[Montagsfrage] Gab es in letzter Zeit ein Buch, dessen Handlung nicht hielt, was die Inhaltsangabe versprochen hat?

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Inhaltsangaben und Klappentexte sind immer so eine Sache. Die jüngste Enttäuschung in der Hinsicht war für mich Red Queen von Victoria Aveyard. Das Cover hat mich in der Buchhandlung bereits förmlich angesprungen und der Inhalt klang auch nicht schlecht: Mare lebt in einer Welt, in der die Farbe des Blutes über den sozialen Status entscheidet. Die Menschen mit rotem Blut stellen das Fußvolk, die mit silbernem Blut herrschen und haben besondere Kräfte. Obwohl sie als Rote also keine Kräfte haben sollte, hat Mare diese und wird – als sie das unabsichtlich vor den Augen der silbernen Elite benutzt – in einer Vertuschungsaktion als Silbern erklärt und gleich mal mit einem Prinzen verlobt. Danach heißt es, irgendwie in der Palastwelt mit all seinen Intrigen zu überleben – und nebenbei gibt es natürlich noch eine Rebellion, die es zu unterstützen gilt.

Beim Lesen musste ich mich nach den ersten Kapiteln immer wieder selbst zum Weiterlesen zwingen. Das Tempo allein schon war eine mittelschwere Katastrophe: Bis Mare zu dem Punkt kommt, wo ihre Kräfte enthüllt werden, dauert es sehr, sehr lange. Danach kommt sie immer nur mit denselben Personen in Kontakt, und diese Begegnungen verlaufen alle recht gleich. Aveyard klaubt sich dazu aus allen möglichen Jugendbüchern einzelne Elemente zusammen und das Gesamtwerk wirkt dadurch dann halt auch wie ein Flickenteppich und alles andere als originell. Der Twist am Ende rettet das Ganze ein wenig, kann aber nicht überraschen – Aveyard erwähnt allein einen Hinweis drei, viermal im Vorhinein,  damit es auch ja jeder versteht und mitkriegt.

Ich hätte mir weniger Zeit im Dorf und mehr im Palast gewünscht. Bei Dystopien ist es immer viel interessanter, erst mal zu sehen, was die Rebellion denn eigentlich umstürzen möchte und sich seine eigene Meinung zu bilden. Die Welt von Norta wurde eigentlich nur angekratzt, Regeln zu den Fertigkeiten gibt es auch nicht wirklich (außer das es was mit Genen zu tun hat). Mare und ihre Liebeleien sind mir die ganze Zeit total egal geblieben, und das Queenstrial hätte gerne länger gehen dürfen.

Es wird wieder einige Novellen zur Trilogie geben, wobei mich die über Coriane tatsächlich noch reizen würde – ansonsten werde ich um den Rest der Reihe wohl einen Bogen machen…

[Montagsfrage] Hast du bevorzugte Verlage, bei denen du dich gerne nach neuem Lesestoff umschaust?

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Verlage nehmen bei der Suche nach neuem Lesestoff für mich eine sehr geringe Rolle ein.

Bei Büchern bin ich sehr oberflächlich und entscheide viel über die Cover und Titel… wodurch meine Leseliste gerade auch über Goodreads und die Listen dort aus allen Nähten platzt.  Bei englischen Taschenbüchern achte ich noch gezielt auf das Format – ich kann mich mit 10,6 x 17,4 leider überhaupt nicht anfreunden. Einige Verlage, die es aufgrund der jeweiligen Autoren sehr häufig in meine Regale geschafft haben: Harper Teen, Pantheon, Ubooks und Penguin.

Bei Comics habe ich tatsächlich eine Verlagsvorliebe: Image Comics. Von diesem Verlag habe ich bisher nur gutes gelesen und die Titelauswahl ist ansprechend breit gefächert.

[Montagsfrage] Welche Rolle spielt beim Buchkauf der Preis für dich?

79151-montagsfrage_bannerKeine oder eine sehr große – beide Antworten sind in diesem Fall richtig. Beim Buchpreis kommt es tatsächlich erst einmal darauf an, ob ich a) Bücher für mich selbst oder b) Bücher für andere kaufe.

Bei Büchern für mich selbst bin ich relativ zwiegespalten: Ich kaufe gerne Gebrauchtware und ausgemusterte Bibliotheksbücher, die nicht so viel kosten (das teuerste war bisher die gebundene Ausgabe von Deathless für 9 €), andererseits gönne ich mir auch gerne Neuerscheinungen. Da ich primär auf Englisch lese, warte ich dafür meistens einfach den nächsten Rabattcode bei Thalia ab und schlage dann zu. Meistens sind die Preise für die Taschenbuch und gebundene Ausgabe hier auch so nah beieinander, dass ich tatsächlich eher die gebundene Ausgabe kaufe.

Wirklich auf den Preis gucke ich eigentlich erst, sobald die Bücher 20+ € kosten – gerade Artbooks und Bildbände sind leider meistens nicht günstig – und wünsche mir diese dann lieber. Und natürlich müssen so oder so die Relationen einfach stimmen: für unter hundert Seiten bezahlt man weniger gern 15+ €, bei 300-400 Seiten sieht die Welt schon anders aus (und von ebooks, die nur 1-2 € weniger als die Printausgabe kosten, reden wir mal lieber gar nicht!).

Bei Büchern für andere bin ich dagegen fast schmerzfrei. Klar, ein Buch für über hundert Euro wird es eher nicht mit mir zur Kasse schaffen, aber wenn mal ein etwas teureres Buch auf einer Wunschliste landet ist das schon okay.