine ähnliche Möglichkeit bieten Zines: diese werden direkt von den Dichtern gefertigt, und man unterstützt sie durch den Erwerb.

„I’m sorry. I’m afraid I’ve caught poetry.“
„Oh really? Well, don’t worry, sir – I used to suffer from short stories.“
„Really? When?“
„Oh, once upon a time.“ – aus Flying Circus 37 von Monty Python

Wenn man Poesie nicht lesen mag, kann man sie durch Veranstaltungen wie Lesungen oder Poetry Slams erleben. Teilweise werden solche Performances auch aufgezeichnet: Button Poetry veröffentlicht jeden Tag ein Video und ist einer der größten Kanäle für Poesie auf YouTube.

Es gibt auch einige Bücher, die in Versform geschrieben sind. Auf Goodreads gibt es mehrere Listen mit solchen Titeln, unter anderem YA Novels in Verse und Novels in Verse. Ellen Hopkins ist wahrscheinlich die bekannteste Vertreterin in diesem Genre, aber es gibt auch andere Autoren zu entdecken.

Poesie ist ein sehr spannendes Feld, egal, in welcher Art und Form man sich ihr annähert. In diesem Sinne:

Happy World Poetry Day!

Kickstarter Kampagne: Rock Paper Books – 30 artists reimagining the classics

Kickstarter ist ein Fluch und ein Segen für mich – ich liebe die Idee hinter der Seite, und fast immer finde ich interessante Kampagnen, die ich unterstützen mag, wenn ich sie besuche… was nicht unbedingt immer gut für meinen Geldbeutel ist. Im Moment läuft eine Kampagne von Rock Paper Books, von der ich sehr hoffe, dass sie Erfolg hat!

Rock Paper Books ist ein kleiner amerikanischer Verlag, der es sich zum Ziel gemacht hat, Klassiker in modernem Gewand zu verlegen:

We believe the themes in the classics are as relevant today as when they were written. By combining contemporary art and stylish design, we aim to encourage readers to engage with and learn from the literature that shaped culture and history. – About Rock Paper Books [x]

Bisher sind schon 24 Klassiker über den Verlag erhältlich, die von Mike Mahle gestaltet wurden. Vier Werke von Shakespeare mit Covern von Robert Ball wurden Anfang des Jahres durch eine andere Kampagne finanziert, und sollen gegen Ende des Jahres erscheinen. Neben den Büchern selbst kann man auch Drucke der Cover über den Verlag kaufen.

Durch die aktuelle Kampagne will Rock Paper Books weitere Titel in sein Angebot aufnehmen. Für 12 Klassiker ist die Umschlaggestaltung bereits abgeschlossen, angedacht wäre die Neugestaltung von insgesamt 30 Titeln durch 30 verschiedene digitale Künstler.

Ich habe mich gleich in eine ganze Reihe der Klassiker verliebt, und werde den Verlag auf jeden Fall im Auge behalten. Den Mix aus bekannten und eher unbekannten Klassikern finde ich dabei besonders gut, und auch preislich sind die Bücher absolut in Ordnung.

Unterstützen kann man diese Kampagne noch bis bis Freitag, den 18. März 2016 um 04:59 CET.

[Leseprojekt] One Year War and Peace – Februar

warandpeace

Die Armee ist in Österreich – und außer ein paar kleinen Scharmützeln passiert nichts. Dabei ist es sehr faszinierend, wie viel Zeit und Energie in das ganze Drumherum investiert wird, und wie kurz ´dann die tatsächlichen Gefechte sind. Die Zeit, die man als Leser zusammen mit Andrei Bolkonsky und Nikolai Rostov verbringt, ist geprägt von ihren unterschiedlichen Erfahrungen im Militär. Rostov ist Teil eines Gefechts und wird auch verwundet, Bolkonsky bewegt sich mehr auf der Führungsebene. Ich muss zugeben, dass mich diese Kapitel unglaublich gelangweilt haben… wirklich interessant war nur Bolkonsky Berichterstattung in Brün, wo ihm klar wird, dass der Sieg eines Gefechts gerade auch für die Moral der Truppe unglaublich viel bedeutet, in einem Krieg aber nur einen kleinen Anteil hat.

Die Abschnitte an der Front können mich noch nicht so wirklich begeistern, aber ich finde es gut, dass man durch die zwei Männer wenigstens verschiedene Seiten zu sehen bekommt. Da eine große Schlacht in Österreich bevorsteht, denke ich, dass die Geschichte im nächsten Monat auch verstärkt bei der Armee bleiben wird…

Spannender ist da schon, was gerade in Russland passiert: Pierre hat Titel und Reichtum von seinem Vater geerbt, und auf einmal hat jeder Interesse an ihm. Prince Vassily nutzt ihn dabei am meisten aus, und schafft es irgendwie, ihn zu einer Heirat mit seiner Tochter zu bewegen – mir tut Pierre jetzt schon Leid, eine besonders glückliche Ehe wird das sicherlich nicht.

Seinen Sohn möchte Vassily gerne mit Marya Bolkonsky verheiraten, und besucht deshalb mit ihm das Landgut der Familie. Anatole macht dabei aber eher Mademoiselle Bourienne schöne Augen… ich war froh, dass Marya die beiden dabei erwischt, und nicht auch noch in eine lieblose Ehe rein schlittert! Irgendwie mag ich ihren Charakter sehr gerne, und würde es ihr gönnen, einen Ehemann zu finden, der sie liebt und nicht so schikaniert wie alle anderen um sie herum.

Die Rostov Familie selbst erhält einen Brief von ihrem Sohn, was zu großer Aufregung führt. Da Nikolai verwundet wurde, muss seine Mutter erstmal von verschiedenen Seiten auf den Brief vorbereitet werden. Insgesamt freuen sich aber alle über ein Lebenszeichen von ihm und von seinem Rangaufstieg.

Die einzelnen Kapitel sind allesamt relativ kurz, und es mag nicht sehr viel für 29 Kapitel insgesamt geschehen – aber Tolstoy nimmt sich für all seine Charaktere genau die richtige Zeit um zu zeigen, wo sie sich gerade befinden und was gerade um sie herum geschieht.

Rückblick: Januar