[Rückblick] Juni 2017

Der Juni ist gefühlt nur so an mir vorbeigerauscht. Irgendwie habe ich zwar trotzdem ganz ordentlich gelesen, aber ich hätte gerne noch viel mehr geschafft. Es liegen noch so einige teils gelesene Bücher hier rum und da will ich die Zahl definitiv runterschrauben… nur macht neue Bücher anfangen irgendwie immer mehr Spaß?

Es waren einige ganz großartige Bücher dabei und tatsächlich nur eine komplette Katastrophe: The Beacon. Das Buch habe ich auch direkt aussortiert – die Geschichte war sehr frustrierend und hat mich nur unglaublich wütend zurückgelassen. Braucht man nicht! The Flame in the Mist hat mich ebenfalls nicht überzeugen können. Vielleicht liegt das daran, dass ich Mulan kenne, aber die Handlung ist so transparent wie Glas.

Höhepunkt: Der Raum
Tiefpunkt: The Beacon
Gelesene Seiten: ca. 5.426
Ø Bewertung: 3,88 / 5 

Seit langer Zeit habe ich mich mal wieder komplett in einen Manga verliebt: Orange. Hach, ist die Geschichte bittersüß! Die Botschaft hat mir gut gefallen, genauso wie die Zeichnungen von Takano. Mit Our Dark Duet ist diese Dilogie von Schwab nun abgeschlossen – mir hat das zweite Buch viel besser gefallen als das erste, aber ich kann (mal wieder) nichts mit dem Ende anfangen. Das gleiche Problem hatte ich bei Gena/Finn: Super schöne Geschichte, dann passiert etwas und das Ende war.. sehr unbefriedigend.

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Zusammensetzung: 8 Printbücher; 1 Rezensionsexemplar; 2 Comics; 2 Manga

Die Leserunde zu Drums of Autumn ist beendet und dieser Wälzer somit endlich geschafft. Juhu! Der Anfang hatte einige Schwierigkeiten, aber dann überschlugen sich mal wieder die Ereignisse… Mittlerweile geht die Geschichte schon etwas in Familiensaga, ich bin gespannt, wie das irgendwann alles ausgeht.

Als letztes habe ich diesen Monat The Shadow of the Wind beendet und bin einfach nur verzaubert von diesem Buch. Die ganzen Handlungsbögen, die so nahtlos ineinander greifen, die Sprache, Charaktere und große Bücherliebe… ich freu mich jetzt schon sehr auf den zweiten Band. Vielleicht wäre Barcelona doch noch einmal eine Reise wert.

Alle verschlungenen Titel des Monats:
Hannah Moskowitz; Kat Helgeson: Gena/Finn Bewertung: 4/5
Diana Gabaldon: Drums of Autumn Bewertung: 4,5/5
Peter Clines: Der Raum Bewertung: 5/5 | Video [x] | Blogbeitrag [x]
Susan Hill: The Beacon Bewertung: 1/5
Mackenzi Lee: Cavaliersreise Bewertung: 3,5/5 | Blogbeitrag [x]
V.E. Schwab: Our Dark Duet Bewertung: 3/5
Ichigo Takano: Orange. The Complete Collection, Vol. 1 Bewertung: 5/5
Fred Van Lente; Dennis Calero: Assassin’s Creed Templars, Vol. 2: Iron Cross Bewertung: 5/5
Anthony Del Col; Conor McCreery; Neil Edwards; Ivan Nunes: Assassin’s Creed, Vol. 3: Homecoming Bewertung: 3/5
Ichigo Takano: Orange. The Complete Collection, Vol. 2 Bewertung: 5/5
John Irving: Das Hotel New Hampshire Bewertung: 4/5
Renée Ahdieh: Flame in the Mist Bewertung: 2,5/5
Carlos Ruiz Zafón: The Shadow of the Wind Bewertung: 5/5

“Every book, every volume you see here, has a soul. The soul of the person who wrote it and of those who read it and lived and dreamed with it. Every time a book changes hands, every time someone runs his eyes down its pages, its spirit grows and strengthens.”
 Carlos Ruiz Zafón: The Shadow of the Wind

[Gelesen] Cavaliersreise – Die Bekenntnisse eines Gentlemans

Heute ist es soweit: Nachdem die Geschichte um Monty, Percy und Felicity bereits seit einigen Monaten auf Deutsch als Cavaliersreise erhältlich ist, erscheint jetzt auch die englischsprachige Ausgabe unter dem wundervollen Titel The Gentleman’s Guide to Vice and Virtue. Ich hatte diesen Monat das Vergnügen das Buch von Mackenzi Lee gemeinsam mit pingwingTV zu lesen und mich darüber austauschen zu können – und die Lesereise hat sich –mit kleinen Abstrichen- wahrlich gelohnt!

cavaliersreise
„Das hier ist keine Cavaliersreise mehr, sondern ein Abenteuerroman.“ – S. 474
Cavalierswas?

Eine Tradition mit vielen Namen -Kavalierstour, Grand Tour, Bildungsreise um nur einige zu nennen- bildet die Rahmenhandlung von Cavaliersreise. Von der Renaissance bis zum 19. Jahrhundert an wurden junge Männer aus dem Adel (später auch aus dem Bürgertum) zum Abschluss ihrer Erziehung auf eine Reise durch Europa bis teilweise hin zum Heiligen Land geschickt. In dem Roman von Lee begleiten wir hierbei eine etwas ungewöhnliche Reisegesellschaft im 18. Jahrhundert: Den englischen Grafensohn Henry -genannt Monty- Montague, seine Schwester Felicity und Percy, Montys besten Freund.

Hatten die jungen Männer (oder zumindest Monty) auf ein unabhängiges, feierfreudiges Jahr auf dem Kontinent gehofft, so macht Montague Senior ihnen gleich zu Anfang einen Strich durch die Rechnung: Er ist die Eskapaden seines Ältesten satt und stellt ihnen einen Tutor zur Seite. Statt auf Trinkgelage, Spielrunden und ähnlichem, soll sich lieber endlich auf das Knüpfen von Kontakten und die kulturellen Errungenschaften konzentriert werden.

„Mag sein, dass es das ist, was die Cavaliersreise mich lehren soll: wie andere Leute leben, die mit mir nichts gemein haben. Zum ersten Mal geht mir auf, dass ihr Leben nicht weniger erfüllt ist als meines, ohne dass es mit meinem in Berührung käme.“
– S. 165-166

Ein Trio wider Willen

Die Begeisterung hierüber hält sich in Grenzen und die Reisegemeinschaft muss erst miteinander warm werden. Dem Leser geht es nicht viel anders, denn zu Anfang ist vor allem Monty etwas schwierig. Umso schöner ist es zu sehen, wie jeder der Drei im Laufe der Reise an seinen eigenen Problemen wächst! Und genug Probleme gibt es tatsächlich, egal, ob von innen oder außen. Um nur ein paar unserer Helden zu benennen: Monty hadert mit seinem gesellschaftlichen Stand, Sexualität und der unerwiderten Liebe zu seinem besten Freund, Percy hat mit seiner Hautfarbe, einer Krankheit und eher düsteren Zukunftsaussichten zu kämpfen – und Felicity hadert mit dem Frauenbild ihrer Zeit. Viele dieser Thematiken lesen sich sehr zeitgemäß, wobei es Lee gelingt, sie angemessen in der Handlung einzubinden und nicht aus der Zeit zu fallen. Das unterstützt sie vor allem durch viele großartige Wörter, die in der Übersetzung von Gesine Schröder eine wahre Freude sind. Egal, ob eher bekanntes wie Wegelagerer, Taugenichts oder seltener genutztes wie greinen, gebenedeit und Häscher – die Sprache ist etwas gehobener ohne abzuheben. Dazu hat Monty ein absolut großartigen Humor, bei dem man das ein oder anderer mal am schmunzeln ist.

Die Sache mit der Bewertung

Die Bewertung von Cavaliersreise bereitet mir auch mit einigen Tagen Abstand immer noch Kopfzerbrechen. Das gemeinsame Lesen mit Austausch über die Abschnitte und Theorien aufstellen zum weiteren Verlauf hat mir großen Spaß bereitet und mein Lesevernügen deutlich erhöht. Nicht zuletzt, weil ich dadurch gefühlt auch das Buch viel intensiver gelesen und viel mehr über einzelne Abschnitte nachgedacht als normalerweise. Cavaliersreise ist auch ein Buch, dass ich gerne noch mehrfach lesen mag und bei dem es in jedem Lesedurchgang etwas zu entdecken oder anders wahrzunehmen geben wird, gerade weil es an einigen Stellen so plötzlich umschlägt.

„Es hat sich nichts verändert, und doch ist nichts, wie es war.“ – S. 196

Mackenzi Lee hat sich mit der Grand Tour ein tolles Thema als Rahmenhandlung ausgesucht und anstatt in einem typischen Jugendbuch befindet man sich plötzlich in einem Abenteuerroman, der unglaublich viele aktuelle Themen anspricht: Sexualität, Geschlechterrollen, Vorurteile und Unwissen, Epilepsie, Privilegien und und und. An keinem Punkt wirkt es dabei zu belehrend oder zu gewollt und allein dafür ist die Geschichte etwas besonderes. Dazu noch der tolle Humor von Monty und schöne Dialoge…

Warum also kann ich diesem Buch einfach nicht die volle Punktzahl geben?! Das hängt zum einen mit einem Handlungsstrang und zum anderen mit dem Schluss zusammen. Ich war der festen Überzeugung, dass Cavaliersreise nicht ins Fantastische geht – und nun, irgendwie tut es die Geschichte doch. Für mich passte das nicht so gut in die Geschichte, aber da ich es beim nächsten Lesen weiß, wird es mich nicht noch einmal so überrumpeln.  Zum Schluss kommt dann noch mal alles zuerst ganz anders als erwartet, dann auch viel zu plötzlich und ohne große Erläuterungen, auch im Nachwort nicht. Vielleicht wird das nächste Abenteuer da etwas Licht ins Dunkle bringen? Denn für Herbst 2018 wurde gerade erst das Spin-off The Lady’s Guide to Petticoats and Piracy rund um Felicity Montague angekündigt.


Weitere Eindrücke zu Cavaliersreise findet ihr bei
Kathrine Everdeen | Buchstabenstadt | May4la | Miss Foxy reads | Andrada’s Books


BUCHDETAILS | ANZEIGE

Verlag: Königskinder
Übersetzerin: Gesine Schröder
ISBN: 9783551560384
Erscheinungsdatum: 24.03.2017
Bewertung: 3,5/5

[Leseplan] Juni 2017

Gefühlt will ich gerade jedes einzelne Buch auf meinem SuB anfangen, was die Auswahl etwas erschwert hat… Im Juni sollte auf alle Fälle wieder mehr Lesezeit da sein, sodass ich ggf. doch noch das ein oder andere Buch durchschmökern kann. Vorläufig sind erstmal diese fünf Stück auf dem Leseplan:

  • Mackenzi Lee: Cavaliersreise: Die Bekenntnisse eines Gentlemans
    Das Buch werde ich in einer Leserunde lesen und ich freue mich schon sehr darauf! Bisher habe ich nur positives über die Cavaliersreise gehört, und mich spricht wirklich alles an diesem Buch an, angefangen von der Beschreibung bis hin zur tollen Gestaltung.
  • John Irving: Das Hotel New Hampshire
    Ich wurde zum John Irving Leseclub eingeladen und dies ist das erste Buch des Autors, welches gemeinsam gelesen wird. Von Irving habe ich noch gar nichts gelesen, obwohl ich schon einige male über den Namen gestolpert bin… Das Hotel New Hampshire wird wohl meine neue Zugbegleitung.
  • Renée Ahdieh: Flame in the Mist (Flame in the Mist, #1)
    Vielleicht taucht mein reading Buddy ja noch auf, aber so oder so mag ich das Buch nicht zu lange ungelesen hier liegen haben. Dafür bin ich jetzt doch zu gespannt auf die Geschichte von Mariko!
  •  Carlos Ruiz Zafón: The Shadow of the Wind (The Cemetery of Forgotten Books #1)
    Seit ich dieses Buch auf der Büchermeile gefunden habe, mag ich es lesen – und es kommt einfach immer was anderes dazwischen. Dann jetzt aber endlich im Juni! Mit Barcelona verbinde ich eh Hitze und Sommer dank der Studienfahrt nach Spanien…
  • Susan Hill: The Beacon
    Es ist kurz und schreit auch irgendwie Sommer für mich. Noch nicht ganz sicher, was mich hier drin erwartet, aber ich vertrau einfach mal auf Susan Hills Schreibkünste.

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Lesepensum: 2.173 Seiten | ~ 73 Seiten pro Tag

“Sometimes, the sun sets earlier. Days don’t last forever, you know. But I’ll fight as hard as I can. I can promise you that.” Marie Lu: Champion