[Gastrezension] Schluss mit Sorry!

Mal eine kleine Premiere hier auf dem Blog: Eine Gastrezension! Und zwar hat Elias von Captain Books über Rebecca Vogels Buch Schluss mit Sorry! geschrieben, was ihr nachfolgend lesen könnt. Vielen Dank an dieser Stelle noch einmal an Elias für die tolle und unkomplizierte Zusammenarbeit, sowie den spannenden Text! Vielleicht  mögt ihr ja auf seinem Blog auch etwas stöbern?


Hintergrund:

Ich habe mir noch nie Bücher online bestellt. Ich wollte immer das Buch in der Hand halten, welches ich kaufe. Es geht doch nichts darüber, den Geruch eines ungelesenen Buches zu erschnuppern, durch die Seiten zu blättern und sich vor Ort ein Bild davon machen zu können. Allerdings habe ich mich vor kurzem dazu entschieden auch bei Büchern das Onlineshopping auszuprobieren. Also habe ich mich durch die verschiedenen Verlagsseiten geklickt und bin so schließlich bei dem Eulenspiegelverlag gelandet. Und ich muss sagen, ich finde es gar nicht so schlimm Bücher online zu bestellen. So bekommt man nicht nur einen Eindruck von dem Buch, welches man sich holen möchte, sondern gleichzeitig auch noch von dem Verlag.

Ich habe mich für das Buch „Schluss mit Sorry!“ entschieden, weil es nicht nur einen interessanten Titel hat, sondern auch ein ansprechendes Cover besitzt. „Schluss mit Sorry!“, das klingt für mich irgendwie nach einer persönlicher Revolution. Schluss mit Entschuldigungen und platz für persönlichen Freiraum und Ziele.

Inhalt:
9783359024934
Lisa ist glücklich. Auch wenn ihr Freund Alex eigentlich das komplette Gegenteil von ihr ist. Doch genau das bewundert sie an ihm – bis er kurzerhand den Heiratsantrag seiner Kindergartenfreundin annimmt, die mit gemeinsamer Wohnung, Medizinstudium, Spinat-Sellerie-Saft und Stöckelschuhe aufwartet. Das stellt Lisa vor schwierige Fragen: Ist Sex doch wichtiger als Schlafen? Welche Auswirkungen haben bekleckerte Erdbeernachthemden und Nackenkrausen, und hilft Rauchen auf dem Balkon, um endlich wieder den Durchblick zu bekommen? Und -verflixt-wie, bitte schön, wird man bindungsfähig?

Fazit:

Ja, ihr stellt euch die richtige Frage, Captain, warum ließt du ein Buch, welches ganz klar die weibliche Leserschaft anspricht? Dazu kann ich nur eines antworten – Wenn ein Buch schon mit dem Satz, „Schlaf ist der neue Sex.„, anfängt, verspricht es unterhaltsame Momente.

Und es waren unterhaltsame Momente. Das Buch ist witzig und zugleich auch spritzig. Durch sehr gegensätzliche Charaktere und Klischees führt das Buch durch die verschiedenen Phasen einer Liebesgeschichte. Ich habe mich köstlich amüsiert. Die Männer (in der Geschichte verkörpert durch Alex) werden als smart und organisiert dargestellt und die Frauen (in der Geschichte verkörpert durch Lisa) als zu nachdenklich und verwirrt. (Und sind wir mal ehrlich, liebe Frauen, es ist doch so :D).

Durch den flüssigen und lockeren Schreibstil der Autorin Rebecca Vogels lässt sich das Buch in einem Rutsch sehr gut durchlesen. Für manchen mag der Schreibstil zwar nicht passend oder fesselnd sein, doch in meinen Augen ist ihr so er sehr guter Roman gelungen.

Ebenso hat mich das Buch sehr zum Nachdenken über Beziehungen angeregt. Es liefert tolle Antworten auf Bindungsunfähigkeit und das Zusammenleben zweier Personen.

In meinen Augen hat das Buch durch ihren Unterhaltungswert 5 von 5 Sternen durchaus verdient.

Kommentar:

Rebecca Vogels, geboren 1984, ist Co-Founder und Editor-in-Chief der Medien-Agentur Pfiff Media. Sie schreibt u. a. Moderationstexte fürs Fernsehen, arbeitet als Autorin und twittert unter @schlussmitsorry aus dem Leben ihrer Protagonistin Lisa Haubenstädt.

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[Gelesen] Cavaliersreise – Die Bekenntnisse eines Gentlemans

Heute ist es soweit: Nachdem die Geschichte um Monty, Percy und Felicity bereits seit einigen Monaten auf Deutsch als Cavaliersreise erhältlich ist, erscheint jetzt auch die englischsprachige Ausgabe unter dem wundervollen Titel The Gentleman’s Guide to Vice and Virtue. Ich hatte diesen Monat das Vergnügen das Buch von Mackenzi Lee gemeinsam mit pingwingTV zu lesen und mich darüber austauschen zu können – und die Lesereise hat sich –mit kleinen Abstrichen- wahrlich gelohnt!

cavaliersreise
„Das hier ist keine Cavaliersreise mehr, sondern ein Abenteuerroman.“ – S. 474
Cavalierswas?

Eine Tradition mit vielen Namen -Kavalierstour, Grand Tour, Bildungsreise um nur einige zu nennen- bildet die Rahmenhandlung von Cavaliersreise. Von der Renaissance bis zum 19. Jahrhundert an wurden junge Männer aus dem Adel (später auch aus dem Bürgertum) zum Abschluss ihrer Erziehung auf eine Reise durch Europa bis teilweise hin zum Heiligen Land geschickt. In dem Roman von Lee begleiten wir hierbei eine etwas ungewöhnliche Reisegesellschaft im 18. Jahrhundert: Den englischen Grafensohn Henry -genannt Monty- Montague, seine Schwester Felicity und Percy, Montys besten Freund.

Hatten die jungen Männer (oder zumindest Monty) auf ein unabhängiges, feierfreudiges Jahr auf dem Kontinent gehofft, so macht Montague Senior ihnen gleich zu Anfang einen Strich durch die Rechnung: Er ist die Eskapaden seines Ältesten satt und stellt ihnen einen Tutor zur Seite. Statt auf Trinkgelage, Spielrunden und ähnlichem, soll sich lieber endlich auf das Knüpfen von Kontakten und die kulturellen Errungenschaften konzentriert werden.

„Mag sein, dass es das ist, was die Cavaliersreise mich lehren soll: wie andere Leute leben, die mit mir nichts gemein haben. Zum ersten Mal geht mir auf, dass ihr Leben nicht weniger erfüllt ist als meines, ohne dass es mit meinem in Berührung käme.“
– S. 165-166

Ein Trio wider Willen

Die Begeisterung hierüber hält sich in Grenzen und die Reisegemeinschaft muss erst miteinander warm werden. Dem Leser geht es nicht viel anders, denn zu Anfang ist vor allem Monty etwas schwierig. Umso schöner ist es zu sehen, wie jeder der Drei im Laufe der Reise an seinen eigenen Problemen wächst! Und genug Probleme gibt es tatsächlich, egal, ob von innen oder außen. Um nur ein paar unserer Helden zu benennen: Monty hadert mit seinem gesellschaftlichen Stand, Sexualität und der unerwiderten Liebe zu seinem besten Freund, Percy hat mit seiner Hautfarbe, einer Krankheit und eher düsteren Zukunftsaussichten zu kämpfen – und Felicity hadert mit dem Frauenbild ihrer Zeit. Viele dieser Thematiken lesen sich sehr zeitgemäß, wobei es Lee gelingt, sie angemessen in der Handlung einzubinden und nicht aus der Zeit zu fallen. Das unterstützt sie vor allem durch viele großartige Wörter, die in der Übersetzung von Gesine Schröder eine wahre Freude sind. Egal, ob eher bekanntes wie Wegelagerer, Taugenichts oder seltener genutztes wie greinen, gebenedeit und Häscher – die Sprache ist etwas gehobener ohne abzuheben. Dazu hat Monty ein absolut großartigen Humor, bei dem man das ein oder anderer mal am schmunzeln ist.

Die Sache mit der Bewertung

Die Bewertung von Cavaliersreise bereitet mir auch mit einigen Tagen Abstand immer noch Kopfzerbrechen. Das gemeinsame Lesen mit Austausch über die Abschnitte und Theorien aufstellen zum weiteren Verlauf hat mir großen Spaß bereitet und mein Lesevernügen deutlich erhöht. Nicht zuletzt, weil ich dadurch gefühlt auch das Buch viel intensiver gelesen und viel mehr über einzelne Abschnitte nachgedacht als normalerweise. Cavaliersreise ist auch ein Buch, dass ich gerne noch mehrfach lesen mag und bei dem es in jedem Lesedurchgang etwas zu entdecken oder anders wahrzunehmen geben wird, gerade weil es an einigen Stellen so plötzlich umschlägt.

„Es hat sich nichts verändert, und doch ist nichts, wie es war.“ – S. 196

Mackenzi Lee hat sich mit der Grand Tour ein tolles Thema als Rahmenhandlung ausgesucht und anstatt in einem typischen Jugendbuch befindet man sich plötzlich in einem Abenteuerroman, der unglaublich viele aktuelle Themen anspricht: Sexualität, Geschlechterrollen, Vorurteile und Unwissen, Epilepsie, Privilegien und und und. An keinem Punkt wirkt es dabei zu belehrend oder zu gewollt und allein dafür ist die Geschichte etwas besonderes. Dazu noch der tolle Humor von Monty und schöne Dialoge…

Warum also kann ich diesem Buch einfach nicht die volle Punktzahl geben?! Das hängt zum einen mit einem Handlungsstrang und zum anderen mit dem Schluss zusammen. Ich war der festen Überzeugung, dass Cavaliersreise nicht ins Fantastische geht – und nun, irgendwie tut es die Geschichte doch. Für mich passte das nicht so gut in die Geschichte, aber da ich es beim nächsten Lesen weiß, wird es mich nicht noch einmal so überrumpeln.  Zum Schluss kommt dann noch mal alles zuerst ganz anders als erwartet, dann auch viel zu plötzlich und ohne große Erläuterungen, auch im Nachwort nicht. Vielleicht wird das nächste Abenteuer da etwas Licht ins Dunkle bringen? Denn für Herbst 2018 wurde gerade erst das Spin-off The Lady’s Guide to Petticoats and Piracy rund um Felicity Montague angekündigt.


Weitere Eindrücke zu Cavaliersreise findet ihr bei
Kathrine Everdeen | Buchstabenstadt | May4la | Miss Foxy reads | Andrada’s Books


BUCHDETAILS | ANZEIGE

Verlag: Königskinder
Übersetzerin: Gesine Schröder
ISBN: 9783551560384
Erscheinungsdatum: 24.03.2017
Bewertung: 3,5/5

[Gelesen] Ich bin Princess X

Princess X – das ist die Figur, die sich die besten Freundinnen Libby und May in der fünften Klasse ausdenken. May schreibt die Abenteuer der Prinzessin, Libby setzt sie als Comic zeichnerisch um. Das findet allerdings ein abruptes Ende, als Libby bei einem Unfall stirbt. Als May ein paar Jahre darauf aber plötzlich überall in der Stadt Sticker der Prinzessin findet, fängt sie an zu zweifeln. Was ist damals wirklich mit ihrer Freundin geschehen?

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Gemeinsam mit Patrick, der im selben Mietshaus wohnt wie sie, versucht May dem ganzen Mysterium auf die Schliche zu kommen.Ist Libby damals vielleicht gar nicht gestorben oder hat irgendjemand den Charakter der beiden Mädels adaptiert? Die Sticker verweisen auf einen Webcomic, dessen Geschichte Hinweise zu enthalten scheint.

Eine Prinzessin in Text und Bild

Cherie Priest schickt May in Ich bin Princess X auf eine spannende Suche nach der Wahrheit, die immer wieder mit tollen Illustrationen von Kali Ciesemier versetzt ist. Denn wie kann man besser eine Geschichte mit und über (Web-)Comics schreiben, als mit Comicseiten zwischendrin?! Die Entscheidung, die Illustrationen dabei alle in Lilatönen zu halten, finde ich sehr gelungen und passend. Dadurch hat die Prinzessin gleich was eigenes und knallbunte Seiten zwischendrin würden einfach nicht so gut passen. Durch das Wechselspiel des Textes und der Illustrationen lassen sich immer wieder Parallelen in den Geschichten entdecken. Das gibt der Autorin die Möglichkeit, auch teilweise sehr düstere Themen altersgerecht zu verarbeiten – denn auch wenn May bereits 17 Jahre alt ist, ist das Buch für die etwas jüngere Altersstufe ab 14 Jahren gedacht.

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Der Bildschirm flackerte und der Rechner fuhr hoch. Jetzt begann das Märchen richtig. May las und las und las. – S. 90

Diese Altersempfehlung muss man auch etwas im Hinterkopf behalten: Die Geschichte ist an manchen Stellen etwas vorhersehbar und sehr fantastisch. Ich habe trotzdem sehr mit May mitgefiebert und war gespannt, was sich hinter der Geschichte um Princess X versteckt.

Freundschaft überwindet alles

Jugendbücher greifen sehr häufig Liebe als Thematik auf. Da bei Ich bin Princess X die noch etwas jüngeren Jugendlichen angesprochen werden soll, ist das ausnahmsweiße mal nicht der Fall. Ich fand es sehr angenehm mal eine Geschichte in diesem Genre zu lesen, in der so ein starker Fokus auf die Freundschaft gelegt wird! Und das auch zwischen Jungen und Mädchen. Drei verschiedene Freundschaften tauchen in der Geschichte von Priest auf, jede mit einem etwas anderem Aspekt, aber einer großen Gemeinsamkeit: Sie schweißt die Charaktere zusammen und hilft ihnen, sich ihren Problemen zu stellen und diese zu überwinden.

Cherie Priest hat mit dieser Geschichte ein kleines Kleinod geschaffen, dass ich sicher noch das ein oder andere mal in die Hand nehmen werde. Man fliegt nur so durch die 268 Seiten und ist gespannt, wie es für Libby und May ausgehen wird. Im Buch gibt es ein paar technische Verweise, die vermutlich etwas vereinfacht dargestellt werden beziehungsweise in den Bereich des Fantastischen fallen… Aber hey, es ist ein Jugendthriller mit Comicelementen, da kann ich in diesem Fall auch mal drüber wegsehen.


Weitere Meinungen zu Ich bin Princess X findet ihr bei
Buchstabenträumerei | Büchersüchtiges Herz | Books Are True Adventures


BUCHDETAILS | ANZEIGE

Verlag: Bloomoon
Illustrationen: Kali Ciesemier
Übersetzerin: Doris Hummel
ISBN: 9783845812298
Erscheinungsdatum: 12.01.2016
 Rating: 4/5