[Gelesen] Slated Trilogie

SlatedSeries

a trilogy
↳ Teri Terry: Slated, Fractured, Shattered

Großbritannien, 2054. Die sechszehnjährige Kyla wurde „geslated“, das heißt alle ihre Erinnerungen und ihre Persönlichkeit wurden gelöscht. Als Slated erkennbar ist sie aufgrund ihres Levos, einem Armbandähnlichem Gerät, das mittels eines Chips im Kopf den Gefühlszustand misst und ggf. auf extreme Werte reagiert. Slaten wurde als Bestrafung im Rahmen von studentischen Aufständen entwickelt, und soll nur an kriminellen Kindern und Jugendlichen praktiziert werden: lässt man sich nichts zu Schulden kommen und nutzt seine zweite Chance, wird der Levo mit 21 Jahren wieder entfernt.

Wie kannst du ihnen trauen, wenn sie dir deine Erinnerungen genommen haben?“

Kylas Geschichte setzt ein, als sie aus dem Krankenhaus entlassen wird. In ihrem neuen Leben wird sie einer neuen Familie zugeteilt, hat vor Ort eine Therapiegruppe mit anderen Slated und muss in regelmäßigen Abständen zu ärztlichen Kontrollgesprächen… und natürlich geht es auch zur Schule. Relativ schnell wird klar, dass Kyla anders ist: Erinnerungen an ihr altes Ich blitzen immer wieder auf, ihre Levowerte passen nicht zu ihren Emotionen. Die Fragen, wer sie vor dem Slaten war und wem sie auf ihrer Suche nach der Wahrheit glauben kann, werden zentral für Kyla und zieht sich durch die gesamte Trilogie. Wie bei Dystopien nicht anders zu erwarten, ist das System korrupt und es existiert eine Gruppierung (tatsächlich sogar zwei!) die dagegen kämpfen.

Die Slated Trilogie hat einiges, was man schon aus anderen Büchern des Genres kennt; einige Logikfehler inklusive… dennoch baut Terry eine relativ glaubhafte Geschichte mit allerlei unvorhersehbaren Wendungen auf. Von einigen Aspekten, z. B. der Berufseinteilung oder Free UK hätte ich gerne noch mehr gelesen, und gerade Fractured hatte ein paar Hänger, da Kylas Naivität mir teilweise unglaublich auf die Nerven ging… aber insgesamt hat mir die Reihe für eine Dystopie gut gefallen. Die unterschiedlichen Handlungsstränge werden befriedigend aufgelöst, und der Terror ist zwar subtil aber spürbar.

Prescience hat die Filmrechte für Slated seit 2013, und der Film befindet sich „in development“ – ich würde mich über eine Verfilmung der Trilogie auf jeden Fall freuen!

Rating: Slated 3/5 | Fractured 2/5 | Shattered 4/5 = Ø 3/5


BUCHDETAILS | ANZEIGE

Verlag: Nancy Paulsen Books
ISBN:  9780399161728 (Slated)
9780399161735 (Fractured)
9780399161742 (Shattered)
Erscheinungsdatum: 2012-2014

[Gelesen] Sommer in Lesmona

Sommer in Lesmona

a book that takes place in your hometown
Marga Berck – Sommer in Lesmona

„Liebe, einzige Bertha“ – so beginnt eine Vielzahl der Briefe, die Marga zwischen 1893 und 1896 an ihre beste Freundin schreibt. Sie berichtet der Freundin von ihrer Gefühlswelt, Reisen und Verwandtenbesuchen. Kernstück der Briefe und des schmalen Bandes wird dabei schnell der „Sommer in Lesmona“ und seine Folgen.

 Im Prinzip lässt sich der Inhalt des Buches kurz und bündig zusammenfassen:

Mädchen aus gutem Hause verliebt sich Ende des 19. Jahrhunderts in den Falschen, und geht am Ende doch eine Vernunftbeziehung ein.

Im Knoops Park in Bremen findet jeden Sommer mittlerweile ein Open-Air-Festival mit demselben Namen statt, welches an die Geschichte von Marga anknüpft – trotzdem hatte mich das Buch bisher nicht gereizt. Eine gute Freundin hat es mir schließlich vor einigen Wochen mitgegeben, da sie das Buch liebt, und ich bin ihr sehr dankbar dafür. Die Briefe sind am Anfang verwirrend mit all den Namen und es braucht seine Zeit, um in die Geschehnisse einzutauchen. Ab dem Zeitpunkt, wo Marga in Lesmona ankommt, mochte ich das Buch aber nicht mehr weglegen. Da es bis kurz vor Ende keine Briefe von anderen gibt, fühlt es sich teilweise so an, als ob Marga die Briefe fast für einen selbst schreibt und durch ihre lebendige Sprache erlebt man das Gefühlschaos direkt mit. Von der Beziehung, die nicht sein kann, stolpert Marga unbeabsichtigt direkt eine Verlobung, die zwar eine standesgemäße Heirat verspricht, aber ohne Gefühl. Immer wieder begegnet sie Percy und ist zwischen den Männern hin- und hergerissen. Die Art, wie das Buch endet, ist unvorhersehbar, tieftraurig und trotzdem absolut perfekt.

Laut dem Nachwort soll es sich um authentische Briefe handeln, nur Namen seien geändert; Marga Berck ist dabei das Pseudonym für Magdalene Pauli. Es wird zwar mittlerweile davon ausgegangen, dass Pauli die Briefe vor der Publikation überarbeitet hat, aber das tut der Geschichte an sich keinen Abbruch. Wer sich tiefgehender damit beschäftigen will, dem sei „Das Lesmona-Projekt“ der Uni Bielefeld nur empfohlen!

Sommer in Lesmona ist eine bittersüße Liebesgeschichte, die sich leicht und schnell lesen lässt – aber noch einige Zeit nachwirkt.

rating: 4/5


BUCHDETAILS | ANZEIGE

Verlag: Rowohlt Taschenbuch
ISBN:  9783499118180
Erscheinungsdatum: 01.10.1997

[Gelesen] Shattered Blue

ShatteredBlueSkyscape hat mir mein Leseexemplar für eine ehrliche Bewertung über NetGalley zur Verfügung gestellt.

Rezensionsexemplar | Shattered Blue ist der erste Band in der The Light Trilogy von Lauren Bird Horowitz. Das Buch war eine rechte Achterbandfahrt … Bird Horowitz versucht unheimlich viel in ihr Erstlingswerk einzubringen, und verhaspelt sich dabei leider an einigen Stellen. Die Geschichte dreht sich um die sechszehnjährige Noa, die vor kurzer Zeit ihre ältere Schwester verloren. Der Verlust wirkt sich stark auf ihre familiäre als auch die schulische Situation aus. Dann kommt ein neuer mysteriöser Mitschüler in die Klasse, zu dem Noa sich sofort hingezogen fühlt – das Problem? Callum ist kein Mensch sondern Fae.

“But he couldn’t explain; how would she understand? Even Noa, with her poet’s imagination, could not possibly envision a creature as deadly as he: Fae.”

Ich mochte diesen Aspekt und wie Bird Horowitz ihre Welt aufbaut: Es gibt verschiedene Arten Fae, jeweils mit anderen Kräften ausgestattet, und im Laufe des Buches begegnen wir sowohl Clear Fae als auch Color Fae (Rot, Grün, Blau). Normalerweise leben Fae in einer Art Parallelwelt namens Aurora – wir erfahren hierüber nur durch Erzählungen der Charaktere, und es klingt nicht gerade nach einem netten Ort… Fae haben Kräfte, benötigen aber hierfür Light. Dieses stellen ihre Körper in Aurora selbst her, in unserer Welt haben nur Menschen es (es wird mehr oder weniger als unser Potential für Glück beschrieben). Lösung? Die Fae rauben es den Menschen mit fatalen Folgen.

Das stellt logischerweise ein Problem für die aufkeimende Beziehung von Noa und Callum dar, und es muss eine Lösung gefunden werden. Callum wehrt sich am Anfang zwar gegen seine Gefühle, aber trotzdem kommen beide recht schnell zusammen. Es werden zwar Mitschüler erwähnt, wirklich konzentrieren tun sich die Ereignisse dann aber mit auf Noa’s beste Freunde Olivia und Miles. Die beiden lockern die Geschichte immer wieder auf, und übernehmen die Rollen von Engelchen und ein Teufelchen auf Noa’s Schulter. Prinzipiell würde das fast schon reichen, um daraus ein solides Buch zu basteln, aber wie gesagt – Bird Horowitz stopft das Buch sehr voll.

“For no one else would she bend like this, be invisible like this. Keep quiet like this.”

Noa’s Familie ist nach dem Tod ihrer Schwester am zerfallen und besonders ihre Mutter ist kaum noch erreichbar. Der ganze Nebenstrang um die Familie ist herzzerreißend… alle Familienmitglieder trauern auf eine andere Art und Weise, und keine funktioniert besonders gut. Aus einem Grund, der sich mir nicht wirklich erschlossen hat, sieht Noa immer wieder den Geist ihrer Schwester.

Ab dem Moment, wo Callum’s kleiner Bruder Judah auftaucht, nehmen die Geschehnisse an Fahrt auf. Judah ist das krasse Gegenteil von seinem Bruder, und man weiß nie ganz genau, wie vertrauenswürdig er ist. Seine Hintergrundgeschichte ist viel interessanter und als Charakter wirkt er viel durchdachter als sein Bruder. Ich mochte die Chemie zwischen ihm und Noa zehntausendmal lieber als die zwischen Callum und Noa… das sollte (gerade da es sich um Brüder handelt) eine interessante Dreieckskonstellation ergeben! Es ist zum Ende des Buches auch einfach sehr schwer zu sagen, ob die Eindrücke, die man von beiden erhält, nun der Wahrheit entsprechen oder nicht.

„How dare you save me?“

Neben der Dreiecksgeschichte, Familien- und Schuldrama gibt es auch noch eine Handvoll Bösewichte. Die Zwillinge und der Jäger tun zwar schreckliche Dinge, kommen dabei aber überhaupt nicht furchteinflössend rüber. Da klingt Darius, der Vater von Callum und Judah, viel interessanter, und ich freue mich schon darauf, ihm später in der Trilogie zu begegnen!

Insgesamt hat Shattered Blue Spaß gemacht. Nach einem etwas holprigen Anfang wird es immer interessanter und ich glaube, dass der Schreibstil von Bird Horowitz immer besser wird. Da Noa eine Dichterin ist, finden sich in der Geschichte auch mehrerer ihrer Gedichte, die wunderschön geschrieben sind – The Lost Girls war mein absoluter Favorit! Es wäre zwar schon schön, wenn etwas weniger Tropen vorkommen würden, aber es ist ein solides Grundgerüst für die Trilogie mit einem völlig unerwarteten Cliffhanger. Auf der Homepage der Autorin kann man übrigens auch einen Test machen, was für eine Art Fae man selbst wäre – bei mir kommt dabei ein Mix aus Clear und Red Fae raus. Insgesamt ist der Blick auf die Seite sehr interessant, da Bird Horowitz einiges über ihren Schreibprozess und die Entstehung der Geschichte dort veröffentlicht.

rating: 3/5


BUCHDETAILS | ANZEIGE

Verlag: Skyscape
ISBN: 9781503949973
Erscheinungsdatum: 15.09.2015