[Gelesen] How to Live Safely in a Science Fictional Universe

Zwei der wichtigsten Regeln beim Reisen durch die Zeit:

I. Man kann die Vergangenheit nicht ändern.
II. Man darf nie sich selbst begegnen.howtolivesafelyinasciencefictionaluniverse

Zeitreisen und Zeitreisemaschinen sind im Minor Universe 31 vollkommen normal. Als Servicetechniker reist Charles Yu in seiner eigenen Zeitmaschine umher und hilft Gestrandeten, deren Maschinen es verschiedensten Gründen nicht richtig funktionieren. Dabei hält er sich außerhalb seiner eigenen Zeitlinie auf, und wird nur von seinem leicht depressiven Boardcomputer und Hund begleitet. Charles hat ein erst mal einfach klingendes Ziel: seinen Vater wiederfinden. Dieser ist selbst irgendwo in der Zeit unterwegs, und könnte so nicht nur überall, sondern theoretisch jederzeit sein. Am Anfang des Buches ist Charles bereits zehn Jahre ununterbrochen unterwegs – nur leider müssen auch Zeitmaschinen irgendwann zur Wartung in die Werkstatt, womit die richtigen Probleme für Charles anfangen.

Wenn Bücher eine Persönlichkeit haben, dann ist How to Live Safely in a Science Fictional Universe ein klarer Introvert. Die Handlung tritt häufig für wunderbare Gedankengänge von Charles in den Hintergrund, und ist so simpel wie gut ausgeführt. Dabei verläuft die Geschichte in mehreren Zeit-, Erzähl- und Stilebenen: Der Textfluss wird immer wieder durch Kapitel aus dem titelgebenden Ratgeber unterbrochen, dazu kommen noch ein paar Grafiken zur Visualisierung des Zeitwirrwarrs.

Living is a form of time travel. Time travel is a physical process. […] A house can be a time machine. A room. Our kitchen, this garage, this conversation, anything can be a time machine. Just sitting there, you are. So am I.

Ich hatte schon nach ein paar Kapiteln das Gefühl, dass How to Live Safely in a Science Fictional Universe eines meiner Lieblingsbücher werden könnte – und genauso ist es auch. Je weniger man im Vorfeld über die eigentliche Handlung weiß, desto besser: man möchte einfach immer weiterlesen. Es gibt nachdenkliche Momente, aber auch sehr komische Szenen, und Charles ist zwischendrin wirklich wunderbar sarkastisch. Der Ratgeber spielt eine entscheidende Rolle und die Metaelemente sind einfach genial! Ein bisschen hat How to Live Safely in a Science Fictional Universe etwas von einem Murakami Titel, nur, dass es mit einer viel positiveren Stimmung endet. Sehr überrascht hat mich immer wieder TAMMY. Dafür, dass sie nur der Boardcomputer der Zeitmaschine ist, wird sie ihr eigener kleiner Charakter und im Laufe der Handlung sehr sympathisch.

Harte Science Fiction sucht man in dem Buch von Charles Yu vergebens. Der Hauptfokus liegt auf der inneren Entwicklung von Charles und wie er zu diesem Punkt in seinem Leben kommt, an dem man ihm als Leser begegnet. Es fallen zwar auch ein paar Sätze über technische Aspekte, und es gibt einen kleinen Eindruck von der Gesellschaft in diesem Universum, aber man vergisst über weite Zeit beim Lesen einfach, dass es überhaupt in einem anderen Universum spielt.


BUCHDETAILS | ANZEIGE

Verlag: Pantheon
ISBN: 9781848876811
Erscheinungsdatum: 2011
Rating: 5/5

Bücher, Bücher! Neuzugänge im August

Ein bisschen paradox ist es ja schon, im Sommer lese ich viel weniger als sonst, kaufe aber mehr Bücher… für den Leseherbst bin ich auf jeden Fall mehr als gewappnet! Medimops hatte dieser Tage die Aktion, dass ab 2 Artikeln pro bestelltem Artikel 1 € von der Gesamtsumme abgezogen wird – beim Stöbern wanderte da so einiges in den Warenkorb, unter anderem auch ein ganzer Stapel neuer Bücher (bis auf die Titel von Scarlett Thomas sehen wirklich alle Bücher ungelesen aus!).

Neuzugange Aug 15David Mitchell: Cloud Atlas
Die Verfilmung habe ich bereits gesehen: mit 172 Minuten keine leichte Kost aber Ausdauer macht sich hier definitiv bezahlt. Die Art und Weise, wie die unterschiedlichen Handlungsstränge zusammengeführt werden, ist unglaublich. Für die Buchvorlage habe ich daher einige Erwartungen!

Katie Alender: Marie Antoinette, Serial Killer
Bei dem Titel weiß man schon ungefähr, was man erwarten kann, aber die Beschreibung und das Cover sind einfach zu verlockend… und bei noch nicht mal 3 €  für das Hardcover kann man auch nicht viel falsch machen.

Charles Yu: How to Live Safely in a Science Fictional Universe
Zeitreisen und ihre Konsequenzen – Science Fiction lese ich kaum, aber der Titel klang sehr lustig. Außerdem: Zeitreisen! Was kann da schon schief gehen!?

Cyn Balog: Fairy Tale
Feen und Elfen faszinieren mich seit Holly Black’s Modern Faerie Tale Reihe, und Wechselbälger sind da natürlich ein spannender Aspekt.

Gabrielle Zevin: The Hole We’re In
Zevin war bisher ein Glücksspiel – Elsewhere ist eines meiner liebsten Bücher, Margarettown fand ich furchtbar, und Memoirs of a Teenage Amnesiac war wieder sehr gut. Mal gucken, wie mir The Hole We’re In gefallen wird.

David Mitchell: number9dream
Das Buch, wo ich wirklich hin- und hergerissen war, ob ich es nehmen soll… am Ende hat das Cover den Ausschlag gegeben.

Scarlett Thomas: PopCo
Alle von Thomas‘ Büchern haben eine absolut faszinierende Beschreibung und wunderschöne Cover – ich weiß überhaupt nicht, warum ich noch nichts von ihr gelesen habe! In PopCo fügen sich Familiengeheimnisse, Rätsel, Zahlen und ein großer Konzern zu einem Abenteuer zusammen.

Scott Westerfeld: Afterworlds
Schon etwas länger auf meiner Leseliste – mich fasziniert die Idee, abwechselnd von einer Schriftstellerin und den Erlebnissen innerhalb ihres Buches zu lesen.

Kendare Blake: Anna Dressed in Blood | Girl of Nightmares
Bin ich verliebt in die Cover? Natürlich. Finde ich Geschichten um Geisterjäger faszinierend? Auf jeden Fall. Und Dilogien sind so rar, dass ich umso mehr auf die Bücher gespannt bin!

Ellen Hopkins: Burned
Irgendwann möchte ich alle von Hopkins‘ Büchern im Regal stehen haben; Burned ist mein sechstes Buch von ihr. Wenn man Versform mag, wird man an dieser Autorin definitiv nicht vorbeikommen!

Scarlett Thomas: Our Tragic Universe
Kann eine Geschichte dein Leben retten? Ich hoffe es doch! Die Meinungen zu Our Tragic Universe sind ja breit gefächert…

Scarlett Thomas: The End of Mr. Y
Eine Studentin findet ein Buch, das angeblich verflucht ist: kurz nach dem man es liest, stirbt man. Mehr brauche ich gar nicht wissen, um The End of Mr. Y lesen zu wollen!