[Gesehen] Slasher

Ich schaue für mein Leben gern Serien, fast noch lieber als Filme. Wie jedes Format haben auch Serien ihre Vor- und Nachteile… Manchmal werden Serien mit Potential wegen zu schwacher Einschaltquoten zu schnell abgesetzt, dann gibt es wieder zu beliebte Serien, die über ihr Haltbarkeitsdatum ausgeschlachtet werden. Anthologieserien bieten da einen guten Kompromiss! Für jede Staffel gibt es einen in sich geschlossenen Handlungsbogen und mal wechseln die Schauspieler (z. B. in True Detective) oder die selben Schauspieler schlüpfen in andere Rollen (z. B. American Horror Story). Neu in die Liste von Anthologieserien darf sich Slasher, produziert vom amerikanischen Kabelsender Chiller, einreihen – und der Name ist auch Programm!

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„Welcome to Waterbury. Population: Dwindling.“

Sarah Bennett kehrt mit ihrem Ehemann zurück in ihre Heimatstadt Waterbury und bezieht das alte Haus ihrer Familie. Problematisch hieran? Ihre Eltern  wurde in diesem Haus in der Halloweennacht 1988 von einem verkleideten Mann ermordert und Sarah ihrer schwangeren Mutter aus dem Leib geschnitten. Mit der Rückkehr von Sarah nach Waterbury beginnt eine Mordserie nach den sieben Todsünden, bei der der Mörder sich ebenfalls wie der Executioner von damals kleidet. Da der damalige Mörder im Gefängnis sitzt, ist nun einerseits die Frage, wer der Executioner ist – und wie die Morde in Verbindung stehen.

Slasher vermischt typische Krimi-, Thriller- und Horrorelemente während der acht Episoden der ersten Staffel. In der Kleinstadt hat fast jeder Geheimnisse und Leichen im Keller, sodass das Rätselraten einfach Spaß macht! Natürlich wird dabei auch auf viele bekannte Tropes zurückgegriffen, aber die Serie schlägt genug Haken, dass man als Zuschauer nicht von Beginn an das Geflecht der Personen und Täter durchschauen kann. Angenehmerweise hält es sich auch mit den blutigen Momenten – bis auf eine krasse Szene kurz vor Ende – zurück, sodass sich einem nicht konstant der Magen umdreht.

Bei so einer Serie ist der Antagonist natürlich sehr wichtig, und der Executioner macht schon durch seine Erscheinung mit der unförmigen Maske und dem schweren Mantel einiges her. Die Motivation hinter seinen Taten könnte zwar wie bei vielen Mördern in Serien und Filmen dieser Art etwas ausgearbeiteter sein, aber für die wenigen Folgen wurde schon gute Arbeit geleistet. Auch die Auflösung am Ende ist befriedigend und weist keine gravierenden Logiklöcher auf.

Mit acht Folgen hat Slasher eine gute Länge und lässt sich schnell durchsehen. Die ersten beiden Folgen sind dabei etwas gemächlich und führen die verschiedenen Hauptcharaktere ein, aber danach zieht das Tempo sehr gut an. Durch das Thema der sieben Todsünden werden die Morde insgesamt spannend miteinander verknüpft und es wird kein bloßes Abschlachten. Auch für Angsthasen wie mich absolut aushaltbar! Wer sich von dem Trailer angesprochen fühlt, wird auch mit der Serie selbst seinen Spaß haben.

[Gelesen&Gesehen] Und dann gabs keines mehr | And Then There Were None

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Poster: BBC One/Quelle: Poldarked.com | Buch: Agatha Christie: And Then There None (75th Anniversary Edition), William Morrow Paperbacks, 6.5.2014

Agatha Christie ist eine der erfolgreichsten Schriftstellerinnen aller Zeiten, die vor allem durch ihre zahlreichen Kriminalromane (insgesamt schrieb sie 66!) bekannt ist. Der erfolgreichste dieser Krimis ist And Then There None (dt.: Und dann gabs keines mehr).

Der Roman spielt 1939, was man ihm aber kaum anmerkt. Acht Personen werden auf eine Insel, die so genannte Indian Island, vor der Küste Devons eingeladen. Die geladenen Personen haben auf den ersten Blick nichts gemeinsam, daneben befinden sich noch Thomas und Ethel Rogers als Personal auf der Insel, die die Abwesenheit der Gastgeber  Mr. und Mrs. U. N. Owen entschuldigen. In allen Zimmern der Gäste findet sich eine eingerahmte Kopie des Zählreims Ten Little Soldier Boys, und zehn Figuren, die an diesen erinnern, stehen auf dem Esstisch.

“One little Indian left all alone, he went out and hanged himself and then there were none.”
Agatha ChristieAnd Then There Were None

Während des Abendessens ertönt eine Stimme, die jede einzelne Person eines Mordes bezichtigt – schnell ist klar, dass alle Anwesenden gezielt auf die Insel gelockt worden, eine Flucht ist erst am nächsten Morgen möglich, wenn das nächste Mal ein Boot vom Festland mit Vorräten eintrifft. Nach und nach werden die zehn Personen ermordet, wobei der Zählreim Hinweise auf den jeweiligen Mord gibt und jedes Mal eine der Figuren vom Esstisch verschwindet…

Ich hatte vorher noch nichts von Agatha Christie gelesen, und da bot die neue Inszenierung der BBC von And Then There None einen guten Anreiz, dies zu korrigieren. Die Geschichte ist unheimlich spannend, und es macht großen Spaß mit den Figuren mitzurätseln, wer der Mörder ist. Das hat auch sehr über den Schreibstil von Christie hinweggetröstet, der leider absolut nicht meins war – sehr reduziert und viele knappe Sätze hintereinander. Alle Figuren in dem Buch haben ihre guten und schlechten Seiten, und es ist sehr faszinierend, wie sie mit den Anschuldigungen und ihren Taten umgehen. Die Auflösung der Ereignisse am Ende ist sehr gut konzipiert und kaum im Vorfeld zu durchschauen. Im Vergleich zu den ganzen Ermittlerduos in aktuellen Krimis ein sehr erfrischender Roman, der dank der zahlreichen genutzten Methoden auch ein breites Spektrum ein möglichen Morden abdeckt (Vergiftung, Erschießen, Strangulation um nur ein paar aufzuzählen). Neben der langsamen Dezimierung der Charaktere spielt Schuld eine große Rolle: sind die zehn Personen schuldig, und wenn ja, in welcher Hinsicht? Wer hat das Recht über diese zu richten? Wie nimmt der Schuldige selbst die Schuld wahr und geht mit ihr um?

Die BBC Inszenierung von And Then There Were None wurde als Miniserie in drei Teilen à 60 Minuten über die Feiertage ausgestrahlt, und erscheint am 11. Januar 2016 auf DVD. Es gibt ein paar Änderungen, um Teile der Geschichte, die im Buch in den Gedanken der Charaktere erläutert werden, in Bilder fassen zu können – im Großen und Ganzen bleibt die Verfilmung aber nahe an der Vorlage.

„Perhaps we’re dead already and we just don’t realise it. And this is hell. We’re in hell. And we’re being punished for what we done.“ ― Detective Sergeant William Blore, Episode 3

Ich fand es etwas schade, dass der Zählreim nie im ganzen einmal vorgelesen wird… falls man das Buch nicht kennt, ist es so etwas schwierig an einigen Stellen die Hinweise aus dem Reim mit den Ereignissen zu verknüpfen. Dank ihrer Länge kann sich die Inszenierung ausreichend Zeit nehmen, die einzelnen Personen und ihre Hintergründe vorzustellen, sodass man nie den Überblick verliert und sich teilweise seine eigene Meinung bilden kann. Auch in der Inszenierung ist der Mörder im Vorfeld nicht zu erahnen, und mir hat die Auflösung gefallen, auch wenn sie den größten Unterschied zur Vorlage darstellt. Mit unter anderem Sam Neill, Aidan Turner und Charles Dance in den Hauptrollen ist And Then There Were None sehr gut besetzt und trotz 180 Minuten Lauflänge ein kurzweiliges Vergnügen!

Serienherbst 2015

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Am 23. September war dieses Jahr der astronomische Herbstanfang. Das Wetter hier hat sich auch schon entsprechend angepasst und die erste Erkältungswelle geht rum… trotzdem mag ich den Herbst und die kürzeren Tage sehr. Eine der positivsten Sachen am Herbst für mich als Serienjunkie? Die neue Seriensaison startet! Viele meiner liebsten Serien kehren zurück mit neuen Folgen, neue Formate starten… nach den mauen Sommermonaten ist das immer eine kleine Reizüberflutung.

Die Wiederkehrer
Manche Serien werden schon wieder nach ein, zwei Folgen eingestampft – andere begleiten einen über Jahre. Ab einem gewissen Punkt fällt es mir auch sehr schwer, eine Serie fallen zu lassen… da durch hat sich mittlerweile einiges an Serien angesammelt. Eine Handvoll sind schon gestartet, einiges kommt jetzt nach und nach:

  • Doctor Who – S9, ab 19.09.
    So sehr ich diese Serie liebe – mit den letzten paar Staffeln sieht sie zwar immer besser aus aber die Qualität der Geschichten leidet ungemein. Die 9. Staffel wird 5(!!!) Zweiteiler und nur 2 Einzelfolgen beinhalten… ob es die Mischung richten wird? Der Zweiteiler zum Auftakt hat mich davon noch nicht überzeugen können.
  • Downton Abbey – S6, ab 20.09.
    Kostümdrama mit einer ordentlichen Ladung Kitsch – so vorhersehbar sie teilweise auch ist, diese Serie ist einfach schön! Staffel 6 entführt uns zum letzten Mal in die Welt von Downton Abbey, und ich bin sehr gespannt, wie es den einzelnen Charakteren ergehen wird!
  • Empire – S2, ab 23.09.
    Tolle Musik, spannende Geschichte und keine flachen Charaktere… bei Empire ist der Mix bisher genau richtig. Cookie Lyon ist dabei mein absoluter Liebling, und ich freue mich schon sehr, dass es endlich weitergeht!
  • Marvel’s Agents of S.H.I.E.L.D. – S3, ab 29.09.
    Der Fokus der Serie ist in S2 immer mehr auf die Inhumans gerutscht… und bisher kann ich mit diesen noch nicht viel anfangen. Vielleicht wird das in S3 besser?
  • Sleepy Hollow – S3, ab 01.10.
    Die Geschichte von Sleepy Hollow ist tritt immer hinter der Freundschaft von Ichabod and Abbie zurück. Die beiden funktionieren einfach perfekt miteinander und tragen die Serie… meistens warte ich immer ein paar Wochen und schaue dann mehrere Folgen am Stück.
  • Supernatural – S11, ab 07.10.
    Meine Serienhassliebe… die Winchesters und andere Charaktere bedeuten mir unheimlich viel aber die letzten paar Staffeln waren furchtbar. S10 hat das Niveau wieder ordentlich hochgezogen, und das Ende war ein echter Cliffhanger… S11 kann nicht früh genug kommen!
  • American Horror Story: Hotel – S5, ab 07.10.
    Das schöne an AHS ist, dass jede Staffel mit einem neuen Konzept daherkommt, denn Freak Show war eine herbe Enttäuschung. Das Hotel als Dreh- und Angelpunkt klingt sehr vielversprechend, und die Promos und Poster sehen auch nicht schlecht aus.
  • Reign – S3, ab 09.10.
    Schöne Kleider, ein guter Soundtrack… mit den geschichtlichen Hintergründen nimmt es Reign zwar nicht so genau aber die Irrungen und Wirrungen am französischen Hof machen Laune. Am Ende von S2 haben wir endlich Elizabeth I gesehen, und ich hoffe sehr, dass wir mehr vom englischen Hof und dem Machtkampf zwischen den einzelnen Königinnen in S3 zu sehen bekommen.
  • The Walking Dead – S6, ab 11.10.
    Mittlerweile ist mir das Universum von TWD ans Herz gewachsen: aktuell schaue ich Fear The Walking Dead, das erste Telltale Spiel ist bereits durch gespielt und einige der Comicbände gelesen. Nachdem die Wölfe in der letzten Staffel immer wieder angekündigt worden, bin ich sehr gespannt, was es nun tatsächlich damit auf sich hat… und wer es bis zum Ende der Staffel schafft, und wer nicht…
  • Fargo – S2, ab 12.10.
    Fargo soll nach dem Erfolg von S1 eine Anthologieserie werden wie auch AHS und True Detective es sind. Ich mochte den schwarzen Humor und die teilweise skurrilen Szenen in der ersten Staffel sehr, daher werde ich zumindest in die ersten paar Folgen rein schauen.

Neustarts

  • Blindspot – S1, ab 21.09.
    Der Trailer hat mich neugierig gemacht und der Pilot war auch recht gut. Es bleibt natürlich die Frage, warum sich irgendein Bösewicht (?) die Mühe machen sollte, dem FBI so viele Hinweise in Form von Tattoos im Voraus zu liefern… vielleicht eher was für zwischendurch, die Formel scheint eh Richtung ein Fall pro Woche zu gehen.
  • Scream Queens – S1, .ab 22.09.
    Überdreht, viel schwarzer Humor und Klischees: Scream Queens ist im ersten Moment sehr gewöhnungsbedürftig. Der Cast ist gut aufgestellt und die Todesszenen innerhalb der ersten beiden Folgen nicht allzu krass. Falls noch ein paar interessante Nebenhandlungen rein genommen werden, könnte die Serie wirklich ein kleiner Favorit werden.
  • Jessica Jones – S1, ab 20.11.
    Eine Netflix/Marvel Serie mit einer weiblichen Hauptperson, was soll da eigentlich schief gehen? Ich hoffe sehr aus das Niveau aus Daredevil und Agent Carter!
  • Mr. Robot – S1, ab 20.11.
    Tagsüber nichts besonderes, nachts als Hacker unterwegs: erinnert im ersten Moment natürlich ein wenig an diverse Superhelden, wie Elliot Alderson dann tatsächlich gezeichnet wird, sollte interessant sein. Ehrlich gesagt freue ich mich hier am meisten darauf, Rami Malek in einer Serienhauptrolle zu sehen!
  • The Man in the High Castle – S1, ab 18.12.
    Den Pilot habe ich bereits im Rahmen von Amazons Pilot Season Anfang des Jahres gesehen: die alternative Geschichtsentwicklung ist sehr interessant und die unterschiedlichen Handlungsstränge wirkten auch voll Potential. Da die Rückmeldungen so gut waren, gibt es ab Dezember eine ganze Staffel – vielleicht lese ich auch noch mal in die Buchvorlage von Philip K. Dick rein.
  • The Magicans – S1, ab 26.01.
    Eher zufällig über die Promo für diese Serie gestolpert: Die Buchvorlage von  Lev Grossman ist bereits eine Weile auf meiner Leseliste, da mich die Grundidee anspricht. Hier werde ich definitiv vorher in den ersten Band noch rein lesen!

Freut ihr euch ebenfalls auf neue/alte Serien innerhalb der nächsten Monate?