[Gelesen] Scherben der Dunkelheit

Rezensionsexemplar | Der Zirkus ist einer dieser Orte, denen etwas fantastisches und nostalgisches in der Vorstellung anhaftet. Ich kann mich nur noch schemenhaft an den einzigen Zirkusbesuch als kleines Mädchen erinnern, aber allein das Betreten des Zeltes in diese ganz eigene Welt hatte etwas magisches. Auch auf Schriftsteller übt dieser Ort immer wieder seine Faszination aus, und so gibt es immer wieder Geschichten, die an diesem spielen. Mit Scherben der Dunkelheit entführt uns Gesa Schwartz in den Dark Circus irgendwo in Frankreich, der sprichwörtlich von der Begeisterung seiner Besucher zerrt und seine Artisten immer tiefer und tiefer ins Dunkle zieht.

Gesa Schwartz: Scherben der Dunkelheit

Traue niemals dem Schein

Statt mit ihren Eltern in den Urlaub zu fahren, besucht die sechszehnjährige Anouk in den Ferien ihre Verwandtschaft in einem kleinen Städtchen in der Bretagne. Gleich zu Beginn der Geschichte kommt der Zirkus in die Stadt und gemeinsam mit ihrer Cousine besucht Anouk die Vorstellung. Dabei gelingt ihr, was sonst kaum jemanden glückt: Sie schafft es kurz hinter die Magie der Manege zu blicken. Das bleibt allerdings nicht unbemerkt, und der Zirkus zieht sie daraufhin immer mehr und mehr in seinen Bann – nicht zuletzt durch den Zauberer Rhasgar. Allerdings muss Anouk schnell feststellen, dass Geheimnisse und Verrat zwischen den Artisten herrscht und der Dark Circus einen hohen Preis dafür verlangt, ein Teil von ihm zu sein.

Ort voller Zauber in einer verlorenen Welt

Ich habe etwas gebraucht, um mich in die Geschichte von Anouk einzufinden. Richtig ins Rollen kommt die Handlung erst, nachdem sie ein Teil des Dark Circus wird und bis dahin vergeht doch das ein oder andere Kapitel. Ironischerweise kam sie mir auf diesen Seiten als Charakter sehr farblos vor, was sich im Verlauf der Geschichte immer mehr legt – fast so, als würden ihre Auftritte als Königin der Farben in der Manege auf sie abfärben. Obwohl der Dark Circus seine Artisten mit fantastischen Fähigkeiten beschenkt, ist es ein Teufelspakt, aus dem der eine Teil der Charaktere ausbrechen mag, während der andere Teil den Zirkus mit aller Macht beschützen will. Wem also vertrauen? Und wie bricht man einen Fluch ohne seinen Ursprung zu kenne? Trotz dieser und weiterer Fragen, ist es eigentlich eine sehr gradlinige Handlung, die Schwartz in Scherben der Dunkelheit durchspielt. Diese Gradlinigkeit fällt aber dank einiger Wendungen, Rückschläge und vor allem der sehr poetischen Sprache der Autorin kaum auf.

Die Königin der Farben und ihr Zauberer

Wie so häufig in Jugendliteratur, spielt auch in Scherben der Dunkelheit die Liebe eine große Rolle. Anouk verliebt sich etwas arg schnell, allerdings mochte ich sehr, wie sich ihre Beziehung entwickelt: Immer wieder wird betont, dass sie ihren Herausforderungen nur gemeinsam stark genug entgegentreten können und das Gespräch miteinander gesucht. Bedingt durch die jeweilige Vorgeschichte der Charaktere ist es zudem eine sehr vorsichtige und sich langsam entwickelnde Liebesgeschichte, was eine schöne Abwechslung zu dem normalen Jugendbuchschema ist. Wo es für mich allerdings -abgesehen von dem etwas holprigen Anfang- geharkt hat, war zum einen der Verlauf der Zeit und zum anderen die Auflösung, was hinter dem Zirkus steckt.

So möchte Schwartz zum Beispiel das Gefühl vermitteln, dass der Zirkus seit Jahrhunderten besteht und einige der Artisten so mit seit geraumer Zeit in ihm gefangen sind. Es werden dann aber sehr zeitgenössische Anspielungen eingebunden und die Charaktere verhalten sich sehr modern… länger als zwei, drei Jahrzehnte würde ich dem ganzen daher vom Gefühl eigentlich nicht geben? Verwirrend. Auch die schlussendliche Auflösung muss man einfach so hinnehmen, da es im Vorfeld keine Hinweise darauf gibt. Die Zeit, die man mit Anouk allerdings im Zirkus verbringt, ist ein toller Ausflug in eine magische Welt – und ich freue mich, sie und all die anderen irgendwann noch einmal zwischen den Seiten zu besuchen.

„Tritt ein“, sagte er, und sein Lächeln kehrte zu ihm zurück. „Willkommen im Reich der Dunkelheit.“ Er vollführte eine vornehme Geste, um ihr Einlass zu gewähren, und sie zögerte nicht länger. Mit einem einzigen Schritt betrat sie das Gelände des Dark Circus. | Seite 134


* Die Textüberschriften sind dieses Mal alle direkt aus dem Buch entliehen! Wenn ich schon nicht zig Zitate aus dem Buch für Euch einbinden kann, so bekommt Ihr so zumindest einen Hauch von Schwartz‘ wunderbarer Sprache.

Weitere Eindrücke zum Buch findet Ihr bei Buchstabenstadt, his & her books, Miss PageTurner, Poesiegeklecker, Zeit für neue Genres, Gedankenvielfalt und Bücherhimmel.


VIELEN DANK AN CBT FÜR DAS REZENSIONSEXEMPLAR!

BUCHDETAILS | ANZEIGE

Verlag: cbt
ISBN:  9783570164853
Erscheinungsdatum: 25.09.2017
Bewertung: 3.5/5

Jahresrücklick 2017

Goodbye 2017, Hello 2018
Die Fragen stammen aus den Jahresrückblicken von Mama Miez

1. Ganz grob auf einer Skala von 1 bis 10: Wie war dein Jahr? 
4.

2. Zugenommen oder abgenommen?
Zugenommen.

3. Haare länger oder kürzer?
Länger.

4. Kurzsichtiger oder weitsichtiger?
Kurzsichtiger.

5. Mehr Kohle oder weniger?
Etwas mehr.

6. Besseren Job oder schlechteren?
Schlechteren, leider.

7. Mehr ausgegeben oder weniger?
Gleich viel? Vielleicht etwas weniger.

8. Dieses Jahr etwas gewonnen und wenn, was?
Erfahrung, Erinnerungen und Stärke.

9. Mehr bewegt oder weniger?
Gleich viel.

10. Anzahl der Erkrankungen dieses Jahr?
Erkältungen und Zahnschmerzen. Brrrr!

11. Davon war für Dich die Schlimmste
Definitiv die Zahnschmerzen.

12. Der hirnrissigste Plan
Nicht hirnrissig per se, aber es hätte definitiv effektivere Wege gegeben für meine Prüfung zu lernen… da es aber geklappt hat ignorieren wir das einfach ;)

13. Die gefährlichste Unternehmung?
In 2017 gab es nur sichere Unternehmungen mit wenig Risiko.

14. Die teuerste Anschaffung
Ein neuer Fernseher, dicht gefolgt von der PS4… beides hat sich aber bereits bezahlt gemacht und wird genutzt.

15. Das leckerste Essen?
Ich war mit einigen meiner Kollegen essen, und der Auflauf war genial! Und der Abend an sich war auch einfach nur schön und ein toller Abschluss für die gemeinsame Zusammenarbeit.

16. Das beeindruckendste Buch?
In 2017 habe ich unglaublich tolle, berührende Titel gelesen… wobei Lily und der Oktopus wahrscheinlich den tiefsten Eindruck hinterlassen hat, dicht gefolgt von Der langer Weg zu einem kleinen zornigen Planeten.

17. Der ergreifendste Film?
Your Name – den Wendepunkt in der Geschichte sieht man einfach nicht kommen und die Tränen sind nur so gekullert.

18. Die beste CD?
In ein ganzes Album habe ich mich eigentlich nicht verliebt, allerdings gefällt mir mittlerweile (nicht zuletzt durch das Konzert!) Lang Lebe der Tod von Casper sehr viel besser.

Casper Konzert

19. Das schönste Konzert?
Das Casper Konzert im November: Es wurden eigentlich nur meine liebsten Lieder gespielt und war ein ganz besonderer Abend mit tollen Leuten. Im März habe ich noch Dave Hause gesehen, wobei bei dem Konzert weniger die Musik gut war, sondern die Leute, die ich getroffen habe.

20. Die meiste Zeit verbracht mit?
J.

21. Die schönste Zeit verbracht mit?
A.

22. Zum ersten Mal getan?
Mit meiner Nichte ein Museum besucht.

23. Nach langer Zeit wieder getan?
Ein Musical besucht, und zwar endlich, endlich Tanz der Vampire ♥

24. Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen
Streitereien und Verlust.

25. Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
Hmm, wirkliche Überzeugungsarbeit habe ich in 2017 nicht geleistet bei irgendwem.

26. Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?
Die Weihnachtskarten für ein paar liebe Menschen.

27. Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
Ich habe so viele tolle Geschenke dieses Jahr bekommen, und auch so viele schöne Stunden mit meinen Freunden verbringen können – da will ich fast keines hervorheben. Was allerdings großartig gelöst war, war mein letzter Tag auf der alten Arbeit. Ich mag kein großes Tamtam um meine Person und glücklicherweise haben das alle respektiert.

28. Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?
„Sie haben bestanden.“

29. Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?
„Hab dich lieb.“

30. Dein Wort des Jahres?
Überleben.

31. Dein Unwort des Jahres?
Beileid.

32. Dein(e) Lieblingsblog(s) des Jahres?
Die Liste ergänzen dieses Jahr ivy.booknerd und Letterheart

33. Vorsätze fürs neue Jahr
Wirkliche Vorsätze habe ich nicht, allerdings möchte ich bewusster konsumieren und vermehrt die angesammelten Bücher und DVDs genießen, bevor viel neues dazukommt.

34. Zum Vergleich: Verlinke Deine Rückblicke der vorigen Jahre:
2014 | 2015 | 2016


Gelesene Bücher 2017

  • Mehr oder weniger 63.669 Seiten in 180 Büchern gelesen.
  • 8.437 Minuten (~140 Stunden oder 5 Tage) Hörbücher gehört, am meisten im Oktober und an Samstagen beim Einkaufen.
  • Nach Hamburg, Köln, Münster, Wiesbaden und Magdeburg gereist.
  • Liebstes Musical live erlebt, ein weiteres tolles gesehen und eines für 2018 geplant.
  • Mit einer Fähre auf der Elbe gefahren.
  • Tolle Filme im Kino gesehen.
  • Die Büchermeile unsicher gemacht.
  • Mehrere Ausstellungen und Museen besucht.
  • Ausbildung erfolgreich abgeschlossen.
  • Bei Leserunden mich mit lieben Menschen zu tollen Titeln ausgetauscht.
  • Ein Lieblingsspiel ein zweites Mal komplett durchgespielt.
  • Zwei anstrengende Verwandtenbesuche überstanden.
  • Mit vielen Herzensmenschen Post und Pakete ausgetauscht.
  • Während einer Reise einen Zwischenstopp für einen Kaffee mit einer lieben Person eingerichtet.
  • Neue Ausweisdokumente beantragt.
  • Haare getönt.
  • Ein Gewinnspiel organisiert und durchgeführt.
  • Über Kleinanzeigen ein Wunschregal gefunden und den Zuschlag dafür erhalten.
  • Zwei Gastbeiträge geschrieben.
  • Büchereikarte reaktiviert.
  • Neue Arbeit angefangen.
  • Ein Spiel, dass ich mir nicht zugetraut habe, komplett durchgespielt.
  • Auf Wiedersehen gesagt.
  • 27 geworden.Moodboard 2017

“It gets better. It never gets easy, but it does start to hurt a little less.” ― Seanan McGuire: Every Heart a Doorway

Bücher, Bücher! Neuzugänge im Dezember 2017

Wenn man schon kaum zum Lesen kommt, kann man zumindest Bücher kaufen wie verrückt, richtig? So oder so ähnlich ist das jedenfalls hier im Dezember gelaufen. Es gab noch eine Nachlieferung vom schwarzen Freitag, einige Vorbestellungen, Geschenke, Spontan- und Frustkäufe… und damit ist wieder ordentlich was zusammengekommen. Wie ich in 2018 quasi diese Menge im gesamten Jahr nur kaufen mag? Ich habe nicht den geringsten Plan, aber irgendwie wird das schon. Muss es generell, denn allzu viel Regalplatz ist gar nicht mehr vorhanden und es gilt noch so viele spannende ungelesene Bücher, die ich bereits da habe, zu entdecken!

Mir ist dieses mal nach etwas Statistik zu diesem Haufen -falls Ihr mehr zu dem warum, wieso, weshalb diese Titel hören wollt, das findet Ihr im Video unten-, also gibt es diese in aller Kürze:

  • Von den 31 Neuzugängen habe ich 5 Titel (entspricht 16 Prozent) bereits gelesen.
  • 25 Prozent der neuen Bücher sind Klassiker.
  • 50 Prozent der Neuzugänge sind gebrauchte Bücher.
  • In 2 Buchboxen gab es 3 Bücher für mich, und alles Titel, die ich eh haben wollte.
  • 25 Prozent meiner Neuzugänge habe ich geschenkt bekommen.
  • An Vorbestellungen sind 4 Bücher im Dezember angekommen, genauso viele neue Bücher habe ich mir auch gekauft.
  • Mein SuB ist insgesamt um 57 Prozent in einem Jahr gewachsen. Ups.

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Ivan Turgenev: Kasyan from the Beautiful Lands /  Elena Ferrante: Those Who Leave and Those Who Stay Thomas Pynchon: Gravity’s Rainbow Jennifer Donnelly: Revolution  / Alwyn Hamilton: Rebellin des Sandes / Alwyn Hamilton: Verräterin des Throns / Agatha Christie: Der Tod auf dem Nil / Brom: Krampus / Audrey Niffenegger: Die Frau des Zeitreisenden / Alexa Hennig von Lange: Die Welt ist kein Ozean / Gabrielle Prendergast: Zero Repeat Forever / Anna Carey: Blackbird / William Sutcliffe: Auf der richtigen Seite Pasi Ilmari Jääskeläinen: Secret Passages in a Hillside Town / Patrick Süskind: Perfume: The Story of a Murderer Rhoda Belleza: Herrscherin der tausend Sonnen / S.A. Chakraborty: The City of Brass Robert Louis Stevenson: Dr. Jekyll und Mr. Hyde / Renée Knight: Disclaimer / Andy Weir: Artemis / Teri Wilson: Unleashing Mr. Darcy / Oscar Wilde: Only Dull People Are Brilliant at Breakfast / Leigh Bardugo: Shadow and Bone / Leigh Bardugo: Siege and Storm / Leigh Bardugo: Ruin and Rising / Terry Pratchett: Night Watch / Claudia Gray: Constellation – Gegen alle Sterne / Olga Nather: Russisches Alphabet in 33 Zügen / Seanan McGuirre: Every Heart a Doorway / Tom Fletcher: The Christmasaurus – The Musical Editon / Truman Capote: In Cold Blood Ivan Turgenev: First Love

“Spend your money on the things money can buy. Spend your time on the things money can’t buy.” ―
Haruki Murakami: The Wind-Up Bird Chronicle